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Dokumentiert: Presseerklärung des Vereins »Städtefreundschaft Oldenburg-Efrîn« zu den Repressionen gegen die kurdische Bewegung in Deutschland

 

»Erklä­rung zur Repres­si­on gegen die kur­di­sche Bewe­gung und ihre Unterstützer*innen in Deutsch­land

Am 13.6.2018 haben Poli­zei­kräf­te in Ber­lin Ein­rich­tun­gen des Demo­kra­ti­schen Gesell­schafts­zen­trums der Kur­din­nen und Kur­den in Deutsch­land (Nav-Dem) sowie des Kur­di­schen Zen­trums für Öffent­lich­keits­ar­beit (Civa­ka Azad) und meh­re­re Pri­vat­woh­nun­gen durch­sucht. Die­ser Vor­gang reiht sich ein in eine eska­lie­ren­de Repres­si­on gegen die kur­di­sche Bewe­gung in Deutsch­land und gegen lin­ke Orga­ni­sa­tio­nen, die die­se unter­stüt­zen. Kur­di­sche Orga­ni­sa­tio­nen und kur­di­sche poli­ti­sche Bekun­dun­gen wer­den in Deutsch­land von der Poli­tik, der Poli­zei und den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den in offen­sicht­li­cher Zusam­men­ar­beit mit der tür­ki­schen Regie­rung und den tür­ki­schen Behör­den sys­te­ma­tisch behin­dert und kri­mi­na­li­siert. Seit Anfang letz­ten Jah­res und erneut seit der Inva­si­on der tür­ki­schen Armee nach Efrîn haben die Ein­schüch­te­rungs- und Ver­fol­gungs­maß­nah­men gegen­über den Kurd*innen in Deutsch­land deut­lich an Schär­fe gewon­nen. Die Kri­tik am und der Pro­test gegen den Krieg der tür­ki­schen Regie­rung gegen die demo­kra­ti­schen Selbst­ver­wal­tungs­struk­tu­ren in Efrîn und gegen wei­te­re Orte und Kan­to­ne in Rojava/Nordsyrien soll offen­sicht­lich unter­drückt wer­den.

Eine beson­de­re Bri­sanz erhält die­se letz­te Aggres­si­on gegen die kur­di­schen Orga­ni­sa­tio­nen in Ber­lin dadurch , dass neben den Räum­lich­kei­ten von Nav Dem gleich­zei­tig die Räu­me von Civa­ka Azad auf­ge­bro­chen, durch­sucht und PCs und Spei­cher­me­di­en mit­ge­nom­men wur­den, obwohl kein Durch­su­chungs­be­schluss für die Räum­lich­kei­ten die­ser Orga­ni­sa­ti­on vor­lag. Auch der Durch­su­chungs­be­schluss gegen Nav Dem ent­hielt nur eine sehr faden­schei­ni­ge und unkla­re Begrün­dung (Ver­stoß gegen das Ver­eins­recht). Civa­ka Azad gegen­über wur­den jedoch von staat­li­chen Behör­den unter Miss­ach­tung eige­ner Geset­ze Fak­ten geschaf­fen, um eine Orga­ni­sa­ti­on anzu­grei­fen, deren Auf­ga­be vor allem dar­in besteht, die Öffent­lich­keit über die Situa­ti­on in Kur­di­stan zu infor­mie­ren: über die kur­di­sche demo­kra­ti­sche Bewe­gung in den ver­schie­de­nen kur­di­schen Gebie­ten, ins­be­son­de­re auch in der Demo­kra­ti­schen Föde­ra­ti­on Nordsyrien/Rojava, und über die Ver­nich­tungs­po­li­tik der tür­ki­schen Regie­rung Erdo­gans gegen die Kurd*innen. Civa­ka Azad nimmt dabei das in Deutsch­land grund­ge­setz­lich ver­brief­te Recht auf Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit wahr. Mit Maß­nah­men wie die­ser Durch­su­chung sol­len jedoch auch hier, so wie in der Tür­kei, poli­tisch unbe­que­me Orga­ni­sa­tio­nen mund­tot gemacht wer­den.

Das kön­nen wir so nicht hin­neh­men und so darf es nicht wei­ter­ge­hen!

Der Ver­ein Städ­te­freund­schaft Olden­burg-Efrîn ruft des­halb alle Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger zur Soli­da­ri­tät mit dem Demo­kra­ti­schen Gesell­schafts­zen­trum der Kur­din­nen und Kur­den in Deutsch­land (NAV DEM), mit dem Kur­di­schen Zen­trum für Öffent­lich­keits­ar­beit (Civa­ka Azad) und mit allen betrof­fe­nen kur­di­schen Orga­ni­sa­tio­nen und Men­schen sowie mit den Unterstützer*innen der kur­di­schen Bewe­gung auf.

Im Fol­gen­den doku­men­tie­ren wir eini­ge Bei­spie­le der sich ver­schär­fen­den Repres­si­on in den letz­ten Mona­ten. Die fast all­täg­li­chen schi­ka­nie­ren­den und recht­lich frag­wür­di­gen Behin­de­run­gen durch die Poli­zei und die Ord­nungs­be­hör­den bei Kund­ge­bun­gen, Demons­tra­tio­nen, Ver­samm­lun­gen und Ver­an­stal­tun­gen wür­den deut­lich mehr Sei­ten fül­len!

 

Der Ver­ein Städ­te­freund­schaft Olden­burg-Efrîn, als Zusam­men­schluss von Men­schen ver­schie­de­ner poli­ti­scher Grup­pie­run­gen, wen­det sich gegen die mit die­sen Maß­nah­men bezweck­te Ein­schüch­te­rung der kur­di­schen Bewe­gung und ihrer Unterstützer*innen. Er setzt sich für die Mög­lich­keit zur frei­en Pres­se­ar­beit von Civa­ka Azad und zur frei­en poli­ti­schen Betä­ti­gung von NAV DEM ein. Über die Dring­lich­keit die­ser Arbeit wer­den wir in wei­te­ren Pres­se­mit­tei­lun­gen zur Situa­ti­on in Efrîn unter der Besat­zung und zur Situa­ti­on der aus Efrîn eva­ku­ier­ten Bevöl­ke­rung in der Regi­on Şehba infor­mie­ren.

 

Ver­ein Städ­te­freund­schaft Olden­burg-Efrîn «