Oldenburger Rundschau https://www.oldenburger-rundschau.de Thu, 17 Jan 2019 18:09:39 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.9 https://www.oldenburger-rundschau.de/wp-content/uploads/2016/04/cropped-OlRu-32x32.png Oldenburger Rundschau https://www.oldenburger-rundschau.de 32 32 Die Kurden – Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/01/17/die-kurden-ein-volk-zwischen-unterdrueckung-und-rebellion/ Thu, 17 Jan 2019 18:09:39 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3842 [...]]]> Am kommenden Samstag, 19. Januar 2019, gibt es um 18.00 Uhr im PFL die Präsentation des Buches »Die Kurden – Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion« und eine anschließende Diskussion mit den Autoren Kerem Schamberger und Michael Meyer.

Die Kurd*innen sind das größte staatenlose Volk der Welt. Mit insgesamt mehr als 30 Millionen Menschen gelten sie rechtlich auch bei uns als Türk*innen, Syrer*innen, Iraner*innen oder Iraker*innen, weil sie einen entsprechenden Pass haben. Dieses Buch handelt von Menschen, die die kurdische Frage in Deutschland stellen – weil sie selbst Kurd*innen sind, weil sie sich den Kurd*innen verbunden fühlen, weil sie wissen, dass es weder in der Türkei noch in den anderen Staaten der Region so etwas wie Demokratie geben kann, wenn ein ganzes Volk unterdrückt, ausgegrenzt und entrechtet wird. Wer weiß um den Krieg, den die Regierung in Ankara seit 2015 gegen die Kurd*innen führt? Wer erinnert sich an die Repressionen in den 1990er Jahren? Kerem Schamberger und Michael Meyen zeigen, dass die Verfolgung der Kurd*innen in der Gründungsgeschichte der Türkei wurzelt und dass Ankara diesen Krieg führen kann, weil die Weltöffentlichkeit wegschaut.

Kerem Schamberger ist politischer Berichterstatter und Kommunikationswissenschaftler an der LMU München. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Situation der Kurd*innen. Michael Meyen ist Professor an der LMU München und analysiert die Welt der Massenmedien.

Eine Veranstaltung der Oldenburger Regionalgruppe Attac in Kooperation mit dem Oldenburger Friedensbündnis, dem kurdischen Dachverband NAV DEM, dem Verein Städtefreundschaft Oldenburg-Efrîn und dem Verein »marxistische linke«.

 

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Die Novemberrevolution 1918/19… https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/01/11/die-novemberrevolution-1918-19/ Fri, 11 Jan 2019 00:19:57 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3838 [...]]]> … und der 100. Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und vieler Namenloser. Vortrag von Klaus Thörner am Montag, 14. Januar 2019 um 19.30 Uhr im Alhambra:

„In jeder Epoche muss versucht werden, die Überlieferung vom neuem dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu überwältigen. (…) Nur dem Geschichtsschreiber wohnt die Gabe bei, im Vergangenen den Funken der Hoffnung anzufachen, der davon durchdrungen ist; auch die Toten werden vor dem Feind, wenn er siegt, nicht sicher sein. Und dieser Feind hat zu siegen nicht aufgehört.“
Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte

Anfang November 1918 rebellierten Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel dagegen, weiter als Kanonenfutter der deutschen Kriegsherren zu dienen. Gemeinsam mit Zivilisten bildeten sie Arbeiter- und Soldatenräte und trugen entscheidend zum Sturz der deutschen Monarchie und zum Ende des Ersten Weltkrieges bei. Ihr Aufstand markierte den Beginn der Novemberrevolution, die sich von Norddeutschland auf das ganze Land ausbreitete. Doch die Konterrevolution schlug brutal zurück. Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die als Initiatoren und Sprecher der Spartakusgruppe die Revolution mittrugen, in Berlin ermordet. Bis zur endgültigen Niederschlagung der Revolution töteten Mitglieder faschistoider Freikorps mehr als 1000 in der Geschichtsschreibung zumeist namenlose Revolutionäre und Unbeteiligte. Was waren die Ziele der Novemberrevolution? Welche Lehren kann die undogmatische, radikale Linke heute aus den Programmen und den Organisationsformen, aber auch aus den Fehlern der Revolution ziehen? Und welche Rolle spielte die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) bei der Niederschlagung der Revolution? Diese Fragen sollen im Vortrag angesprochen und in der Diskussion vertieft werden.

Eine Veranstaltung der Gruppe Sachor-für eine geschichtsbewußte Pädagogik nach Auschwitz und der Antifa Elf

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Dringender Aufruf zur Solidarität mit Nordsyrien/Rojava https://www.oldenburger-rundschau.de/2019/01/10/dringender-aufruf-zur-solidaritaet-mit-nordsyrien-rojava/ Thu, 10 Jan 2019 21:26:58 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3832 [...]]]> Wir dokumentieren im folgenden einen Aufruf der Vereins Städtefreundschaft Oldenburg-Èfrin:

» Es scheint wohl kaum noch eine Frage, ob, sondern eher wann, wie und wo zuerst der grundlegende Angriff auf die Demokratische Föderation Nordsyrien/Rojava beginnen wird. Im Dezember kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan an, in kürzester Zeit eine Militäroffensive gegen die Selbstverwaltungsgebiete in Nordsyrien zu starten, am 17.12.18 erklärte er die Vorbereitungen der türkischen Armee für abgeschlossen. Die Autonomieverwaltung von Nordostsyrien hat zur Mobilmachung aufgerufen, in den Städten und Vierteln wird der Widerstand organisiert. Während dessen laufen intensive diplomatische Kontakte zwischen den regionalen und Großmächten, der US-Präsident hat den Abzug seiner Truppen angekündigt.

Die völkerrechtswidrige Besatzung Afrins durch die türkische Armee und die mit ihr verbündeten islamistischen Milizen Anfang dieses Jahres hat gezeigt, was zu erwarten ist. Bis zum Jahresbeginn 2018 gehörte Afrin zu den ruhigsten Gebieten Syriens. Mit der türkischen Besatzung mussten auch dort hunderttausende Menschen fliehen, die Zurückgebliebenen erleben seitdem tagtäglich Unterwerfung und Zerstörung, Entführungen, Folter, Vergewaltigung und Mord, Zwangsislamisierung und Enteignung. Die Staatsregierungen der Welt sehen zu, hier in Deutschland wird der verantwortliche türkische Präsident auf dem roten Teppich empfangen.

Auch die jetzt vorbereitete Groß- Invasion gegen die Föderation Nordsyrien/Rojava kann nur mit internationaler Unterstützung, unter anderem aus Berlin, realisiert werden. Es waren deutsche Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, mit denen türkische Soldaten in Afrin einmarschiert sind. Es war die politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara ermutigte, einen derartigen Völkerrechtsbruch zu begehen. Weil Deutschland auch im Falle einer weiteren Intervention in Nordsyrien indirekt eine Kriegspartei wäre, müssen wir hier umgehend Protest organisieren und ihn auf die Straße tragen.

Das demokratische Projekt Nordsyrien/Rojava wurde unter größten Anstrengungen und schweren Opfern seit 2012 aufgebaut und verteidigt. Die Revolution im Norden Syriens hat uns gezeigt, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt jenseits von Nationalismus, religiösem Sektierertum und Chauvinismus, eine Revolution, in der Frauen ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen und wo autonome Frauenorganisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen stattfindet.

Während Kobanê vom sog. Islamischen Staat (IS) belagert und Afrin von der türkischen Armee angegriffen und besetzt wurde, sind in Europa und auf der ganzen Welt Hunderttausende auf die Straße gegangen, um diese Werte und die Revolution zu verteidigen.

Heute rufen wir erneut auf: alle, die Solidaritätsprojekte für Rojava unterstützen; alle, die nicht zusehen wollen, wie die Bundesregierung sich erneut zum Komplizen einer völkerrechtswidrigen Besatzung macht; alle, für die Rojava in den letzten Jahren zur Hoffnung und Inspiration wurde.

Informiert euch über die aktuelle Situation in Nordsyrien/Rojava und beteiligt euch an der Planung von Solidaritätsaktionen und von Protesten gegen eine drohende türkische Invasion!

Kommt am Montag, den 14. Januar um 19.00 Uhr zur Versammlung im KinOLaden, Wallstraße 24

Verein Städtefreundschaft Oldenburg-Efrîn «

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Hungerstreik gegen die Isolation Abdullah Öcalans – Demo in Oldenburg https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/12/21/hungerstreik-gegen-die-isolation-abdullah-oecalans-demo-in-oldenburg/ Fri, 21 Dec 2018 19:41:11 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3821 [...]]]> Seit dem letzten Wochenende befinden sich in Straßburg 15 Vertreter*innen des „Demokratischen Gesellschaftskongress der Kurd*innen in Europa« (KCDK-E) in einem unbefristeten Hungerstreik, um auf die jetzt bereits dreijährige Totalisolation von Abdullah Öcalan auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali aufmerksam zu machen und seine Freilassung und kurzfristig die Aufhebung der Totalisolation zu fordern.

„Als Mitglieder der Initiative „Freiheit für Öcalan“ erklären wir der internationalen Öffentlichkeit, ab heute in einen unbefristeten Hungerstreik zu treten, um die Isolation Abdullah Öcalans, dem Repräsentanten des kurdischen Volkes und der Völker des Mittleren Ostens sowie dem Freund aller Unterdrückten, zu beenden.“ (Aus der Erklärung der Hungerstreikenden)

Bereits seit über 40 Tagen befindet sich die kurdische Politikerin Leyla Güven im Hungerstreik, um auf die menschenrechtsverletzende Situation von Öcalan hinzuweisen. Ihr haben sich in der Zwischenzeit weitere kurdische Gefangene in türkischen Gefängnissen angeschlossen und es werden sich weitere anschließen.
Diese Aktionen und ihre Forderung nach Freilassung von Abdullah Öcalan werden in den Medien weitestgehend verschwiegen.
Deshalb wendet sich der Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) und der Verband der Studierenden Frauen aus Kurdistan (JXK) mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, um das Schweigen zu durchbrechen.
Dieser Aufruf ist hier dokumentiert.

Am Samstag, den 22.12. gibt es in Oldenburg eine Unterstützer*innendemonstration. Sie beginnt um 14.00 Uhr am Bahnhof.

Gleichzeitig wird in der Innenstadt vom Verein »Städtefreundschaft Oldenburg/Afrin« über den Hungerstreik und die aktuelle Situation im Kanton Afrin (Syrien) informiert.

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Podiumsdiskussion: »Fair statt prekär an der Uni?« https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/12/02/podiumsdiskussion-fair-statt-prekaer-an-der-uni/ Sun, 02 Dec 2018 18:04:27 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3814 [...]]]> Am 04.12., um 18.30 Uhr wird im BIS-Saal der Uni Oldenburg eine Podiumsdiskussion zur Beschäftigungssituation im universitären Mittelbau geben. Gäste werden  unter anderem niedersächsische Landtagsabgeordnete von SPD und CDU, Gewerkschaften, der Vizepräsident der Universitätsverwaltung und Universitätsangestellte sein.

Die Zahlen der wissenschaftlich Beschäftigten verdeutlichen es: neben den gut 200 Professor*innen an der Uni Oldenburg lehren und forschen 1.300 wissenschaftliche Mitarbeiter*innen – und bilden damit das Rückgrat der Wissenschaftsarbeit dieser Uni. Während Professor*innen jedoch unbefristete Beamtenstellen mit weitgehenden wissenschaftlichen Freiheiten bekleiden, befinden sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen zu 82% auf befristeten Stellen, leisten aber vielfach Daueraufgaben in Forschung und Lehre.

Seit den 1990er Jahren wurden unbefristete Stellen des akademischen Mittelbaus massiv abgebaut. Die verbliebenen unbefristeten Stellen werden zunehmend in den Bereich der „Lehrkräfte für besondere Aufgaben“ verlagert. Diese sind mit einem häufig nicht im vorgegebenen Stundenumfang zu bewältigenden hohen Lehrdeputat verbunden, wodurch die klassische Einheit von Forschung und Lehre in Frage gestellt ist. Die Befristung hängt auch – aber keinesfalls nur – damit zusammen, dass ein wesentlicher Teil der Finanzierung der Hochschulen aus Dritt- und Sondermitteln besteht. Im Koalitionsvertrag der niedersächsischen Landesregierung heißt es: „SPD und CDU wollen die Programmmittel in die Grundfinanzierung überführen, um u.a. Karrierewege verlässlicher zu gestalten und Betreuungsverhältnisse zu verbessern. Die Koalition will die Zuweisung der Grundfinanzierung aufstocken, insbesondere für Hochschulen, die im Bereich der Lehre überproportionale Leistungen erbringen.“

Doch was passiert tatsächlich, um die prekäre Beschäftigungssituation im Mittelbau zu begrenzen, und was müsste wirklich passieren? Darüber wollen wir u.a. mit Vertreter*innen der Regierungsfraktionen diskutieren.

Die Podiumsdiskussion wird von der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften, in Kooperation mit der Mittelbauinitiative und der Betriebsgruppe ver.di der Uni Oldenburg, veranstaltet.

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»Der bittere Beigeschmack unserer Weihnachtsschokolade« https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/12/02/der-bittere-beigeschmack-unserer-weihnachtsschokolade/ Sun, 02 Dec 2018 14:00:04 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3810 [...]]]> Pünktlich zur Adventszeit, am 04.12. um 19:00 Uhr, sind die Kakaobäuerin Elizabeth Osei Agyei und die NGO-Referentin Sandra Kwabea Sarkwah aus Ghana auf Einladung von INKOTA zu Gast im PFL. Denn während sich bei uns die Weihnachtsschokolade in den Supermarktregalen stapelt, leiden Kakaobauernfamilien unter niedrigen Kakaopreisen:

Auf ihrer Rundreise mit Station in Berlin, Oldenburg, Tübingen und Speyer schildern unsere beiden Gäste aus Ghana die bittere Seite der süßen Schokoladenköstlichkeiten. Sie wissen aus eigener Anschauung, was eine Studie kürzlich bestätigte: Das Einkommen einer typischen Kakaobauernfamilie in Ghana müsste sich in etwa verdoppeln, um existenzsichernd zu sein. Selbst Fairtrade-zertifizierte Bauern leben häufig unterhalb der Armutsgrenze.

Die Existenz von einer Millionen Kakaobäuer*innen – und ihren Familien – hängt in Ghana am Kakao

Noch immer gehören Hunger, Armut und Kinderarbeit zum Alltag auf den Kakaoplantagen in Westafrika. Auf kleinen Flächen bauen die Menschen dort in mühsamer Handarbeit den Rohstoff für unsere Schokolade an. Von einem Euro, den ein Schoko- Weihnachtsmann bei uns kostet, erhalten sie gerade einmal sechs Cent.

ELIZABETH OSEI AGYEI (41) ist Kakaobäuerin aus Asamankese in der Eastern Region von Ghana. Sie ist Mitglied der größten ghanaischen Kakaokooperative Kuapa Kokoo. Bei den Veranstaltungen wird sie aus erster Hand über den Alltag von Kakaobäuerinnen und -bauern berichten und insbesondere einen Einblick in die Situation von Frauen im Kakaosektor geben.

SANDRA KWABEA SARKWAH (30) ist Projektkoordinatorin bei der Nichtregierungsorganisation SEND-Ghana. Die INKOTA-Partnerorganisation unterstützt Kakaobauernorganisationen dabei, ihre Rechte gegenüber der ghanaischen Regierung und der Schokoladenindustrie einzufordern. Bei den Veranstaltungen wird sie über die Arbeit von SEND berichten und einen kritischen Blick auf die ghanaische Kakaopolitik werfen.

Die Referent*innen berichten darüber, was sich in der ghanaischen Kakaopolitik ändern muss, welche Verantwortung die Schokoladenindustrie trägt und welchen Beitrag Verbraucher*innen und die Politik in Deutschland leisten können, um die Situation der Bäuer*innen zu verbessern.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit Brot für die Welt Oldenburg, der Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe, der Klima-Allianz Oldenburg und dem Ökumenischen Zentrum Oldenburg (ÖZO) angeboten.

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Film und Gespräch: »Der marktgerechte Patient« https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/12/01/film-und-gespraech-der-marktgerechte-patient/ Sat, 01 Dec 2018 14:55:08 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3784 [...]]]> Am nächsten Donnerstag, 6. Dezember um 19.30 Uhr zeigt die Gruppe »Filmriss« den Film »Der marktgerechte Patient« im PFL. Im Folgenden dokumentieren wir den Veranstaltungsflyer:

»Viele unserer heutigen Krankenhäuser wurden in den 1960er bis -90er Jahren errichtet. Ziel war es damals, dem Sozialstaatsgebot entsprechend eine hochwertige Gesundheitsversorgung in der Fläche zu gewährleisten. Dabei war es gesellschaftlicher Konsens, dass politisch Verantwortliche ihrer Verpflichtung zur Daseinsvorsorge nachkommen, dass die Kliniken eine soziale Funktion haben und nicht dem Markt unterworfen sind. Erbaut und erhalten wurden sie mit Steuergeldern. Die Behandlung der Patient*innen bezahlten die gesetzlichen Krankenkassen nach dem Prinzip der Selbstkostendeckung.

Notaufnahme Klinikum München

»Krank aus der Klinik« – so oder ähnlich lauten die Titel zahlloser alarmierender Berichte aus deutschen Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sogenannte Fallpauschalen (englisch: DRGs – Diagnosis Related Groups). Nach ihr hat jede diagnostizierbare Krankheit einen prinzipiell fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten die Patient*innen schnell abfertigt, macht Gewinn; wer sich auf die Patient*innen einlässt, macht Verlust.

Die Einführung der Fallpauschalen war der entscheidende Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser, die bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurden. Wirtschaftsberater durchforsten seitdem jede Abteilung und prüfen, ob Vorgänge nicht mit noch weniger Personal bewältigt werden können. Die Frage ist nicht mehr: Was brauchen die Patient*innen? Sondern: Was bringen sie uns? Viele Ärzt*innen und Pfleger*innen können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden.

Leslie Franke und Herdolor Lorenz haben sich mit Mediziner*innen, Pflegepersonal und Patient*innen getroffen, mit Krankenhausmanager*innen und Gesundheitsaktivist*innen. Auf der Basis einer scharfen Ursachenanalyse liefert ihr Film Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patient*innen und Beschäftigte einsetzen wollen.

»Das Geld ist immer im Hintergrund aller Entscheidungen. Man tut etwas, um die Kosten zu reduzieren oder man tut etwas, um mehr Erlöse, mehr Einnahmen für das Krankenhaus zu generieren. Das Krankenhaus wird geführt wie eine Fabrik. Maximaler Output, minimaler Aufwand, schneller, und der Patient wird zum Werkstück, die Abläufe werden industriell strukturiert, der Patient  wird vorne eingefüllt und kommt hinten raus, und zwar bitte ein bisschen schneller. Geht das nicht einen Tag schneller?« Dr. Peter Hoffman, Oberarzt für Anästhesie

Zu Gast in Oldenburg: Nicole Verlage

Nicole Verlage ist ver.di Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, zuständig für Krankenhäuser und psychiatrische Einrichtungen. Seit Mitte der 90er war plötzlich von einer Kostenexplosion des Gesundheitswesens die Rede. Dabei hätte es die eigentlich nie gegeben, wendet der Chirurg und Sachbuchautor Dr. Hontschik ein. Er sieht hinter diesem Märchen die Absicht, das solidarische Gesundheitssystem zu zerstören, um daraus ein Wirtschaftssystem zu machen, welches man dem freien Markt überlassen kann. Eine Gesundheitswirtschaft, die dann besonders interessant wird für private Investor*innen. Wie sich der Staat immer mehr aus der Gesundheitsversorgung zurückzieht, sähe man schon an den  gesetzlich vorgeschriebenen Länderinvestitionen für die Krankenhäuser, die kaum ein Land erfüllt.

Kostendruck, Wettbewerb, Prozessorientierung, alles Worte an die sich die Beschäftigten im Gesundheits wesen gewöhnt haben. Das derzeitige System bietet Anreize, die zu Lasten der Kranken und der Beschäftigten in dieser Branche gehen. Gespräche, Zuwendung, das was Zeit kostet und nachweislich auch zur Heilung beiträgt, kann meist nicht kostendeckend abgerechnet werden.

Wie sieht es mit der Versorgung in der Region Oldenburg aus? Wie ist die Situation am Städtischen Klinikum angesichts drohender Spardiktate? Wie sieht es für die Beschäftigten aus? Nicole Verlage gibt einen kurzen Überblick aus der Sicht der Gewerkschaft.

Film: Donnerstag, 06. Dez., 19.30 Uhr Der marktgerechte Patient D 2018, 82 Min., Regie: Leslie Franke & Herdolor Lorenz «

 

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Kriminalstatistik zeigt: Häusliche Gewalt an Frauen ist kein Randphänomen https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/11/27/kriminalstatistik-zeigt-haeusliche-gewalt-an-frauen-ist-kein-randphaenomen/ Tue, 27 Nov 2018 10:14:29 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3793 [...]]]> Der 25.11. ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Nicht nur aus diesem Anlass ist dieses Thema hoch aktuell. Gewalt ist laut WHO eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen weltweit. Der Täter stammt dabei oft aus dem engen sozialen Umfeld. So erfährt jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt durch den eigenen Partner. Laut aktueller Polizeilicher Kriminalstatistik sind mehr als ein Drittel aller Straftaten, die 2017 in Deutschland gegen Frauen verübt wurden, ein Fall von Gewalt in der Partnerschaft. Bei häuslicher Gewalt sind Frauen in der deutlichen Mehrheit der Fälle die Opfer, 2017 waren es über 82 %. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in der Partnerschaft waren fast 100 % der Opfer weiblich, im Falle von Körperverletzung, Mord und Totschlag 81 %. Insgesamt wurden für 2017 rund 114.000 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen polizeilich dokumentiert, 141 davon verliefen tödlich. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.

Im Zusammenhang mit der Kriminalstatistik stellte Familienministerin Franziska Giffey klar, dass die Täter zu einem überwiegenden Teil „bio-deutsch“ sind. Dagegen streicht die AfD immer wieder die Gefahr von Übergriffen gegen deutsche Frauen von Migranten heraus und verliert dabei kein Wort über häusliche Gewalt. Alice Weidel sagte erst kürzlich in der Generaldebatte im Bundestag am 21.11.18: „Frauen und Mädchen können sich ja abends gar nicht mehr allein auf die Straße wagen – aus Furcht vor Übergriffen sogenannter Schutzsuchender.“ Ein Blick auf die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigt, dass Frauen auf der Straße wesentlich sicherer sind als in Gesellschaft ihrer guten deutschen Ehemänner. Betrachtet man die gesamte Zahl weiblicher Opfer häuslicher Gewalt, so wurden im letzten Jahr 30.130 Frauen von ihren Ehepartnern Gewalt angetan. Im Falle von vollendetem Mord und Totschlag war in 63 % der Fälle der eigene Ehepartner der Täter. Sollten die fragwürdigen Darstellungen der AfD weiter ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft finden, kann nicht davon ausgegangen werden, dass Frauen in Zukunft besser gegen häusliche Gewalt geschützt und Betroffene Unterstützung finden werden.

Sich gegen häusliche Gewalt zur Wehr zusetzen fällt ohnehin vielen schwer, gerade wenn der Täter aus dem direkten Umfeld stammt. Nur jedes fünfte Opfer suche laut Giffey Hilfe. Aber auch die Kapazitäten von Hilfsangeboten sind begrenzt. In Deutschland gibt es derzeit 350 Frauenhäuser und rund 600 Beratungsstellen. Das ist bei Weitem nicht genug. Laut Grünen-Chefin Annalena Baerbock fehlen bundesweit mindestens 4000 Plätze in Frauenhäusern. Immerhin soll im kommenden Jahr ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen eingeführt werden. Ziel ist dabei, den Ausbau von Frauenhäusern und anderen Beratungsangeboten zu unterstützen. Es bleibt abzuwarten, wie viel mit den 6,1 Millionen Euro im ersten und 35 Millionen Euro im zweiten Jahr tatsächlich erreicht werden kann.

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Seebrücke weiter in Aktion https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/11/23/seebruecke-weiter-in-aktion/ Fri, 23 Nov 2018 18:36:56 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3768 [...]]]> Nachdem die Seebrücke Oldenburg zuletzt anlässlich den AfD-Parteitages mit einer Spendenlauf insgesamt 1.384 Euro einsammeln konnten, werden bereits die nächsten Aktionen geplant. So wird der Totensonntag  genutzt, um an die Menschen zu erinnern, die auf der Flucht umgekommen sind (Lambertikirche/12.00 Uhr). Am 11.12.2018 wird in einer Podiumsdiskussion die Frage bewegt, ob Menschenrechte Grenzen haben sowie die Lage der Grenz- und Migrationspolitik von Europa, Deutschland und Oldenburg betrachtet.

Die bereits gesammelten Spenden werden nun der Gruppe Jugend rettet e.V. übergeben, damit diese für die Kosten aufkommen können, die durch die Verfolgung und Repression ihrer Mitglieder in Italien entstanden sind. Diese fuhren mit ihrem Schiff Iuventa als zivile Seenotrettung bis 2017 im Mittelmeer und retteten dort unzählige Menschenleben. Nachdem zunächst das Schiff im letzten Jahr von der italienischen Regierung festgesetzt wurde, folgte in diesem Jahr ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung gegen die Crewmitglieder. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe im mehrstelligen Millionenbetrag.

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Benefiz-Konzert für Kobanê https://www.oldenburger-rundschau.de/2018/11/22/benefiz-konzert-fuer-kobane/ Thu, 22 Nov 2018 16:06:36 +0000 https://www.oldenburger-rundschau.de/?p=3772 [...]]]> Die Oberschule Eversten und die IGS Helene-Lange-Schule Oldenburg unterstützen seit mehreren Jahren den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Schulen in Kobanê und Girê Spî in Nordsyrien. Mit zwei Schulen vor Ort wurden inzwischen Schulpartnerschaften gebildet, durch die ein direkter Austausch ermöglicht wird. Die Gebäude der Schulen konnten mit dem Erlös aus Spendenaktionen weitgehend restauriert werden. Die Innenausstattung, eine angemessene Versorgung mit Lehrmaterialien und vor allem die dringend notwendigen Hilfen zur psychischen Verarbeitung der Kriegserlebnisse durch die Schüler*innen und Lehrkräfte stellen alle Beteiligten jedoch weiterhin vor hohe Anforderungen. Insbesondere mit Angeboten im musikalischen und künstlerischen Bereich zeigen die Lehrkräfte den Schüler*innen Möglichkeiten auf, Erlebtes auszudrücken und ein Empfinden von Gemeinschaft, Sicherheit und Freude neu zu entwickeln. Eine große Bedeutung hat dabei auch die Solidarität von außen. Vor diesem Hintergrund möchten die Oberschule Eversten und die IGS Helene-Lange-Schule die Schulen in Kobanê und Girê Spî dabei unterstützen, den Kindern eine neue Bildungs- und Lebensperspektive aufzuzeigen. Mithilfe verschiedenster Kooperationspartner wurde eine Programm für ein Benefizkonzert zusammengestellt. Es musizieren der Chor der Kita-Kennedy-Kids (Kooperation mit der Musikschule der Stadt Oldenburg), das Streichquartett der Musikschule der Stadt Oldenburg, Schüler*innen der Musical-AG der OBS Eversten, Schüler*innen der IGS Helene-Lange-Schule, das Saxofonensemble der Musikschule der Stadt Oldenburg (Nufoxas), ein Trio mit Mustafa Acar, Holger Denckmann und Izabela Wielgomasz (Musikschule der Stadt Oldenburg /Türkisches Musikkonservatorium) sowie das Sinfonische Blasorchester Oldenburg e.V.

Das Konzert findet statt am Freitag, den 23.11.2018 von 16.00 – 18.30 Uhr im Forum der OBS Eversten. Einlass ist ab 15.30 Uhr mit Kaffee, Tee, Kuchen und Informationsständen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

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