Autokinofestival in Oldenburg

Seit über zwei Mona­ten gibt es in Olden­burg kei­ne Mög­lich­keit mehr ins Kino zu gehen. Also fast. Seit dem 21. Mai fin­det auf dem Park­platz der Weser-Ems-Hal­le das Auto­ki­no­fes­ti­val statt. Ver­ant­wort­lich dafür ist das Olden­bur­ger Pro­gramm­ki­no CineK, dass wie alle Kinos momen­tan geschlos­sen ist. Des­we­gen woll­ten das Team des Kino aber nicht völ­lig auf Kino ver­zich­ten. „Wir sind alle Kino­be­geis­ter­te Men­schen. Wir wol­len Kino machen, weil wir glau­ben, Kino macht etwas mit den Men­schen“ erklär­te etwa Mari­an­ne vom CineK. Und Kino­be­geis­tert sind schein­bar noch mehr Men­schen in Olden­burg. Fast alle Ver­an­stal­tun­gen sind aus­ver­kauft, ledig­lich für die letz­ten drei Aben­de gibt es noch Tickets. Für die Besucher*innen des Kinos ist es eine Unge­wöhn­li­che Situa­ti­on. Mit vie­len ande­ren Men­schen zusam­men einen Film schau­en, aber nur im eige­nen Auto zu sit­zen und fast nichts von den ande­ren mit­zu­be­kom­men. In jedem Auto dür­fen nur jeweils zwei Erwach­se­ne und belie­big vie­le Kin­der aus dem eige­nen Haus­halt sit­zen. Den­noch ist Begeis­te­rung bei vie­len Zuschauer*innen groß, ver­mut­lich auch, weil es für sie end­lich wie­der eine Mög­lich­keit ist „dem All­tag zu ent­flie­hen und Kul­tur zu erle­ben“ glaubt Mari­an­ne. Dem­entspre­chend posi­tiv sei­en die Rück­mel­dun­gen zu Men­schen.

Gleich­zei­tig macht das CineK das Auto­ki­no­fes­ti­val natür­lich nicht nur, weil sie das For­mat­ki­no so lie­ben, sie müs­sen auch in Coro­na Zei­ten eine Mög­lich­keit haben, etwas Geld zu ver­die­nen. Um all abend­lich etwa 200 Autos auf den Park­platz der Weser-Ems Hal­le zu locken, bie­ten sie eine Mischung aus Block­bus­ter Fil­men und CineK typi­schen Fil­men mit Anspruch an, hin­ter denen sie auch poli­tisch ste­hen. So kommt es, dass es kom­mer­zi­el­le erfolg­rei­che Film wie „Joker“ gibt, aber auch der Queer Mon­day mit dem bri­ti­schen Film „Pri­de“ fort­ge­setzt wird. „Wir haben schließ­lich auch einen Anspruch an uns und wol­len unser ori­gi­nä­res Pro­gramm zei­gen“, so Mari­an­ne vom CineK.

Fotos: Bon­nie Bar­tusch

Das Auto­ki­no­fes­ti­val läuft noch bis ein­schließ­lich Mitt­woch, wobei die­ser Tag beson­ders ist. Am soge­nann­ten „Soli­da­ri­ty Day“ will sich das CineK bedan­ken. Es gibt die Mög­lich­kei­ten Kino­ti­ckets für umsonst zu bestel­len, aber nicht für sich selbst, son­dern für eine ande­re Per­son. Damit soll an die­je­ni­gen Gedacht wer­den, die viel­leicht gera­de eine beson­ders schwe­re Zeit haben und einen Abend Pau­se gut gebrau­chen kön­nen. Soli­da­ri­tät soll dabei aber noch wei­ter gehen. Auch wenn die Tickets kos­ten­los sind, wird um eine Spen­de gebe­ten. Alles, was die Kos­ten für den Film­ver­leih und die Mie­te für den Platz über­steigt, wird an Medi­cio Inter­na­tio­nal gespen­det, auch das Team des CineK arbei­te­te an die­sem Abend ehren­amt­lich.

Nun ist das Auto­ki­no­fes­ti­val schon fast vor­bei, wann es wie­der regu­lä­res Kino im CineK geben kann, ist aller­dings noch unklar. Das Team hat schon ange­kün­digt, an wei­te­ren Kon­zep­ten zu arbei­ten, Kino anzu­bie­ten. Und bis es wie­der regu­lä­res Kino gibt, freu­en sich Mari­an­ne und der Rest des Team über alle, die Gut­schei­ne kau­fen oder Mit­glied im För­der­kreis des Kino wer­den, damit die Zukunft des Kinos auch nach der Coro­na Pan­de­mie wei­ter­hin gesi­chert ist.