#LeaveNoOneBehind Demo in Oldenburg

Am Sams­tag demons­trier­ten zum ers­ten Mal seit Beginn der Coro­na Schutz­maß­ah­men wie­der Men­schen in Olden­burg. Zuletzt gab es nur sta­tio­nä­re Kund­ge­bun­gen. Unter dem Mot­to #Lea­veNoOne­Be­hind demons­trier­ten im Rah­men eines bun­des­wei­ten Akti­ons­ta­ges über 160 Men­schen. Sie for­der­ten eine sofor­ti­ge Eva­ku­ie­rung aller Lager und eine dezen­tra­le Unter­brin­gen der Men­schen. Außer­dem tra­ten sie für siche­re Flucht­we­ge und eine Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von See­not­ret­tung ein.

Zu Beginn der Ver­samm­lung leg­ten die Betei­lig­ten auf dem Schloss­platz eine Schwei­ge­mi­nu­te ein, um an all die­je­ni­gen zu geden­ken, die beim Ver­such in Euro­pa ein neu­es Leben zu begin­nen, star­ben. Mit einem Brief aus dem Lager in Moria, Grie­chen­land, schil­der­te eine Per­son ihre Erfah­run­gen und Ängs­te, die den All­tag in sol­chen Camps uner­träg­lich machen. Gene­rel­ler Tenor der Demons­tra­ti­on war, dass die Situa­ti­on der Men­schen in den Lagern schon lan­ge schlimm/unerträglich ist, durch die Gefahr eine Coro­na Infek­ti­on aber noch ver­stärkt wird. Das gilt nicht nur für die Lager an der euro­päi­schen Außen­gren­ze, son­dern auch in Deutsch­land. Lager, wie etwa die Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in Blan­ken­burg Olden­burg, bie­ten kei­nen Schutz vor Infek­tio­nen. Men­schen leben dort auf engs­tem Raum und im schlimms­ten Fall wer­den sie durch Iso­la­ti­on noch stär­ker vom Rest der Gesell­schaft abge­schirmt, als jetzt schon. „Wenn hier jemand stirbt, bekommt es kei­ner mit“ wur­de etwa ein*e Bewohner*in aus Blan­ken­burg zitiert.

In wei­te­ren Rede­bei­trä­gen stell­te etwa das Kli­ma­kol­lek­tiv Olden­burg klar, dass auch unter Klimaschützer*innen Ras­sis­mus ein Pro­blem ist. So ver­tre­ten eini­ge bekann­te Pio­nie­re der Umwelt­schutz­be­we­gung in Deutsch­land, etwa der Green­peace Mit­grün­der und spä­te­re Sea She­pherd Vor­sit­zen­de Paul Wat­son, die ras­sis­ti­sche The­se der Über­be­völ­ke­rung. Die Gedan­ken zur Redu­zie­rung der Bevöl­ke­rung sei­en men­schen­ver­ach­tend und wür­den ras­sis­ti­sche Kon­ti­nui­tä­ten bestär­ken, weil es dabei meist gera­de nicht um Län­der der west­li­chen Welt gehe. Viel­mehr wol­len sie eine Welt, in der jede*r dablei­ben soll, wo sie*er zufäl­lig gebo­ren ist. Dem stell­ten sich das Kli­ma­kol­lek­tiv, aber auch Fri­days for Future Olden­burg ent­schie­den dage­gen. Men­schen müs­se die Mög­lich­keit haben, ihren Wohn­ort zu wech­seln. Dafür brau­che es siche­re Flucht­we­ge, eine Ende der Kri­mi­na­li­sie­rung von Seenotretter*innen und eine men­schen­wür­di­ge Situa­ti­on in den Ankunfts­län­dern.

Dafür setz sich auch das Bünd­nis „See­brü­cke Nie­der­sach­sen“, bestehend aus den Nie­der­säch­si­schen Lokal­grup­pen, ein. Sie wol­len, dass Nie­der­sach­sen zum siche­ren Hafen erklärt wird und sich die Lan­des­re­gie­rung aktiv für die Auf­nah­me von Men­schen mit Flucht­er­fah­rung ein­setz­ten soll, so wie es bereits über 20 Kom­mu­nen im Land beschlos­sen haben. Jetzt soll sich auch die Lan­des­re­gie­rung für einen huma­nen Umgang mit geflüch­te­ten Men­schen ein­setz­ten.