1. Mai-Demonstrierende setzen Zeichen trotz Corona

Auf dem Olden­bur­ger Schloss­platz haben sich am Frei­tag Mit­tag rund 80 Per­so­nen ver­sam­melt, um gemein­sam den 1. Mai zu bege­hen. Damit wur­de die von den Behör­den erlaub­te Per­so­nen­zahl exakt aus­ge­schöpft. Denn auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie konn­te die übli­che 1. Mai Demons­tra­ti­on nicht statt­fin­den. Statt­des­sen wur­de eine kurz­fris­tig ange­mel­de­te Kund­ge­bung unter ent­spre­chen­den Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men geneh­migt. Die Zahl der Teilnehmer*innen war begrenzt, der Sicher­heits­ab­stand muss­te gewähr­leis­tet wer­den und alle wur­den gebe­ten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tra­gen.

Wäh­rend der Kund­ge­bung wur­de anstel­le von live gespro­che­nen Rede­bei­trä­gen ein Pod­cast gespielt, den ein Bünd­nis in den ver­gan­ge­nen Wochen erar­bei­tet hat­te. Unter dem gemein­sa­men Mot­to »Für eine sozia­le, öko­lo­gi­sche und eman­zi­pa­to­ri­sche Gesell­schaft!« kom­men dar­in die Olden­bur­ger Grup­pen ALSO, Fem­ref, Kli­ma­kol­lek­tiv, See­brü­cke, Fri­days for Future und Olden­burg soli­da­risch gegen Coro­na zu Wort.

Inhalt­lich geht es in dem Pod­cast sowohl um coro­nabe­ding­te Miss­stän­de wie zuneh­men­de häus­li­che Gewalt und Kon­takt­ver­bo­te, als auch um The­men, die auf­grund der Coro­na-Kri­se in den Hin­ter­grund gera­ten sind, wie bei­spiels­wei­se öko­lo­gi­sche Kri­sen sowie rech­te Gewalt und rech­te Mor­de. Außer­dem wird auf die kata­stro­pha­len Zustän­de im Lager Moria hin­ge­wie­sen. Den Umgang mit Geflüch­te­ten grif­fen auch die Demons­trie­ren­den mit ihren Trans­pa­ren­ten auf.

In der Ankün­di­gung zum Pod­cast heißt es, dass es aktu­ell nicht mög­lich sei, am 1. Mai, wie die Jah­re davor auf die Stra­ße zu gehen. Gleich­zei­tig blei­be Kri­tik, Zwei­fel und Wider­stand All­tag. Denn gera­de die Maß­nah­men, die auf­grund der Coro­na-Kri­se ergrif­fen wur­den, wür­den mehr denn je die Miss­stän­de unse­rer Gesell­schaft zei­gen. Die Demons­trie­ren­den bei der Kund­ge­bung auf dem Olden­bur­ger Schloss­platz haben gezeigt: Trotz Coro­na ist es mög­lich, zumin­dest klei­ne Zei­chen zu set­zen.