dokumentiert: Pressemitteilung von Alhambra-Nutzer*innen zur Hausdurchsuchung

Bildquelle: alhambra.de

» Olden­burg, 25.05.2018. Am Don­ners­tag­nach­mit­tag ver­sam­mel­ten sich 300 Men­schen in der Olden­bur­ger Innen­stadt zu einer wüten­den aber fried­li­chen Demons­tra­ti­on gegen die Haus­durch­su­chung des Akti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trums Alham­bra. Über­schat­tet wur­de die Ver­samm­lung von dem bru­ta­len Vor­ge­hen der Poli­zei. Mit unver­hält­nis­mä­ßi­ger Gewalt ver­such­ten die Beamt*innen, das Demons­tra­ti­ons­recht zu beschrän­ken und ver­letz­ten dabei min­des­tens 20 Demonstrant*innen durch den Ein­satz von Pfef­fer­spray, Schlä­gen und Trit­ten.
Vier von ihnen muss­ten wegen eines Ris­ses des Augen­li­des, diver­ser Platz­wun­den, Häma­to­me  im Gesicht und einer schwe­ren Gehirn­er­schüt­te­rung im Kran­ken­haus behan­delt wer­den. Der­zeit befin­det sich noch eine Per­son im Kran­ken­haus – wann sie ent­las­sen wer­den kann, ist unklar. Die in der Pres­se genann­ten ver­letz­ten Polizist*innen hin­ge­gen wur­den allein durch den offen­sicht­lich will­kür­li­chen Ein­satz von Pfef­fer­spray ihrer Kolleg*innen ver­letzt.

Schon zu Beginn ver­hin­der­te die Poli­zei das Los­lau­fen der Demons­tra­ti­on, indem sie ohne Ansa­ge mit Pfef­fer­spray und Faust­schlä­gen auf die Demonstrant*innen los ging.
Nach­dem die Demons­tra­ti­on am Alham­bra ange­kom­men war und sich die Teilnehmer*innen zu einem gemein­sa­men Essen ein­ge­fun­den hat­ten, zog sich die Poli­zei nicht wie üblich zurück, son­dern umstell­te die Anwe­sen­den. Obwohl zu kei­ner Zeit Gewalt von den Demonstrationsteilnehmer*innen aus­ging, nahm die Poli­zei will­kür­lich drei Men­schen bru­tal fest. Die Polizist*innen schlu­gen den Fest­ge­nom­men der­art mas­siv ins Gesicht, dass die Betrof­fe­nen anschlie­ßend im Kran­ken­haus behan­delt wer­den muss­ten. »Sie konn­ten mir noch nicht ein­mal den genau­en Grund mei­ner Fest­nah­me nen­nen“, berich­te­te einer der Fest­ge­nom­me­nen.
Eine Akti­vis­tin aus dem Alham­bra Umfeld sag­te dazu: »Die Akti­on vor dem Alham­bra war eine rei­ne Macht­de­mons­tra­ti­on. Anschei­nend waren sie sau­er, dass sie es vor­her nicht geschafft hat­ten, die Teilnehmer*innen zu pro­vo­zie­ren. Wir sind zu jedem Zeit­punkt laut aber fried­lich geblie­ben«.

»Die Olden­bur­ger Behör­den legen die Lis­te ver­bo­te­ner Sym­bo­le will­kür­lich und repres­siv aus und kri­mi­na­li­sie­ren auf die Wei­se die kur­di­schen und pro­kur­di­schen Pro­tes­te«, so ein Akti­vist. Zudem hat die Poli­zei ver­sucht, die kur­di­schen und pro­kur­di­schen Pro­tes­te gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len, indem sie Unwahr­hei­ten ver­brei­te­te. So gab es anders als die Poli­zei behaup­te­te sehr wohl Straf­ver­fah­ren im Nach­gang kur­di­scher Demons­tra­tio­nen. »Wir wer­den kei­ne Spal­tung der Pro­tes­te zulas­sen. Wir ste­hen wei­ter­hin zusam­men gegen Repres­si­on und in Soli­da­ri­tät mit den Men­schen in Kur­di­stan«.

Hin­ter­grund der Demons­tra­ti­on war eine Durch­su­chung des Alham­bra am Mitt­woch Vor­mit­tag. Vor­wand waren ver­meint­lich ver­bo­te­ne kur­di­sche Soli­da­ri­täts­fah­nen, die am 1. Mai gezeigt wur­den. Das Alham­bra ist ein selbst­ver­wal­te­tes Zen­trum, unab­hän­gig von öffent­li­cher Fina­zie­rung, in dem Uto­pi­en gelebt und mit den herr­schen­den Struk­tu­ren gebro­chen wer­den kann. «

 

Quel­le:

http://alhambra.de/infos/20180525_Pressemitteilung.pdf

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