AfD – Tag 2 der Proteste

Es wird ein Lachen sein, dass sie besiegt
Wäh­rend auf dem Euro­pa­platz vor der Weser-Ems-Hal­le eine bun­te Kund­ge­bung statt­fand gelang es eini­gen Antifaschist*innen, drin­nen den Par­tei­tag der AFD kurz­fris­tig mit einer Thea­ter-und Kunst­ak­ti­on zu stö­ren. Dabei kam es sei­tens der AFD zu tät­li­chen Angrif­fen.

Am Sonn­tag setz­ten rund 250 Men­schen den viel­fäl­ti­gen Pro­test gegen den Lan­des­par­tei­tag der AfD an den Olden­bur­ger Weser-Ems-Hal­len (WEH) fort. Lei­der muss­te Kut­lu Yurtseven von der Micro­pho­ne Mafia aus fami­liä­ren Grün­den sei­ne Teil­nah­me kurz­fris­tig absa­gen. Den Veranstalter*innen gelang es durch die soli­da­ri­sche Unter­stüt­zung vie­ler Olden­bur­ger Künstler*innen und enga­gier­ter Men­schen, ein viel­fäl­ti­ges Alter­na­tiv­pro­gramm auf die Bei­ne zu stel­len. Von 11 bis 15 Uhr wur­de auf dem Euro­pa­platz bei strah­len­dem Son­nen­schein ein laut­star­kes Zei­chen gegen die AfD gesetzt.

Da flo­gen Jon­glier­bäl­le und Dia­bo­los durch die Luft, Kin­der mal­ten Bil­der für die Feu­er­wehr, vor der gerappt und gesun­gen wur­de und die Rede­bei­trä­ge erfüll­ten die Auf­la­ge sei­tens der Stadt, dass das Kon­zert alle 15 Minu­ten für 5 Minu­ten unter­bro­chen wer­den muss. So wur­den bei­spiels­wei­se die anwe­sen­den Polizist*innen kur­zer­hand zu einer Ver­samm­lung erklärt und die Protestler*innen ver­la­sen mit einem Augen­zwin­kern die Auf­la­gen, die ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen, um einen „rei­bungs­lo­sen Ablauf der Ver­an­stal­tung zu gewähr­leis­ten“. Unter Punkt 1 hieß es dort: „Bit­te ver­hal­ten Sie sich mensch­lich und tref­fen Sie als Men­schen indi­vi­du­el­le Ent­schei­dun­gen. Wir räu­men Ihnen das vol­le Recht ein, sich jeder Dienst­an­wei­sung zu wider­set­zen, um eine indi­vi­du­el­le, per­sön­li­che und mensch­li­che Ent­schei­dung zu tref­fen. Für einen rei­bungs­lo­sen Ablauf der Ver­an­stal­tung set­zen wir gegen­sei­ti­gen Respekt vor­aus.“

Wäh­rend der Kund­ge­bung gelang es eini­gen Aktivist*innen am frü­hen Nach­mit­tag den Par­tei­tag durch eine poli­ti­sche Kunst­ak­ti­on zu stö­ren. „Unser Anlie­gen war es, das kraft­vol­le State­ment der 8.000 Demonstrant*innen vom Sams­tag und der 250.000 Men­schen, die UNTEILBAR in Ber­lin demons­trier­ten, direkt auf den Par­tei­tag zu tra­gen und die AfD den poli­ti­schen Gegen­wind spü­ren zu las­sen“, so eine Akti­vis­tin. „Außer­dem for­der­ten wir die Weser-Ems-Hal­len auf, ihre eige­ne Haus­ord­nung durch­zu­set­zen. Dort heißt es, dass das Mit­füh­ren von ras­sis­ti­schem, frem­den­feind­li­chem und radi­ka­lem Pro­pa­gan­da­ma­te­ri­als ver­bo­ten sei. Kon­se­quent wäre daher gewe­sen, den Par­tei­tag gar nicht erst statt­fin­den zu las­sen oder ihn zumin­dest nach die­sem Hin­weis abzu­bre­chen.“

Obwohl die Aktivist*innen zu kei­ner Zeit Gewalt anwen­de­ten, wur­den zwei von ihnen durch AfD-Mit­glie­der ver­letzt. Nach der Akti­on wur­de den Aktivist*innen ein Platz­ver­weis für die WEH durch die Poli­zei erteilt; ihnen droht nun eine Anzei­ge wegen Haus­frie­dens­bruch.

Wäh­rend die AfD drin­nen gestört wur­de, ver­las eine Red­ne­rin drau­ßen die Erklä­rung zu der Akti­on und das State­ment der Aktivist*innen flat­ter­te in Form von Papier­flie­gern über die Men­schen auf dem Euro­pa­platz.

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