- Oldenburger Rundschau - https://www.oldenburger-rundschau.de -

Aktivist*innen fordern: Geflüchtetenlager evakuieren

Aktivist*innen haben am Sams­tag an ver­schie­de­nen Orten in der Olden­bur­ger Innen­stadt Trans­pa­ren­te auf­ge­hängt, um auf die Situa­ti­on von Geflüch­te­ten in Lagern in und vor Euro­pa auf­merk­sam zu machen. Die Olden­bur­ger Rund­schau doku­men­tiert ihre Pres­se­mit­tei­lung.

»Wir wol­len unse­ren Pro­test gegen den unmensch­li­chen Umgang der EU mit Geflüch­te­ten in den Lagern in und vor Euro­pa auf die Stra­ße tra­gen. Wir for­dern: Umge­hend alle Geflüch­te­te aus Lagern eva­ku­ie­ren! Es ist ein poli­tisch gewoll­ter Zir­kel­schluss, Maß­nah­men, die auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie drin­gend gebo­ten sind, auf­grund der Pan­de­mie nicht durch­zu­füh­ren.

Juli­us-Mosen-Platz: »Geflüch­te­ten­la­ger eva­ku­ie­ren! Jetzt!«

Im Lager Moria in Grie­chen­land leben knapp 20.000 Men­schen auf engs­tem Raum in Zel­ten. Die hygie­ni­schen Bedin­gun­gen sind mise­ra­bel. Ein Aus­bruch von COVID-19 im Lager wird ver­eh­ren­de Fol­gen für die dort leben­den Men­schen haben. Es wird in Moria kaum mög­lich sein, eine Aus­brei­tung der Krank­heit zu kon­trol­lie­ren. Gleich­zei­tig wür­de ein Aus­bruch das grie­chi­sche Gesund­heits­sys­tems über­las­ten. In der Fol­ge wer­den Men­schen ster­ben, da nicht aus­rei­chend Behand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten ver­füg­bar sind. Die­se Kata­stro­phe ist von der EU haus­ge­macht und abseh­bar.

Die Bil­der von den Push-Back-Aktio­nen an der tür­kisch-grie­chi­schen Gren­ze und das Ver­hal­ten der Bun­des­be­hör­den mit hie­si­gen Sam­mel­un­ter­künf­ten für Geflüch­te­te las­sen befürch­ten: Bei einem Aus­bruch von COVID-19 in Moria wird das Lager abge­rie­gelt und zur Todes­fal­le. Es ist rei­ne Sym­bol­po­li­tik und eine Far­ce, dass Deutsch­land gera­de ein­mal 47 Kin­der und Jugend­li­che aus grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern auf­nimmt und sich damit als Ret­ter insze­niert.

Waf­fen­platz: Zwei Mög­lich­kei­ten, eine Mas­ke zu nut­zen.

Wir stel­len uns ent­schie­den gegen eine Poli­tik, die fahr­läs­sig mit Men­schen­le­ben umgeht! Wir haben eine Pla­kat-Akti­on gewählt, da wir uns dar­über im Kla­ren sind, dass ein Min­dest­ab­stand zwi­schen den Men­schen eine Ver­brei­tung des Virus mini­mie­ren kann. Um Men­schen­an­samm­lun­gen zu ver­mei­den, haben wir auf eine dezen­tra­le Akti­ons­form gesetzt. Außer­dem wur­de in den ver­gan­ge­nen Wochen immer wie­der das Grund­recht auf Demons­tra­ti­ons­frei­heit durch staat­li­che Orga­ne beschnit­ten. Wir wer­den uns aber den legi­ti­men Pro­test, der sich für das Leben von Men­schen ein­setzt, nicht ver­bie­ten las­sen!

Schloss­platz: »See­brü­cke statt See­ho­fer«

Wir for­dern die sofor­ti­ge Eva­ku­ie­rung und dezen­tra­le Unter­brin­gung von Geflüch­te­ten über­all auf der Welt – auch in Deutsch­land! In den Lagern ist es nicht mög­lich, Abstand zu hal­ten und sich vor einer Anste­ckung zu schüt­zen. Die Sam­mel­un­ter­kunft in Ell­wan­gen steht seit dem 5. April unter Qua­ran­tä­ne, nach­dem sie­ben Geflüch­te­te posi­tiv auf das Coro­na-Virus getes­tet wur­den. Inzwi­schen sind dort rund 400 Geflüch­te­te infi­ziert. In einer Sam­mel­un­ter­kunft in Bre­men wur­den bereits unge­fähr 140 Per­so­nen posi­tiv auf das Coro­na-Virus getes­tet. Auch die­ses Lager steht unter Qua­ran­tä­ne. Es sind nur zwei Bei­spie­le unter vie­len. Alle Geflüch­te­ten­la­ger eva­ku­ie­ren! Jetzt!«