Habe ich Anspruch auf (ergänzende) Sozialleistungen? Online-Rechner können erste Hinweise geben

In der Bun­des­re­pu­blik ist nach ver­schie­de­nen Unter­su­chun­gen davon aus­zu­ge­hen, dass etwa 40 Pro­zent aller Men­schen, die Anspruch auf soge­nann­te exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen hät­ten, in »ver­deck­ter Armut« leben. Von ver­deck­ter Armut sind all Jene betrof­fen, denen wegen ihres gerin­gen Ein­kom­mens und Ver­mö­gens und trotz einer ange­mes­sen-gerin­gen Mie­te, so wenig zum Leben bleibt, dass sie damit das gesetz­li­che Exis­tenz­mi­ni­mum unter­schrei­ten. Sie haben also so wenig Geld zum Leben übrig, dass sie das Recht auf Inan­spruch­nah­me von Sozi­al­leis­tun­gen, etwa Wohn­geld oder Arbeits­lo­sen­geld II, haben – aber sie machen von die­sem Recht nicht Gebrauch.

Schau­en wir uns die für Olden­burg für das Jahr 2016 vor­lie­gen­den Zah­len an, dann bezo­gen 24.306 Men­schen Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch II (Arbeits­lo­sen­geld II bzw. »Hartz-IV«) und dem Sozi­al­ge­setz­buch XII (Grund­si­che­rung, Ein­glie­de­rungs­hil­fe, Hil­fe zum Lebens­un­ter­halt usw.). Bei der ange­nom­me­nen »Dun­kel­zif­fer der Armut« von 40 Pro­zent leb­ten 2016 in Olden­burg folg­lich etwa 9720 Per­so­nen unter­halb des Exis­tenz­mi­ni­mums, ohne dass sie Sozi­al­leis­tun­gen bean­trag­ten.

Die Grün­de, wes­halb Men­schen ihre Ansprü­che nicht gel­tend machen, sind viel­fäl­tig. Es gibt unter ihnen vie­le, die in der Ver­gan­gen­heit bereits Ärger mit Behör­den hat­ten, man­che, die wegen gerin­ger zu erwar­ten­der Leis­tun­gen den Weg zum Amt scheu­en. Nicht zu unter­schät­zen ist auch eine ver­brei­te­te Hal­tung, nach der Men­schen »dem Staat nicht auf der Tasche lie­gen« wol­len und »schon irgend­wie über die Run­den« kom­men.

Aller­dings wis­sen auch etli­che Per­so­nen nicht, dass sie über­haupt die Mög­lich­keit haben, das weni­ge, ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ein­kom­men auf­zu­bes­sern, etwa indem sie beim Job­cen­ter auf­sto­cken­de Leis­tun­gen bean­tra­gen oder durch Wohn­geld und Kin­der­zu­schlag deut­lich in einen exis­tenz­si­chern­den Bereich kom­men kön­nen.

Um einen schnel­len Check zu machen, ob Du oder Dei­ne Bekann­te, Dei­ne Kol­le­gin oder Dein Groß­on­kel usw. even­tu­ell Anspruch auf Sozi­al­leis­tun­gen hast, gibt es im Inter­net ver­schie­de­ne Online-Rech­ner, in die Du Dei­ne Daten anonym und unver­bind­lich ein­ge­ben kannst. Zum Berech­nen eines even­tu­el­len ALG-II-Anspruchs sei der Hartz-IV-Rech­ner emp­foh­len, Dei­nen Wohn­geld­an­spruch kannst Du am bes­ten über den Wohn­geld­rech­ner-NRW kal­ku­lie­ren.

Aller­dings ist dies nur eine sehr ver­ein­fa­chen­de Form der Berech­nung, die vie­le mög­li­che Beson­der­hei­ten, z.B. von Ort zu Ort unter­schied­li­chen Miet­ober­gren­zen, nicht berück­sich­tigt. Wenn die­ser Arti­kel aber den Ver­dacht geweckt haben soll­te, dass Du viel­leicht wirk­lich noch weni­ger Ein­kom­men haben könn­test, als das Exis­tenz­mi­ni­mum vor­sieht, dann infor­mie­re Dich doch bes­ser noch­mal auf den Inter­net­sei­ten von Behör­den und von par­tei­ischen Bera­tungs­stel­len (etwa der ALSO in Olden­burg) und las­se Dich dort bera­ten.