Der Internationale Frauentag als neuer Feiertag!

Das Olden­bur­ger »Zen­trum für Frau­en­geschich­te« begrüßt die Initia­ti­ve des Minis­ter­prä­sen­ten Ste­phan Weil zur  Ein­füh­rung eines wei­te­ren Fei­er­tags in Nie­der­sach­sen und hat auch gleich einen guten inhalt­li­chen Vor­schlag. Gemein­sam mit ande­ren Frau­en­ver­bän­den – zusam­men­ge­schlos­sen im Lan­des­frau­en­rat Nie­der­sa­chen e.V. – spricht sich das Zen­trum für den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag als neu­en Fei­er­tag aus. Wir doku­men­tie­ren im fol­gen­den die Begrün­dung des Frau­en­geschichts­zen­trums:

»Wir sind der Über­zeu­gung, dass sich … der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag beson­ders eig­net: er zählt zu den weni­gen Gedenk­ta­gen, die welt­weit den Kampf um Gleich­be­rech­ti­gung, Demo­kra­tie und Teil­ha­be in allen Lebens­be­rei­chen und die damit ein­her­ge­hen­den gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen und Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­zes­se wür­di­gen.

Ein zusätz­li­cher kirch­li­cher Fei­er­tag jedoch wür­de wei­te Tei­le der Bevöl­ke­rung aus­gren­zen, sei­en es die ande­rer Glau­bens­ge­mein­schaf­ten oder sol­che, die sich kei­nem Glau­ben zuge­hö­rig füh­len.

Es bie­tet sich die Gele­gen­heit mit dem Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung einen Tag zu wid­men. Mit die­sem Gedenk­tag wird auf die Gleich­stel­lung der Geschlech­ter und Frau­en­rech­te auf­merk­sam gemacht.

Die Gleich­be­rech­ti­gung von Män­nern und Frau­en ist recht­lich zwar for­mu­liert, aber immer noch nicht im „rea­len Leben“ erreicht, es bestehen nach wie vor erheb­li­che Defi­zi­te in Bezug auf Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit.

Der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag als Fei­er­tag wäre auch ein Sym­bol für das in der Ver­fas­sung ver­an­ker­te Recht auf Gleich­stel­lung und gegen Dis­kri­mi­nie­rung. Gleich­zei­tig wür­de er die his­to­ri­schen Wur­zeln des Kamp­fes um glei­che und demo­kra­ti­sche Rech­te aller Men­schen wür­di­gen

Die im Grund­ge­setz fest­ge­leg­te Ver­pflich­tung des Staa­tes, die Gleich­be­rech­ti­gung von Frau­en und Män­nern zu för­dern, kann mit die­sem Fei­er­tag im öffent­li­chen Bewusst­sein deut­lich gemacht und ver­an­kert wer­den. Im Sin­ne des Arti­kel 3, Absatz 2 des Grund­ge­set­zes „Der Staat för­dert die tat­säch­li­che Durch­set­zung der Gleich­be­rech­ti­gung von Frau­en und Män­nern…“ kann ein Fei­er­tag, der auf die his­to­ri­schen Kämp­fe zur Gleich­stel­lung von Frau­en ver­weist und die aktu­el­le Situa­ti­on im Blick hält, ein gutes Mit­tel zur Umset­zung die­ser Ver­pflich­tung sein.

Es ist an der Zeit – und eben­so ein guter Zeit­punkt, da sich 2018/19 die Ein­füh­rung des Wahl­rechts für Frau­en in Deutsch­land zum 100sten Mal jährt und der Kampf um das Frau­en­wahl­recht eine der Haupt­for­de­run­gen des Inter­na­tio­na­len Frau­en­ta­ges war, der seit 1911 began­gen wird.«

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