»Der bittere Beigeschmack unserer Weihnachtsschokolade«

Bild: Frank Wouters via Wikimedia Commons (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Pünkt­lich zur Advents­zeit, am 04.12. um 19:00 Uhr, sind die Kakao­bäue­rin Eliza­beth Osei Agy­ei und die NGO-Refe­ren­tin San­dra Kwa­bea Sark­wah aus Gha­na auf Ein­la­dung von INKOTA zu Gast im PFL. Denn wäh­rend sich bei uns die Weih­nachts­scho­ko­la­de in den Super­markt­re­ga­len sta­pelt, lei­den Kakao­bau­ern­fa­mi­li­en unter nied­ri­gen Kakao­prei­sen:

Auf ihrer Rund­rei­se mit Sta­ti­on in Ber­lin, Olden­burg, Tübin­gen und Spey­er schil­dern unse­re bei­den Gäs­te aus Gha­na die bit­te­re Sei­te der süßen Scho­ko­la­den­köst­lich­kei­ten. Sie wis­sen aus eige­ner Anschau­ung, was eine Stu­die kürz­lich bestä­tig­te: Das Ein­kom­men einer typi­schen Kakao­bau­ern­fa­mi­lie in Gha­na müss­te sich in etwa ver­dop­peln, um exis­tenz­si­chernd zu sein. Selbst Fair­tra­de-zer­ti­fi­zier­te Bau­ern leben häu­fig unter­halb der Armuts­gren­ze.

Die Existenz von einer Millionen Kakaobäuer*innen – und ihren Familien – hängt in Ghana am Kakao

Noch immer gehö­ren Hun­ger, Armut und Kin­der­ar­beit zum All­tag auf den Kakao­plan­ta­gen in West­afri­ka. Auf klei­nen Flä­chen bau­en die Men­schen dort in müh­sa­mer Hand­ar­beit den Roh­stoff für unse­re Scho­ko­la­de an. Von einem Euro, den ein Scho­ko- Weih­nachts­mann bei uns kos­tet, erhal­ten sie gera­de ein­mal sechs Cent.

ELIZABETH OSEI AGYEI (41) ist Kakao­bäue­rin aus Asa­man­k­e­se in der Eas­tern Regi­on von Gha­na. Sie ist Mit­glied der größ­ten gha­nai­schen Kakao­ko­ope­ra­ti­ve Kua­pa Kokoo. Bei den Ver­an­stal­tun­gen wird sie aus ers­ter Hand über den All­tag von Kakao­bäue­rin­nen und -bau­ern berich­ten und ins­be­son­de­re einen Ein­blick in die Situa­ti­on von Frau­en im Kakao­s­ek­tor geben.

SANDRA KWABEA SARKWAH (30) ist Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin bei der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on SEND-Gha­na. Die INKO­TA-Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on unter­stützt Kakao­bau­ern­or­ga­ni­sa­tio­nen dabei, ihre Rech­te gegen­über der gha­nai­schen Regie­rung und der Scho­ko­la­den­in­dus­trie ein­zu­for­dern. Bei den Ver­an­stal­tun­gen wird sie über die Arbeit von SEND berich­ten und einen kri­ti­schen Blick auf die gha­nai­sche Kakao­po­li­tik wer­fen.

Die Referent*innen berich­ten dar­über, was sich in der gha­nai­schen Kakao­po­li­tik ändern muss, wel­che Ver­ant­wor­tung die Scho­ko­la­den­in­dus­trie trägt und wel­chen Bei­trag Verbraucher*innen und die Poli­tik in Deutsch­land leis­ten kön­nen, um die Situa­ti­on der Bäuer*innen zu ver­bes­sern.

Die Ver­an­stal­tung wird in Koope­ra­ti­on mit Brot für die Welt Olden­burg, der Fair­tra­de-Town-Steue­rungs­grup­pe, der Kli­ma-Alli­anz Olden­burg und dem Öku­me­ni­schen Zen­trum Olden­burg (ÖZO) ange­bo­ten.