Veranstaltungsreihe und Ausstellung – »Offenes Gedenken«

Vom 18.10 bis 8.12.19 wird im Anna-Schwarz Rom­noK­her-Olden­burg e.V die Aus­stel­lung OFFENES GEDENKEN – Das Jugend­kon­zen­tra­ti­ons­la­ger für Mäd­chen und jun­ge Frau­en und spä­te­rer Ver­nich­tungs­ort Ucker­mark zu sehen sein.

Die Aus­stel­lung wur­de von der Initia­ti­ve für einen Gedenk­ort ehe­ma­li­ges Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ucker­mark e.V. kon­zi­piert. Die Initia­ti­ve beschreibt die eige­ne Arbeit als „Offe­nes Geden­ken“, ein kri­ti­sches, akti­ves, anti­fa­schis­ti­sches und femi­nis­tisch moti­vier­tes Geden­ken.

Die Aus­stel­lung von der Initia­ti­ve für einen Gedenk­ort macht die immer noch weit­ge­hend unbe­kann­te Geschich­te die­ses Ortes sicht­bar. Dort wur­den von 1942 bis 1945 Mäd­chen und jun­ge Frau­en, die über­wie­gend als ‚aso­zi­al‘ dis­kri­mi­niert und ver­folgt wur­den, unter extrem schlech­ten Lebens­be­din­gun­gen inter­niert, muss­ten Zwangs­ar­beit leis­ten und wur­den gefol­tert.

Es fan­den außer­dem kri­mi­nal­bio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen des Ras­sen­hy­gie­ni­schen Insti­tuts im Jugend­kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ucker­mark statt. Sol­che Unter­su­chun­gen wur­den von dem Insti­tut seit 1936 durch­ge­führt und dien­ten der ras­sis­ti­schen Erfas­sung von Sin­ti und Roma. Sie bil­de­ten die Grund­la­ge für Ste­ri­li­sa­tio­nen und den Geno­zid an Sin­ti und Roma.

Als ‚aso­zi­al‘ oder spä­ter ‚gemein­schafts­fremd‘ galt, wer sich der Ord­nung des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Staa­tes nicht ein­fü­gen woll­te – eine sehr wirk­mäch­ti­ge Kate­go­rie inner­halb des NS-Ideo­lo­gie, deren kon­ti­nu­ier­li­che dis­kri­mi­nie­ren­de Aus­wir­kung sich bspw. durch wei­te­re gesell­schaft­li­che Äch­tung der Betrof­fe­nen sowie eine feh­len­de offi­zi­el­le Aner­ken­nung nach 1945 zeigt.

Von Janu­ar 1945 bis zur Befrei­ung am 30.4.1945 wur­de ein Teil des Lagers zu einem Ver­nich­tungs­ort für Frau­en aus dem benach­bar­ten Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ravens­brück sowie ande­rer Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger.

Veranstaltungsreihe

  • 18.10. 19.00 Eröff­nung
    …das nann­te man unso­zi­al
    Das Mäd­chen­kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, 20 min
    Musik: Sin­ti Swing Olden­burg
  • 23.10. 19.00 Film
    zugang erwünscht
    ucker­mark, die ent­wick­lung eines gedenk­or­tes 50 min
  • 06.11. 19.00 Film
    …dass das heu­te noch immer so ist
    Kon­ti­nui­tä­ten der Aus­gren­zung, 60 min
  • 20.11. 19.00 Film
    Aber man kann des gar net so sagen, wie’s wirk­lich war…
    Die Sin­tez­za Sophie Wit­tich berich­tet über ihre Haft in Ausch­witz und Ravens­brück, Regie: Loret­ta Walz, 30 min
  • 04.12. 19.00 Film
    Es steht mir zu, zu leben
    Esther Beja­ra­no berich­tet über ihre Haft in Ausch­witz und Ravens­brück, Regie: Loret­ta Walz, 30 min
  • 8.12. 11.30 Vor­trag und Dis­kus­si­on
    Kon­ti­nui­tä­ten nach 1945 und Offe­nes Geden­ken
    Refe­ren­tin­nen der Initia­ti­ve für einen Gedenk­ort ehe­ma­li­ges Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ucker­mark e.V. (HH) berich­ten und laden zur Dis­kus­si­on ein

Ort: Anna-Schwarz Rom­noK­her, Ste­din­ger Stra­ße 45a, 26135 Olden­burg

Das Anna-Schwarz Rom­noK­her, Olden­bur­ger Kul­tur­zen­trum von Sin­ti und Roma orga­ni­siert in Zusam­men­ar­beit mit dem FEMREF, Femi­nis­ti­sches Refe­rat des AStA der Carl von Ossietz­ky Uni­ver­si­tät Olden­burg und eini­gen inter­es­sier­ten Per­so­nen die­se Ver­an­stal­tungs­rei­he in den Räu­men des Ver­eins. Vom 18.10 – 08.12.2019 wird die Aus­stel­lung im Anna-Schwarz Rom­noK­her-Olden­burg e.V. zu sehen sein.

Sams­tags von 12 – 16 Uhr sowie im Zeit­raum von einer Stun­de vor bis ca. zwei Stun­den nach einer Ver­an­stal­tung. Jeden 2. Mitt­woch wird um 19 Uhr ein Film gezeigt.

Besich­ti­gun­gen der Aus­stel­lung zu wei­te­ren Zei­ten: oder 0441- 30 43 56 44.