»Ede und Unku – die wahre Geschichte. Das Schicksal einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heute«

Lesung, Film und Sin­tiswing am 7. April 2018 im »Anna-Schwarz-Rom­nok­her«, Ste­din­ger­stra­ße 45a, 26135 Olden­burg

»Unku« war ein rea­les Mäd­chen, das die jüdi­sche Schrift­stel­le­rin Gre­te Weis­kopf ali­as Alex Wed­ding zu ihrem Roman »Ede und Unku« inspi­rier­te. Unku hieß eigent­lich Erna Lau­en­bur­ger und war eine Sint­essa – wes­halb ihr Leben wie das ihrer Fami­li­en­mit­glie­der bei­spiel­haft das Schick­sal der Sin­ti und Roma zur NS-Zeit zeigt. Das Buch erzählt die Geschich­te eines Mäd­chens, das erst Titel­hel­din in einem der meist­ver­kauf­ten Kin­der­bü­cher Deutsch­lands wur­de (über 5 Mio. Exem­pla­re) und spä­ter in Ausch­witz starb. Im Spie­gel der Erleb­nis­se sei­ner Vor­fah­rin reflek­tiert Lau­en­ber­ger sei­ne eige­ne Kind­heit in der DDR und zeich­net ein außer­ge­wöhn­li­ches Fami­li­en­por­trait, das den rund 150.000 Sin­ti und Roma in Deutsch­land ein Gesicht gibt.

Ede und Unku sind zwei Kin­der, die die Haupt­rol­len in einem Jugend­ro­man aus den 30er-Jah­ren spie­len. Mehr als fünf Mil­lio­nen Men­schen haben sich mit der Erzäh­lung über die Freund­schaft zwi­schen dem Arbei­ter­jun­gen Ede und dem Sin­ti­mäd­chen Unku gele­sen. Vie­le Jahr­zehn­te gehör­te das Buch in der ehe­ma­li­gen DDR zur Schul­lek­tü­re. Doch kaum jemand kennt die wah­re Geschich­te des Sin­ti­mäd­chens Unku. Jan­ko Lau­en­ber­ger, ein Ber­li­ner Jazz­mu­si­ker, ist der Urgroß­cou­sin Unkus. Ihm war es eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit – zusam­men mit der Jour­na­lis­tin Julia­ne von Wede­mey­er – die Spu­ren sei­ner gro­ßen Sin­ti-Fami­lie zu erfor­schen, die in der Zeit von 1918 bis 1945 Schreck­li­ches durch­le­ben muss­te.

Über die Autor*innen:

Jan­ko Lau­en­ber­ger, Jahr­gang 1976, arbei­tet als Musi­ker in Ber­lin und hat bereits mit Jazz­grö­ßen wie Ferenc Snet­ber­ger gespielt. Aus­ge­bil­det hat ihn sein Vater, Grün­der der DDR-Kult­band »Sin­ti Swing Ber­lin«. Seit sei­nem 16. Lebens­jahr spielt Lau­en­ber­ger in der Band mit, wid­met sich aber auch eige­nen musi­ka­li­schen Pro­jek­ten.
Julia­ne von Wede­mey­er, Jahr­gang 1975, ist freie Auto­rin und arbei­tet heu­te vor allem für die Süd­deut­sche Zei­tung. Ihre ers­ten Repor­ta­gen und Por­träts schrieb sie für den Ber­li­ner Tages­spie­gel. In der Nähe Ber­lins ist sie auch auf­ge­wach­sen. »Ede und Unku« gehör­te für sie also zur Schul­lek­tü­re.

PROGRAMM am 07. April 2018

16.00 Uhr Lesung Ede und Unku – die wah­re Geschich­te mit Jan­ko Lau­en­ber­ger und Julia­ne von Wede­mey­er

17.00 Uhr Film Was mit Unku geschah D. 35 min, R. Jana Mül­ler

 

Ver­an­stal­ter: Freun­des­kreis für Sin­ti und Roma in Olden­burg e.V.

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