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Eindrücke von der »Wir haben Agrarindustrie satt!« – Demo vom 23. März in Oldenburg

 

Wie ange­kün­digt, fand heu­te in Olden­burg eine Demons­tra­ti­on statt, zu der ein brei­tes Bünd­nis [1] aus nie­der­säch­si­schen Bau­ern- und Umwelt­ver­bän­den sowie der ALSO auf­ge­ru­fen hat. Unter dem Mot­to »Wir haben Agrar­in­dus­trie satt! Stadt und Land Hand in Hand« wur­den diver­se Miss­stän­de in der Land­wirt­schaft und in der Fleisch­in­dus­trie the­ma­ti­siert und sich dar­aus erge­ben­de For­de­run­gen auf­ge­stellt.

Bei den ers­ten Rede­bei­trä­gen, am Ver­samm­lungs­ort vor dem Haupt­bahn­hof, wur­de den Zuhö­ren­den bereits deut­lich, dass bei den Pro­ble­men, mit denen Bäuer*innen heu­te kon­fron­tiert sind, weit­ge­hen­de poli­ti­sche Lösun­gen gefragt sind, die einen Para­dig­men­wech­sel zur bis­her prak­ti­zier­ten Poli­tik dar­stel­len wür­de.

 

 

Ange­sichts der ein­sei­ti­gen För­de­rung der Agrar­in­dus­trie blie­ben klei­ne Land­wirt­schafts­be­trie­be auf der Stre­cke – der Kos­ten­druck sei so hoch, dass er eine kos­ten­de­ckend-arbei­ten­de, bäu­er­li­che Land­wirt­schaft, die einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit Tier und Natur pflegt, nahe­zu unmög­lich mache.

Die indus­tri­el­le Land­wirt­schaft bzw. die Agrar­in­dus­trie, als Pro­du­zie­ren­de von Fleisch und von ande­ren land­wirt­schaft­li­chen Erzeug­nis­sen, bestimmt mitt­ler­wei­le maß­geb­lich über die Rah­men­be­din­gun­gen im gesam­ten Land­wirt­schafts­sek­tor. Und die Bun­des- und Lan­des­po­li­tik bemüht sich offen­bar nicht ein­mal, ihre Macht ein­zu­he­gen.

 

 

Die Pro­duk­ti­ons­wei­se der Agrar­in­dus­trie ist jedoch ver­hee­rend, wie ver­schie­de­ne Rede­bei­trä­ge beschrie­ben: von den Hal­tungs- und Schlacht­be­din­gun­gen der Tie­re, über den Medi­k­am­ten­ein­satz im Stall und den Pes­ti­zid­ein­satz auf den Fel­dern, zur Über­pro­duk­ti­on von z.B. Milch und Fleisch und ihren nega­ti­ven Fol­ge­wir­kun­gen im Hin­blick auf die Natur, aber auch auf die Ent­wick­lung schwä­che­rer Volks­wirt­schaf­ten und wie­der­um auf die in die­sen leben­den Men­schen – dem Pro­fit­stre­ben der Agrar­in­dus­trie wer­den schein­bar sämt­li­che ande­ren Anfor­de­run­gen und Bedürf­nis­se unter­wor­fen.

Beson­ders die Arbeits­be­din­gun­gen der Men­schen in der nie­der­säch­si­schen Fleisch­in­dus­trie, etwa in den Stäl­len oder den Schlacht­hö­fen im Land­kreis Olden­burg oder Clop­pen­burg, wie ein Red­ner von der ALSO sie anhand ver­schie­de­ner Bei­spie­le dar­stell­te und wie Prä­lat Kos­sens spä­ter eben­so ein­drucks­voll berich­te­te, zei­gen, dass in der Pra­xis die­ser Bran­che schein­bar sämt­li­che Min­dest­stan­dards und Regu­lie­run­gen unter­lau­fen wer­den.

 

 

Auch die schät­zungs­wei­se 800 Teil­neh­men­den zeig­ten deut­lich und bunt, wel­che Aspek­te nach ihrer Mei­nung bei einer fort­schritt­li­che Ent­wick­lung in der Land­wirt­schaft Berück­sich­ti­gung fin­den müss­ten.

 

 

So ging es an der Innen­stadt vor­bei und..

 

 

am Thea­ter vor­bei..

 

 

.. zum Schloss­platz.

 

 

Hier hat­ten ver­schie­de­ne Grup­pen Info­stän­de auf­ge­baut. Für kraft­vol­len Sound war auch gesorgt..

 

 

.. so dass wei­te­re, teils eben­so kräf­ti­ge Rede­bei­trä­ge fol­gen konn­ten.

Abge­se­hen von dem Appell an die Demo-Teil­neh­men­den, sich bei Kon­sum­entschei­dun­gen stets für die nach­hal­ti­ge­re Vari­an­te zu ent­schei­den (eine Vari­an­te für die, die es sich leis­ten kön­nen, K.K.), waren die meis­ten Auf­ru­fe der Redner*innen als Kampf­an­sa­gen an die Adres­se der poli­ti­schen Repräsentant*innen in Bund, Land und Kom­mu­ne zu ver­ste­hen.