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Oldenburger*innen demonstrieren gegen den türkischen Angriffskrieg

Am Sams­tag Vor­mit­tag demons­trier­ten in Olden­burg um die 600 Men­schen laut­stark gegen den Krieg der Tür­kei gegen die Kurd*innen in Nord­sy­ri­en. Um elf Uhr sam­mel­ten sich die Demonstrant*innen auf dem Bahn­hofs­vor­platz. „War­um ver­ste­hen sie nicht, dass Krieg kei­ne Lösung ist?“, frag­te eine Kom­man­dan­tin der kur­di­schen Selbst­ver­tei­di­gungs­ein­heit YPG. Ihre Rede wur­de live aus Roja­va über­tra­gen. Die Hoff­nung der Kurd*innen auf Demo­kra­tie sei ent­täuscht wor­den. Jetzt brau­che es einen inter­na­tio­nal abge­si­cher­ten Schutz für Christ*innen und Jesid*innen in Syri­en. Alle Men­schen soll­ten dort in Frie­den und Sicher­heit leben kön­nen.

Nach einer Schwei­ge­mi­nu­te für die getö­te­ten Zivilist*innen und gefal­le­nen Kämpfer*innen in Syri­en setz­te sich der Demons­tra­ti­ons­zug Rich­tung Lap­pan in Bewe­gung. Über den Pfer­de­markt ging es wei­ter durch die Peter­stra­ße zum Juli­us-Mosen-Platz und von dort aus zum Schloss­platz. Die Demonstrant*innen tru­gen Trans­pa­ren­te mit Auf­schrif­ten wie „Frie­den für Roja­va und Syri­en. Nein zum Krieg“, „Soli­da­ri­tät mit Roja­va“ und „Geno­zid an Kur­den. Ein Ver­bre­chen gegen Mensch­lich­keit“. Es weh­ten vie­le Fah­nen der YPG und von Roja­va in Gelb, Rot, Grün. Sprech­chö­re wie „Ter­ro­rist Erdo­gan“, „Kin­der­mör­der Erdo­gan“ und „Alle Beset­zer raus aus Kur­di­stan“ hall­ten laut durch die Stra­ßen.

Wäh­rend der Demons­tra­ti­on gab es eini­ge Rede­bei­trä­ge, unter ande­rem vom Yezi­di­schen Forum Olden­burg, dem Ver­ein Städ­te­freund­schaft Olden­burg – Efrîn und einem Schul­pro­jekt für Kobanê. Auf dem Juli­us-Mosen-Platz spra­chen Vertreter*innen der See­brü­cke und des Kli­ma­kol­lek­tivs. Auch Schüler*innen von Fri­days for Future erklär­ten den Kurd*innen ihre Soli­da­ri­tät. Die See­brü­cke for­der­te ein Ende aller Waf­fen­lie­fe­run­gen und „deut­sche Pan­zer raus aus Roja­va“.

Bei der Abschluss­kund­ge­bung auf dem Schloss­platz posi­tio­nier­ten sich auch die Olden­bur­ger Par­tei­en Die Lin­ke, SPD und Grü­ne sowie die Jusos. Alle for­der­ten kla­re Sank­tio­nen gegen die Tür­kei und ein Ende der deut­schen Waf­fen­lie­fe­run­gen. Die Lin­ke erklär­te, die Tür­kei gehö­re eigent­lich aus der NATO aus­ge­schlos­sen. Die Grü­nen zeig­ten sich bestürzt und ent­rüs­tet, dass die demo­kra­ti­sche Selbst­ver­wal­tung besei­tigt, die Infra­struk­tur zer­stört und die Bevöl­ke­rung ver­trie­ben wor­den sei. Die SPD for­der­te zudem, die kur­di­sche Auto­no­mie und demo­kra­ti­sche Selbst­ver­wal­tung anzu­er­ken­nen.

Vor rund drei Wochen, am 09. Okto­ber, mar­schier­te die tür­ki­sche Armee in Nord­sy­ri­en ein. Erklär­tes Ziel Erdo­gans: eine „Sicher­heits­zo­ne“ in Nord­sy­ri­en zu errich­ten. Es ist eine Offen­si­ve gegen die dort leben­den Kurd*innen. Es kam zu erbit­ter­ten Gefech­ten und hun­der­ten Toten. Hun­dert­tau­sen­de sind auf der Flucht. Der wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bun­des­ta­ges stuft den Angriffs­krieg als Ver­stoß gegen das Völ­ker­recht ein.