Spenden was das Zeug hält – noch in diesem Jahr!

Bild: pxhere.com / CC0 Öffentliche Domäne

Auch am Ende die­ses Jah­res ver­geht kaum ein Tag, an dem nicht irgend­ein Spen­den­auf­ruf einer bis dahin unbe­kann­ten Orga­ni­sa­ti­on samt bei­ge­füg­tem Über­wei­sungs­trä­ger aus der Post pur­zelt. Die Papier­mas­sen, die die­se Spen­den­wer­bun­gen in die­sen Tagen in unse­ren Müll­ton­nen bil­den, sind weni­ger der Erwar­tung der Absender*innen geschul­det, nach der die Men­schen in der »Advents­zeit« in solch gefühls­du­se­li­ge Zustän­de ver­fie­len, in denen sie – erfüllt von christ­li­cher Nächs­ten­lie­be, gequält durch das schlech­te Gewis­sen der Sünder*in und ohne Rück­sicht auf die finan­zi­el­le Last der bevor­ste­hen­den Weih­nachts­ein­käu­fe – sich von einem Hoch­glanz­fly­er samt auf­rüt­teln­der Fotos und Rhe­to­rik zu einem drei­stel­li­gen Ablass sich über­zeu­gen lie­ßen.

Nein, der Grund, wes­halb soge­nann­te gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen gera­de zum Ende des Jah­res Spender*innen zu gewin­nen ver­su­chen, ist eigent­lich ein ande­rer, ein eher bana­ler und nach­voll­zieh­ba­rer. Im Dezem­ber besteht näm­lich für die Steuerzahler*innen die letz­te Mög­lich­keit, noch in die­sem Jahr Aus­ga­ben zu täti­gen, die dann bei der Steu­er­erklä­rung abge­setzt wer­den kön­nen. Alle irgend­wie Erwerbs­tä­ti­gen, ja auch ein­fa­che und Teilzeit-Arbeitnehmer*innen, wer­den also auf­ge­for­dert, ihre dies­jäh­ri­gen Ein­nah­men und Aus­ga­ben zu betrach­ten und – falls noch nicht gesche­hen – noch schnell ein paar Spen­den an gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen zu täti­gen.

Die Bereit­schaft von Men­schen, einen Teil ihres Ein­kom­mens an eine gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­ti­on zu spen­den, ist oft­mals exis­ten­zi­el­le Bedin­gung für das Fort­be­stehen die­ser Ver­ei­ne und ihrer Ange­bo­te. Schon das Zah­len lau­fen­der Kos­ten ist ihnen ohne Pri­vat­spen­den oft unmög­lich. Schließ­lich basiert ihr Sta­tus der Gemein­nüt­zig­keit auf der Vor­aus­set­zung, dass sie sich nicht gewerb­lich betä­ti­gen und kei­ne wirt­schaft­li­chen Pro­fi­te machen dür­fen.

Was beim Spenden zu beachten ist

Spen­den sind am bes­ten so zu über­sen­den, dass die Spender*in sich den Betrag im nächs­ten Jahr im Rah­men der Steu­er­erklä­rung zu gro­ßen­Tei­len zurück­ho­len kann. Eine Spender*in kann unter vestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen durch über­leg­tes Spen­den ein gerin­ge­res zu ver­steu­ern­des Ein­kom­men errei­chen, wodurch sie finan­zi­ell unter dem Strich sogar pro­fi­tie­ren kann. Beson­ders kom­pli­ziert ist der Vor­gang des Spen­dens und des Abset­zens nicht (vgl.: ratgeber-geld.de/spenden-absetzen):

  • Spen­den sind nur steu­er­lich absetz­bar, wenn die bedach­te Orga­ni­sa­ti­on den Sta­tus einer »gemeinnnüt­zi­gen« Orga­ni­sa­ti­on hat
  • Spen­den unter 200 Euro bedür­fen nur eines ein­fa­chen Nach­wei­ses, also eines Zah­lungs­be­legs z.B. in Form eines Kon­to­aus­zugs oder Ein­zahl­be­legs- eine Sum­me klei­ner als 200 Euro kann bei der Steu­er­erklä­rung in das dafür frei­ge­hal­te­ne Feld ein­ge­tra­gen wer­den (Sei­te 2, Rand­num­mern 45 – 56)
  • bei Über­wei­sun­gen ist ein­fach das Stich­wort »Spen­de« zu nen­nen
  • für Spen­den über 200 Euro braucht es eine Spen­den­quit­tung bzw. »Zuwen­dungs­be­schei­ni­gung« – die­se wird von der begüns­tig­ten Orga­ni­sa­ti­on ger­ne aus­ge­stellt
  • bis zu 20% der Jah­res­ein­künf­te kön­nen gespen­det und steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den
  • vor ers­ten, wirk­lich gro­ßen Spen­den wäre ein Gespräch mit einer Steuerberater*in (z.B. bei einem Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein) sowie Rück­spra­che mit dem Ver­ein, der die Spen­de erhal­ten soll, wahr­schein­lich rat­sam.

Ver­brei­tet sind Zwei­fel dar­an, ob die Spen­de auch dort ankommt, wo die Spender*in sie pla­ziert wis­sen will. Auf der Suche nach einer Orga­ni­sa­ti­on, die die eige­nen Wün­sche ver­folgt und nicht zuletzt an gemein­sa­men poli­ti­schen Zie­len arbei­tet, könn­te es von Vor­teil sein, wenn sich die­se Orga­ni­sa­ti­on vor Ort befin­det und sich die inter­es­sier­te Spender*in ein­fach an die Aktivist*innen oder den Vor­stand wen­den kann, falls sie Fra­gen hat. Auf Nach­fra­ge wird die Inter­es­sier­te bestimmt auch erfah­ren, wie stark die Abhän­gig­keit z.B.  von Olden­bur­ger Initia­ti­ven von Spen­den tat­säch­lich ist und wie wich­tig Dei­ne Spen­de für die Arbeit vor Ort sein wird.

 

Die Redak­ti­on der Olden­bur­ger Rund­schau möch­te an die­ser Stel­le vier Orga­ni­sa­tio­nen emp­feh­len, deren gemein­nüt­zi­ge Trä­ger­ver­ei­ne sich sicher sehr über eine Spen­de von Dir freu­en wer­den:

Alham­bra (Auto­no­mes Akti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trum, Olden­burg)

Email: alhambra@alhambra.de

Trä­ger­ver­ein: Ver­ein zur För­de­rung eines Akti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trums in Olden­burg e.V.

Spen­den­kon­to: Alham­bra, IBAN: DE24 2805 0100 0000 4303 97

 

ALSO (Erwerbs­lo­sen­i­n­i­ta­ti­ve und Sozi­al­be­ra­tung, Olden­burg)

Email: soselbst@ewetel.net

Trä­ger­ver­ein: SoSelbst, Ver­ein zur För­de­rung der Sozi­al­be­ra­tung und Selbst­hil­fe in Olden­burg e.V.

Spen­den­kon­to: SoSelbst, IBAN: DE10 2802 0050 1447 4100 00

 

Auto­no­mes Frau­en­haus (und Bera­tungs­stel­le gegen häus­li­che Gewalt, Olden­burg)

Email: frauenhausOL@t-online.de

Spen­den­kon­to: DE73 2805 0100 0000 4072 05

 

Mis­si­on Life­li­ne (See­not­ret­tung auf dem Mit­tel­meer)

Email: spenden@mission-lifeline.de

IBAN: DE85 8509 0000 2852 2610 08

 

Abschlie­ßend möch­ten wir auch noch in eige­ner Sache dar­auf hin­wei­sen, dass auch wir zur Bereit­stel­lung der Inter­net­sei­te oldenburger-rundschau.de (über­schau­ba­re) Kos­ten haben. Auch wenn wir kei­ne Spen­den­quit­tung aus­stel­len kön­nen, wäre uns finan­zi­el­le Unter­stüt­zung sehr hilf­reich. Hast Du Inter­es­se, uns z.B. bei den Gebüh­ren für die Web­site zu unter­stüt­zen? Dann schrei­be uns ger­ne an redaktion@oldenburger-rundschau.de.