Lesung & Diskussion in Bremen: »Femistische Psychiatrie Kritik«

»Peet The­sing liest aus ihrem Buch »Femi­nis­ti­sche Psych­ia­trie­kri­tik«. Das The­ma Psych­ia­trie­kri­tik ist schon lan­ge aus dem Blick­feld von Feminist*innen ver­schwun­den. ‚Hel­fen­de‘ Maß­nah­men wer­den nicht (mehr) gesell­schafts­kri­tisch ana­ly­siert, auch psych­ia­trisch-medi­zi­ni­sche Ansät­ze wer­den nicht auf ihre struk­tu­rel­le Bedeu­tung hin befragt – Geschich­te scheint es in der Psych­ia­trie nicht zu geben.

Dabei sind vie­le Fra­gen offen: Wie eigent­lich ent­ste­hen ‚psy­chi­sche Krank­hei­ten‘ in die­ser Gesell­schaft? Wie wird zwi­schen krank und gesund (nicht) unter­schie­den? Wird Homo­se­xua­li­tät tat­säch­lich nicht mehr als Krank­heit betrach­tet? Womit wird psych­ia­tri­sche Gewalt begrün­det? Wel­che Rol­le spie­len lega­le Dro­gen und The­ra­pi­en? Hört die femi­nis­ti­sche For­de­rung »My body, my choice« bei Ess­stö­run­gen und Selbst­ver­let­zun­gen auf?

The­sing hin­ter­fragt psych­ia­tri­sche Ansät­ze aus einer gesell­schafts­kri­ti­schen Per­spek­ti­ve. Dabei ori­en­tiert sich die Autorin am Wis­sen Psych­ia­trie-Erfah­re­ner. Es geht um die Tren­nung zwi­schen gesund und krank, um die Ent­ste­hung von Dia­gno­sen, um Homo­se­xua­li­tät und Hys­te­rie und die Macht der Gut­ach­ten. Es wird beschrie­ben, wie psych­ia­tri­sche Gewalt funk­tio­niert; Fes­se­lun­gen und die Ver­ab­rei­chung von Medi­ka­men­ten wer­den dabei eben­so ana­ly­siert wie psy­chi­sche Zugrif­fe.

Abschlie­ßend wer­den Optio­nen vor­ge­stellt, die Hand­lungs­fä­hig­keit wie­der mög­lich machen, wenn die Psych­ia­trie sich nicht als Ort des ‚Hel­fens und Hei­lens‘ erweist. Es wird auch aus­rei­chend Zeit für Fra­gen und Dis­kus­si­on geben.«

 

am 12. Janu­ar im info­la­den Bre­men, St.-Pauli-Str. 10–12

ab 19.30h gibt es »Bar und Waf­feln«, um 20h beginnt die Ver­an­stal­tung