Oldenburger Rundschau https://www.oldenburger-rundschau.de Wed, 13 Nov 2019 21:02:18 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.4 https://www.oldenburger-rundschau.de/wp-content/uploads/2016/04/cropped-OlRu-32x32.png Oldenburger Rundschau https://www.oldenburger-rundschau.de 32 32 Chiapas.Kaffee.Kollektiv. https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/11/14/chiapas-kaffee-kollektiv/ Thu, 14 Nov 2019 20:59:38 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4312 [...]]]> Am Donnerstag, den 21.11. gibt es um 19.00 Uhr in der Alhambra-Kneipe eine Gelegenheit, mehr über Chiapas, die Zapatist*innen und das Hamburger KaffeeKollektiv Aroma Zaptista zu erfahren.
Bereits seit 2012 unterstützt das Kollektiv die zaptistischen selbstverwalteten Strukturen in Chiapas / Mexiko. Die Zapatistas – die Bewegung benannte sich nach dem Bauernführer der mexikanischen Revolution Emiliano Zapata – trat am 01. Januar 1994 erstmals in der Öffentlichkeit auf und öffneten damit einen Weg der indigenen Selbstbestimmung. Sie erhoben sich gegen Entrechtung, Unterdrückung, Patriarchat und Rassismus. Sie enteigneten Großgrundbesitzer, die die Indigenas unter ausbeuterischen Bedingungen bei sich arbeiten ließen. Seitdem bauen die Zapatistas auf diesen Ländereinen selbstverwaltete Strukturen auf. Um größere wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen, wurden verschiedene landwirtschaftliche Kooperativen aufgebaut, u.a. auch für Kaffee. Durch die gemeinschaftliche Organisierung können sie beim Verkauf des Kaffees auf Zwischenhändler verzichten und ihn zu einem gerechteren Preis an solidarische Gruppen direkt verkaufen.

Der Infoladen roter Strumpf verkauft seit Jahren verschiedene Kaffeesorten aus Chiapas und möchte mit dieser Veranstaltung mehr über den politischen Hintergrund vermitteln. Dazu wird ein Mitarbeiter des Hamburger Kaffeekollektiv Aroma Zapatista einen kleinen Vortrag über die Strukturen in Chiapas, über den solidarischen Handel und die alltägliche Arbeit im Kollektiv berichten. Im Anschluss ist Zeit für Austausch. Bringt also eure Fragen, Ideen und Gedanken mit!

Kaffee aus Chiapas und aus Kolumbien zum Kaufen und mit nach Hause nehmen gibt es auch.

Ansonsten ist der Kaffee immer donnerstags von 18 – 21 Uhr im Infoladen im Alhambra erhältlich.

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Heimat – Eine Besichtigung des Grauens https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/11/11/heimat-eine-besichtigung-des-grauens/ Mon, 11 Nov 2019 12:52:15 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4307 [...]]]> »Mit ihr wird für Zahnpasta und Banken geworben, der Trachtenhandel erzielt Umsatzrekorde und das provinzielle Kostüm enthemmt seine Träger/innen. Ein »Volks-Rock´n´Roller« füllt große Arenen mit jungem Publikum, die Bild-Zeitung ehrt sie mit einer kostenlosen Sonderausgabe, die Qualitätsmedien mit Features und Debatten-Serien. Zeitschriften, die das richtige Anlegen von Rosenbeeten lehren, sind der Renner auf dem Medienmarkt.

Grüne plakatieren ihr zur Ehre, Sozialdemokraten melden ältere Besitzansprüche an, und beneiden die Christdemokraten um die Idee mit dem Ministerium. Nazis verkünden, die Liebe zur ihr sei kein Verbrechen, und wer sie nicht liebe, sei aus ihr zu entfernen. Linke kontern knallhart: ihre Liebe zu Region und Gebietskörperschaft sei noch viel tiefer, echter und unverbrüchlicher.

Die staatlichen Programme zur Förderung solcher Gefühle sind satt budgetiert, und je trostloser das Kaff, desto hymnischer hat der Song zu sein, der seinen Liebreiz besingt. Der deutsche Pop folgt diesem Credo,  unsubventioniert und in Privatinitiative. Hauptsache es wird gefühlt. Und das heißt immer: Allem zersetzenden Denken und kritischer Reflexion wird die Stirn geboten.

So fühlt man sich schonmal wie ein Baum, also tief verwurzelt und unumtopfbar, weil sonst Psyche und Identität Schaden erlitten. Manche schnuppern auch an Bratwürsten und behaupten, dann spürten sie Heimat. Vor allem rein und unbefleckt soll sie sein, von ihren Männern beschützt und verteidigt.

Im Namen von Idyll, Harmonie, Tradition, Brauchtum, Familie und weiterer Höllen wird gegen die Fremden und das Fremde zu Felde gezogen. Was man bereits ohne Meinungsforschung erkennen konnte, wurde mittlerweile auch empirisch belegt: Je mehr Heimatliebe, desto ausgeprägter die rassistische Gesinnung.

Unbeeindruckt davon, stets dem Konstruktiven verpflichtet, bastelt die Zivilgesellschaft an ‚alternativen‘ Heimatbegriffen. Und wo noch ein Restwissen oder eine Ahnung vorhanden ist, über die Geschichte dieses rechten Kampfbegriffs, der oft nur ein anderes Wort für ‚Blut und Boden‘ war, zitiert man das letzte Wort aus »Prinzip Hoffnung« des marxistischen Philosophen Ernst Bloch: »Heimat« – und verschafft sich so gutes Gewissen.

Das und vieles mehr – das Absurde und das Gefährliche – wird an diesem Abend auf Bühne und Leinwand besichtigt und vorgeführt, nachgespielt und kommentiert, analysiert und in die Tonne getreten. Stets parteiisch auf der Seite der historischen und zukünftigen Opfer der Heimat.

FRANK SPILKER (Die Sterne) trägt eine brauchtumsfremde Komposition bei – sein Song möge Heimatfeinde in Bewegung und Heimatfreunde zum Erstarren bringen.

Wer das für Nestbeschmutzung hält, versteht uns richtig.«

Freitag, 15. November ab 19 Uhr im Alhambra.


Veranstalter_innen: Oldenburger Rechtshilfe, Referat gegen Antisemitismus AStA CvO-Universität

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Offenes Gedenken https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/11/03/offenes-gedenken/ Sun, 03 Nov 2019 20:01:38 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4295 [...]]]> Sehr empfehlenswert ist der Blick auf eine kleine Veranstaltungsreihe des Oldenburger Verein Anna-Schwarz RomnoKher in Zusammenarbeit mit dem Feministischen Referat (FEMREF) des AStA der CvO-Uni Oldenburg. So waren Mitglieder des Vereins auf der Suche nach Möglichkeiten der Gedenkkultur und fanden mit dem »Offenen Gedenken« einen kritischen, aktiven, antifaschistischen und feministisch motivierten Ansatz. Von der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark ersonnen, stellt dieser sich einer Musealisierung entgegen und arbeitet immer mit einem antifaschistischen Gegenwartsbezug.

Der Verein Anna-Schwarz RomnoKher zeigt in seinem Kulturzentrum in der Stedingerstr. 45a in Oldenburg noch bis zum 08. Dezember eine kleine Ausstellung über das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen und spätere Vernichtungslager Uckermark. Neben der Ausstellung wird es auch Workshops zu Diversity und Klassismus geben, es werden Filme gezeigt, Kunstprojekte organisiert und mehr…
Die Reihe endet dann am 08.12. mit einem Vortrag und anschließender Diskussion mit Referent*innen der Initiative.
Die Ausstellung ist immer samstags von 12.00 bis 16.00 Uhr zu sehen sowie vor und nach einer Veranstaltung. Gerne können auch weitere Termine vereinbart werden, einfach eine mail an kontakt@romno.de oder telefonisch nachfragen unter 0441 – 30 43 56 44

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»Wie wir lernen, Kämpfe zu gewinnen« ‑Strategien für Aktivist*innen https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/10/28/wie-wir-lernen-kaempfe-zu-gewinnen-strategien-fuer-aktivistinnen/ Mon, 28 Oct 2019 09:40:12 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4274 [...]]]> Vierteilige Livestream-Vortragsreihe mit Diskussion: Vom 29. Oktober bis zum 26. November finden dienstags von 18 bis 20 Uhr vier Vortragssitzungen mit der Gewerkschafterin und Autorin Jane McAlevey statt. Die Sitzungen werden bundesweit unter anderem nach Oldenburg live übertragen und simultan auf deutsch übersetzt. Eine Anmeldung ist erwünscht.

»Tagtäglich fechten wir grundlegende Kämpfe aus: Kämpfe, um die menschengemachte Klimakatastrophe abzuwenden, für bessere Arbeitsbedingungen etwa bei Amazon und Ryanair, für bezahlbaren Wohnraum, für eine menschenwürdige und den Ansprüchen der Beschäftigten entsprechende Pflege oder auch für die Beantwortung sozialer Fragen jenseits von Nationalismus und Rassismus. Wir haben eine Welt zu gewinnen! Und doch bleibt eine Frage: wie gewinnen wir sie? Mit den „Global Lectures“ gibt Jane McAlevey einen vierteiligen Crashkurs zu Organisierungsmethoden, die helfen, unsere Kämpfe zu gewinnen. Bereits ihr gesamtes Leben ist Jane McAlevey als Organizerin tätig: an eine zehnjährige Erfahrung in der US-amerikanischen Umweltbewegung knüpfen sich 30 weitere Jahre für US-amerikanische Gewerkschaften. In ihren gewerkschaftlichen Organisierungskampagnen hat sie sich den Ruf erarbeitet, die härtesten Gegner*innen bezwingen zu können. Ihre gewonnenen Erkenntnisse hat sie nun wissenschaftlich aufbereitet und zu einem Organisierungskonzept verdichtet. In vier aufeinander aufbauenden Sitzungen wird Jane McAlevey die wesentlichen Elemente ihrer Organizing-Methoden vorstellen und aus ihrem reichhaltigen Schatz an konkreten Erfahrungen und praktischem Kampagnenwissen schöpfen. In ihrer Arbeit hat Jane McAlevey auch eine Vielzahl von Szenarien und interaktiven Übungen entwickelt, die in die Vorträge integriert werden.

Alle Sitzungen werden live und online auf Englisch und mit deutscher Simultan-Übersetzung übertragen. Die jeweiligen Sitzungen gliedern sich in einen Vortragsteil mit Powerpoint-Präsentation und anschließender moderierter Frage-Antwort-Runde, bei der die Teilnehmenden ihre Fragen direkt an Jane McAlevey stellen können. Die Veranstaltung richtet sich an Aktivist*innen aus den unterschiedlichsten politischen Bereichen mit Interesse an neuen Organisierungspraktiken und gezieltem Machtaufbau.

Die aufeinander aufbauenden Vorträge finden an folgenden Terminen, immer dienstags von 18 bis 20 Uhr bei ver.di in der Güterstr. 1, 26122 Oldenburg, statt:  29. Oktober, 12.November, 19.November und 26.November

Anmeldung unter: http://www.bw-verdi.de/mcalevey

Ausdrücklich ausgeschlossen von der Veranstaltung sind alle Personen, die in der Vergangenheit mit rassistischen, sexistischen, antisemitischen und anderen diskriminierenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, sowie Mitglieder entsprechender Parteien oder Organisationen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor, in diesem Fall von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.«

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Oldenburger*innen demonstrieren gegen den türkischen Angriffskrieg https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/10/26/oldenburgerinnen-demonstrieren-gegen-den-tuerkischen-angriffskrieg/ Sat, 26 Oct 2019 18:40:38 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4258 [...]]]> Am Samstag Vormittag demonstrierten in Oldenburg um die 600 Menschen lautstark gegen den Krieg der Türkei gegen die Kurd*innen in Nordsyrien. Um elf Uhr sammelten sich die Demonstrant*innen auf dem Bahnhofsvorplatz. „Warum verstehen sie nicht, dass Krieg keine Lösung ist?“, fragte eine Kommandantin der kurdischen Selbstverteidigungseinheit YPG. Ihre Rede wurde live aus Rojava übertragen. Die Hoffnung der Kurd*innen auf Demokratie sei enttäuscht worden. Jetzt brauche es einen international abgesicherten Schutz für Christ*innen und Jesid*innen in Syrien. Alle Menschen sollten dort in Frieden und Sicherheit leben können.

Nach einer Schweigeminute für die getöteten Zivilist*innen und gefallenen Kämpfer*innen in Syrien setzte sich der Demonstrationszug Richtung Lappan in Bewegung. Über den Pferdemarkt ging es weiter durch die Peterstraße zum Julius-Mosen-Platz und von dort aus zum Schlossplatz. Die Demonstrant*innen trugen Transparente mit Aufschriften wie „Frieden für Rojava und Syrien. Nein zum Krieg“, „Solidarität mit Rojava“ und „Genozid an Kurden. Ein Verbrechen gegen Menschlichkeit“. Es wehten viele Fahnen der YPG und von Rojava in Gelb, Rot, Grün. Sprechchöre wie „Terrorist Erdogan“, „Kindermörder Erdogan“ und „Alle Besetzer raus aus Kurdistan“ hallten laut durch die Straßen.

Während der Demonstration gab es einige Redebeiträge, unter anderem vom Yezidischen Forum Oldenburg, dem Verein Städtefreundschaft Oldenburg – Efrîn und einem Schulprojekt für Kobanê. Auf dem Julius-Mosen-Platz sprachen Vertreter*innen der Seebrücke und des Klimakollektivs. Auch Schüler*innen von Fridays for Future erklärten den Kurd*innen ihre Solidarität. Die Seebrücke forderte ein Ende aller Waffenlieferungen und „deutsche Panzer raus aus Rojava“.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz positionierten sich auch die Oldenburger Parteien Die Linke, SPD und Grüne sowie die Jusos. Alle forderten klare Sanktionen gegen die Türkei und ein Ende der deutschen Waffenlieferungen. Die Linke erklärte, die Türkei gehöre eigentlich aus der NATO ausgeschlossen. Die Grünen zeigten sich bestürzt und entrüstet, dass die demokratische Selbstverwaltung beseitigt, die Infrastruktur zerstört und die Bevölkerung vertrieben worden sei. Die SPD forderte zudem, die kurdische Autonomie und demokratische Selbstverwaltung anzuerkennen.

Vor rund drei Wochen, am 09. Oktober, marschierte die türkische Armee in Nordsyrien ein. Erklärtes Ziel Erdogans: eine „Sicherheitszone“ in Nordsyrien zu errichten. Es ist eine Offensive gegen die dort lebenden Kurd*innen. Es kam zu erbitterten Gefechten und hunderten Toten. Hunderttausende sind auf der Flucht. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages stuft den Angriffskrieg als Verstoß gegen das Völkerrecht ein.

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Samstag: Bündnisdemo gegen den Angriffskrieg der Türkei https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/10/21/samstag-buendnisdemo-gegen-den-angriffskrieg-der-tuerkei/ Mon, 21 Oct 2019 18:17:09 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4251 [...]]]> Hier dokumentieren wir den Aufruf des Vereins Städtefreundschaft Oldenburg-Êfrin zur Bündnisdemonstration, die am Samstag, 26.10.2019 um 11 Uhr vor dem Oldenburger Bahnhof beginnt.

»Am 09. Oktober 2019 hat die türkische Armee in Koordination mit einem Verbund islamistischer Milizen den vom Präsidenten Erdogan lange und öffentlich angedrohten Angriffskrieg gegen die demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (Rojava) begonnen. Die Invasion umfasst einen breit angelegten Artillerieangriff gegen alle an der Grenze Nordsyriens gelegenen Städte und Dörfer. Sie werden begleitet von gezielten Luftangriffen gegen zivile Ziele und Einrichtungen der Infrastruktur zur Vertreibung der Bevölkerung. Zurzeit sind vor allem die Städte Girê Spî (Tal Abyad) und Serêkaniyê (Ras al Ain) von den Angriffen betroffen.

Bereits nach 4 Tagen dieses dritten und umfassendsten völkerrechtswidrigen Angriffs auf die Region wurden an verschiedenen Orten gezielt Einrichtungen zur Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung wie Krankenhäuser und ein Weizensilo sowie die Strom- und Wasserversorgung zerstört. Nach UN-Schätzungen sind derzeit 160 000 Menschen auf der Flucht. Erst im März dieses Jahres haben die Selbstverteidigungskräfte der Region (SDF einschl. YPG und YPJ) ) den militärischen Sieg über den sogenannten Islamischen Staat (IS) errungen.

Elftausend mehrheitlich kurdische Kämpfer*innen fielen im Kampf für diese Befreiung, die uns allen galt. Seitdem befinden sich Zehntausende hochradikalisierte IS-Kämpfer und ihre Familien in überfüllten Gefängnissen und Camps in der Region. Deren Kontrolle wird allein den Kräften der Selbstverwaltung überlassen. Bei einer Fortdauer des türkischen Angriffs kann dieser Schutz nicht mehr gewährleistet werden und ein neues Erstarken des islamistischen Terrors hat schon jetzt begonnen. Die Hinrichtung der kurdischen Politikerin Havrin Khalaf durch eine dschihadistische Miliz am 12. Oktober wurde von der AKP-nahen Presse in der Türkei als »erfolgreiche Operation« bezeichnet.

Beim gezielten Angriff auf einen zivilen Konvoi nach Sêrekaniyê am 13. Oktober wurden 11 Zivilist*innen getötet und 74 verletzt. Nach einem ebenso gezielten Angriff auf die Wachposten des Camps Ain Issa konnten 795 Anhängerinnen des sog. IS fliehen. Das alles sind Hinweise darauf, welche Schrecken in der Region noch zu befürchten sind. Eine humanitäre und politische Katastrophe steht bevor, wenn dieser Krieg nicht sofort gestoppt wird.

Wir rufen alle Menschen auf, mit uns gemeinsam die Stimme zu erheben und die uns zur Verfügung stehenden Mittel des Protestes zu nutzen.

Wir fordern
– die Einrichtung einer Flugverbotszone über Nord- und Ostsyrien
– einen sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen sowie der militärischen und politischen Unterstützung der Türkei
– die Nutzung aller diplomatischen Mittel zur Beendigung des Krieges und zur Organisierung von Friedensverhandlungen, in die die politische Vertretung der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien einbezogen ist.
– die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs zur Verurteilung aller islamistischen Gewalttäter

Beteiligt euch an der Demonstration am 26. Oktober in Oldenburg! «

Informationen: Bereits Anfang 2018 marschierte die Türkei in der Region Êfrin ein, dazu eine Monitor-Sendung vom 02.02.2018.

Und über die Suchfunktion der Oldenburger Rundschau findet Ihr frühere Beiträge des Vereins Städtefreundschaft Oldenburg-Êfrin.


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Veranstaltungsreihe und Ausstellung – »Offenes Gedenken« https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/10/16/veranstaltungsreihe-und-ausstellung-offenes-gedenken/ Wed, 16 Oct 2019 17:30:51 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4231 [...]]]> Vom 18.10 bis 8.12.19 wird im Anna-Schwarz RomnoKher-Oldenburg e.V die Ausstellung OFFENES GEDENKEN – Das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen und späterer Vernichtungsort Uckermark zu sehen sein.

Die Ausstellung wurde von der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. konzipiert. Die Initiative beschreibt die eigene Arbeit als „Offenes Gedenken“, ein kritisches, aktives, antifaschistisches und feministisch motiviertes Gedenken.

Die Ausstellung von der Initiative für einen Gedenkort macht die immer noch weitgehend unbekannte Geschichte dieses Ortes sichtbar. Dort wurden von 1942 bis 1945 Mädchen und junge Frauen, die überwiegend als ‚asozial‘ diskriminiert und verfolgt wurden, unter extrem schlechten Lebensbedingungen interniert, mussten Zwangsarbeit leisten und wurden gefoltert.

Es fanden außerdem kriminalbiologischen Untersuchungen des Rassenhygienischen Instituts im Jugendkonzentrationslager Uckermark statt. Solche Untersuchungen wurden von dem Institut seit 1936 durchgeführt und dienten der rassistischen Erfassung von Sinti und Roma. Sie bildeten die Grundlage für Sterilisationen und den Genozid an Sinti und Roma.

Als ‚asozial‘ oder später ‚gemeinschaftsfremd‘ galt, wer sich der Ordnung des nationalsozialistischen Staates nicht einfügen wollte – eine sehr wirkmächtige Kategorie innerhalb des NS-Ideologie, deren kontinuierliche diskriminierende Auswirkung sich bspw. durch weitere gesellschaftliche Ächtung der Betroffenen sowie eine fehlende offizielle Anerkennung nach 1945 zeigt.

Von Januar 1945 bis zur Befreiung am 30.4.1945 wurde ein Teil des Lagers zu einem Vernichtungsort für Frauen aus dem benachbarten Konzentrationslager Ravensbrück sowie anderer Konzentrationslager.

Veranstaltungsreihe

  • 18.10. 19.00 Eröffnung
    …das nannte man unsozial
    Das Mädchenkonzentrationslager, 20 min
    Musik: Sinti Swing Oldenburg
  • 23.10. 19.00 Film
    zugang erwünscht
    uckermark, die entwicklung eines gedenkortes 50 min
  • 06.11. 19.00 Film
    …dass das heute noch immer so ist
    Kontinuitäten der Ausgrenzung, 60 min
  • 20.11. 19.00 Film
    Aber man kann des gar net so sagen, wie’s wirklich war…
    Die Sintezza Sophie Wittich berichtet über ihre Haft in Auschwitz und Ravensbrück, Regie: Loretta Walz, 30 min
  • 04.12. 19.00 Film
    Es steht mir zu, zu leben
    Esther Bejarano berichtet über ihre Haft in Auschwitz und Ravensbrück, Regie: Loretta Walz, 30 min
  • 8.12. 11.30 Vortrag und Diskussion
    Kontinuitäten nach 1945 und Offenes Gedenken
    Referentinnen der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. (HH) berichten und laden zur Diskussion ein

Ort: Anna-Schwarz RomnoKher, Stedinger Straße 45a, 26135 Oldenburg

Das Anna-Schwarz RomnoKher, Oldenburger Kulturzentrum von Sinti und Roma organisiert in Zusammenarbeit mit dem FEMREF, Feministisches Referat des AStA der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und einigen interessierten Personen diese Veranstaltungsreihe in den Räumen des Vereins. Vom 18.10 – 08.12.2019 wird die Ausstellung im Anna-Schwarz RomnoKher-Oldenburg e.V. zu sehen sein.

Samstags von 12 – 16 Uhr sowie im Zeitraum von einer Stunde vor bis ca. zwei Stunden nach einer Veranstaltung. Jeden 2. Mittwoch wird um 19 Uhr ein Film gezeigt.

Besichtigungen der Ausstellung zu weiteren Zeiten: kontakt@romno.de oder 0441- 30 43 56 44.

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Nö! Theater: »Die vergessene Revolution« https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/10/15/noe-theater-die-vergessene-revolution/ Tue, 15 Oct 2019 20:18:08 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4240 [...]]]> An diesem Sonntag, dem 20. Oktober, gastiert das Stück »Die vergessene Revolution« im Alhambra. Dabei handelt es sich um eine aktuelle Produktion des nö theaters in Koproduktion mit dem Theater Tiefrot, dem Polittbüro Hamburg und der Theaterakademie Köln.

»1918 – Eine Revolution. In Deutschland. Und erfolgreich. Im November beendeten die Revolutionär*innen den Weltkrieg, verjagten den Kaiser, stürzten das System, erkämpften die Demokratie und das Frauenwahlrecht. Sie entwickelten zahlreiche gesellschaftliche Alternativen und Utopien. Doch die Revolution wurde verraten, brutal erstickt und hundert Jahre später ist sie fast vollständig vergessen. Selbst im Jubiläumsjahr wird ein mögliches Gedenken von den Jahrestagen Karl Marx‘ und der 68er Bewegung überlagert. Das nö theater nimmt den Karabiner in die Hand, wendet sich diesem blinden Fleck der Geschichte zu, sucht nach Ursachen, offenen Wunden und versucht in einem flammenden Plädoyer die Revolution dem Vergessen zu entreißen. Ein dokumentarisches Theaterstück über eine Geschichte zwischen zwei Weltkriegen, die sanft beginnt und mit Blut überzogen wird.«

Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Infoveranstaltung mit Aktivist*innen von »We Don’t Shut Up« https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/10/14/infoveranstaltung-mit-aktivistinnen-von-we-dont-shut-up/ Mon, 14 Oct 2019 17:13:10 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4226 [...]]]>

Am 15.11.2017 besetzten Aktivist*innen frühmorgens Bagger und Förderbänder des Braunkohlekraftwerks Weisweiler, blockierten dort mit technischen Hilfsmitteln über mehrere Stunden die Kohlezufuhr und erzwangen das beinahe vollständige Abschalten des Kraftwerks.

Inzwischen haben einige Aktivistinnen Post bekommen. Ihnen wird Störung öffentlicher Betriebe, Widerstand und Hausfriedensbruch vorgeworfen. Neben diesen strafrechtlichen Vorwürfen fordert RWE zum ersten Mal im ganz großen Stil Schadensersatz von den Aktivistinnen ein – zwei Millionen Euro.
Ein Journalist, der die Aktion begleitete, ist ebenfalls von der Schadensersatzklage betroffen. Ihm wird damit die journalistische Tätigkeit abgesprochen.

Die Veranstaltung mit Aktivist*innen der Kampagne findet am 21.10.19 um 18 Uhr im Raum A01 0–009 der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt.

Weitere Infos auf http://wedontshutup.org.

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»Das war der Gipfel« https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/08/23/das-war-der-gipfel/ Fri, 23 Aug 2019 19:41:24 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=4211 [...]]]> Sommer 2017: Das Gipfeltreffen der G20 Staaten in Hamburg bestimmt die Schlagzeilen und spaltet die öffentliche Meinung. Auf den Straßen trifft der größte Polizeieinsatz der Stadtgeschichte auf vielfältigen, lauten, entschlossenen Protest aus aller Welt.

Auch in Oldenburg haben viele Menschen im Vorfeld mit kritischen Veranstaltungen über die katastrophale Politik der G20 Staaten informiert und dann anschließend in Hamburg ihren Widerspruch gegen diese Politik mit unterschiedlichen Aktionen auf die Straße getragen.

Das Buch „Das war der Gipfel“ ist die bislang umfassendste und mit zahlreichen Fotos illustrierte Chronik jener Tage, geschrieben von den Aktivist*innen der Protestaktionen selbst.

Mit einer kleinen Lesung und anschließenden Diskussion werden am 05. September ab 19.00 Uhr im Alhambra in Oldenburg Schlaglichter auf den bunten Protest im Sommer 2017 geworfen. Wie kann eine linksradikale, praktische Politik für eine gerechtere und solidarische Welt aussehen? Die Veranstaltung soll dazu beitragen, Ideen und Vorstellungen für gemeinsame zukünftige Aktionen zu entwickeln.

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