Bericht aus Rojava: Zur Situation in Afrin und der türkischen Aggression

Bild: Bertramz via Wikimedia Commons (Lizenz: CC BY 3.0)
Vor­trags­ver­an­stal­tung mit dem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­ler Kerem Scham­ber­ger
am 27.April 2018 um 18.00 Uhr im Havan­na, Pfer­de­markt
Am 20. Janu­ar 2018 begann das tür­ki­sche Mili­tär offi­zi­ell mit dem völ­ker­recht­wid­ri­gen Angriffs­krieg gegen den nord­sy­ri­schen Kan­ton Afrin, eine Regi­on, die bis­her vom Krieg ver­schont geblie­ben war. Hun­dert­tau­sen­de Men­schen hat­ten dort Zuflucht gefun­den.
Der tür­ki­sche Prä­si­dent Erdo­gan spricht davon, dass die­ser Angriff aus­schließ­lich dem Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus die­nen soll, wes­halb die­ser Krieg auch „Ope­ra­ti­on Oli­ven­zweig“ genannt wur­de. Der Oli­ven­zweig soll ein Sym­bol des Frie­dens dar­stel­len. Doch das ist rei­ner Zynis­mus. Zum einen führt die Tür­kei die­sen Angriffs­krieg mit Hil­fe von isla­mis­ti­schen Kämp­fern, die teils direkt dem Isla­mi­schen Staat und ande­ren isla­mis­ti­schen Ter­ror­ban­den anhän­gen. Zum ande­ren ist die eigent­li­che Absicht des Erdo­gan-Regimes, gegen alle Kur­din­nen und Kur­den und ins­be­son­de­re gegen die von ihnen geschaf­fe­ne frei­heit­li­che Gesell­schaft vor­zu­ge­hen.
Mit dem Demo­kra­ti­schen Kon­fö­de­ra­lis­mus ist es den Kur­din­nen und Kur­den gelun­gen, eine Gesell­schafts­form zu erschaf­fen, in der Gleich­be­rech­ti­gung zwi­schen Mann und Frau herrscht, Ent­schei­dun­gen gemein­sam getrof­fen wer­den und nie­mand auf­grund sei­ner reli­giö­sen Zuge­hö­rig­keit unter­drückt wird. Die­se pro­gres­si­ven Vor­stel­lun­gen ste­hen jedoch im völ­li­gen Gegen­satz zu Erdo­gans Auf­bau einer Dik­ta­tur in der Tür­kei. Seit der Been­di­gung des Frie­dens­pro­zes­ses zwi­schen der Tür­kei und kur­di­scher Frei­heits­be­we­gung im Som­mer 2015 rollt eine Wel­le der Repres­si­on und Unter­drü­ckung über alle, die sich den dik­ta­to­ri­schen Ansprü­chen Erdo­gans ver­wei­gern. Dabei wur­den meh­re­re zehn­tau­send Men­schen ver­haf­tet und ohne Gerichts­ver­fah­ren weg­ge­sperrt.
Eine Ver­an­stal­tung des Olden­bur­ger Frie­dens­bünd­nis­ses in Koope­ra­ti­on mit der Attac-Regio­nal­grup­pe Olden­burg, dem Kreis­ver­band Olden­burg der GEW, der Regio­nal­grup­pe des Demo­kra­ti­schen Gesell­schafts­zen­trums der Kur­dIn­nen in Deutsch­land (NAV-DEM), dem För­der­ver­ein inter­na­tio­na­les Flucht­mu­se­um e.V. und des Ver­eins mar­xis­ti­sche lin­ke e.V.

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