»Kein Schlussstrich!« – NSU-Prozess-Beobachter spricht über das Urteil

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»Kein Schluss­strich!« for­der­ten zahl­rei­che Demonstrant_innen nach Ver­kün­dung des NSU-Urteils, denn zu vie­le Fra­gen sind unbe­ant­wor­tet geblie­ben. Es wur­den wäh­rend des Pro­zes­ses weder der insti­tu­tio­nel­le Ras­sis­mus, die Ver­stri­ckung des Ver­fas­sungs­schut­zes noch Fra­gen nach einem Nazi-Netz­werk in Deutsch­land geklärt. Statt­des­sen wird der Pro­zess offi­zi­ell als »erfolg­reich auf­ge­klärt« abge­legt.

Zwar wur­de Bea­te Zschä­pe zu lebens­lan­ger Haft ver­ur­teilt, jedoch lag das Straf­maß für die bei­den beken­nen­den Neo­na­zis Ralf Wohl­le­ben und André Emin­ger weit unter der gefor­der­ten Frei­heits­stra­fe der Bun­des­an­walt­schaft. Ein deut­li­ches Signal für die extre­me Rech­te in Deutsch­land, der es zuneh­mend gelingt, »salon­fä­hig« zu wer­den und die sich durch das Urteil in ihrem Han­deln bekräf­tigt fühlt.

NSU-Pro­zess-Beob­ach­ter kommt nach Olden­burg

Im Novem­ber kommt nun der Pro­zess­be­ob­ach­ter und Kor­re­spon­dent  Fried­rich Bur­schel, Mit­ar­bei­ter von NSU-Watch (nsu-watch.info) und des nicht-kom­mer­zi­el­len Lokal­sen­ders »Radio Lot­te Wei­mar«, nach Olden­burg. In sei­nem Vor­trag spricht er über ein Urteil, das kein Schluss­strich, son­dern nur ein Zwi­schen­stopp sein kön­ne. »Der Tag der Urteils­ver­kün­dung am 11. Juli 2018 war der Tief­punkt der 438 Pro­zess­ta­ge und ein erneu­ter Tief­schlag für die vom NSU-Ter­ror Betrof­fe­nen«, so Bur­schel. Auch zu Behör­den­ver­stri­ckun­gen, zum gesell­schaft­li­chen Ras­sis­mus und zur rechts­ter­ro­ris­ti­schen Gefahr hat Bur­schel eine kla­re Mei­nung.

Die Ver­an­stal­tung fin­det am Mitt­woch, den 21.11.18, um 18.30 Uhr statt. In der IBIS-Hal­le, Klä­ve­mann­stra­ße 14, berich­tet er aus nächs­ter Nähe über den NSU-Pro­zess, das Urteil und  die Unter­su­chungs­aus­schüs­se.