Studierende streiken an Uni für bessere Lehre

Foto: Fabian Steffens

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bil­dung klaut!“ rie­fen etwa 200–250 Stu­die­ren­de der Carl von Ossietz­ky Uni­ver­si­tät Olden­burg am Diens­tag­mit­tag vor dem Hör­saal­ge­bäu­de auf dem Cam­pus Haa­ren­tor. Sie demons­trier­ten für bes­se­re Stu­di­en­be­din­gun­gen an der Uni. Der Asta, die Mit­tel­bau­initia­ti­ve und der Fach­schafts­rat Phi­lo­so­phie hat­ten zu dem Streik auf­ge­ru­fen, weil das Prä­si­di­um der Uni pla­ne, mehr Dozent*innen auf LfbA-Stel­len (Lehr­kraft für beson­de­re Auf­ga­ben) zu beschäf­ti­gen. Mit LfbA-Stel­len müs­sen Dozent*innen mehr Lehr­an­ge­bo­te anbie­ten und fal­len kom­plett aus dem Feld der For­schung her­aus. Durch die Abkop­pe­lung von For­schung und Leh­re ver­schlech­tert sich auch die Leh­re, so der Vor­wurf der Demonstrant*innen. Schon jetzt sei­en Semi­na­re häu­fig über­füllt, Leh­ren­de durch die Arbeits­be­las­tung über­for­dert und die Leh­re damit in eini­gen Stu­di­en­gän­gen mise­ra­bel.

Trotz der schlech­ten Situa­ti­on in der Leh­re stei­gen die Semes­ter­bei­trä­ge regel­mä­ßig an. Ein*e Redner*in erklär­te, Olden­burg habe die zweit­höchs­ten Semes­ter­bei­trä­ge bun­des­weit. Dar­über hin­aus wur­den im letz­ten Jahr die Prei­se in der Uni­men­sa erhöht, das Stu­die­ren in Olden­burg wird also immer teu­rer. Die Stu­die­ren­den for­der­ten den Semes­ter­bei­trag nicht wei­ter zu erhö­hen und bes­se­re Bedin­gun­gen für die Leh­re zu schaf­fen, sowohl für Stu­die­ren­de als auch für Leh­ren­de.

Das Fem­Ref (auto­no­mes femi­nis­ti­sches Refe­rat) kri­ti­sier­te das Prä­si­di­um der Uni Olden­burg noch kon­kret dafür, dass es Über­le­gun­gen gäbe, den Pro­mo­ti­ons­stu­di­en­gang „Kul­tur­wis­sen­schaft­li­che Geschlech­ter­for­schung“ zu schlie­ßen. Gera­de in Zei­ten eines gesell­schaft­li­chen Rechts­rucks und dem damit auch ein­her­ge­hen­den Anti­fe­mi­nis­mus, müs­se es auch die Mög­lich­kei­ten kri­ti­scher Gen­der­for­schung geben, denn eine freie Wis­sen­schaft sei wich­tig für eine frei­heit­li­che Gesell­schaft.