So war die autonome 1. Mai-Demo 2017 in Oldenburg

Rund 350 Men­schen hat­ten sich ges­tern, am 1.Mai, bei son­ni­gem Wet­ter in der Kai­ser­stra­ße zusam­men­ge­fun­den, um anläss­lich des tra­di­tio­nel­len Kampf­ta­ges der Arbeiter*innenbewegung um 13 Uhr den jähr­li­chen Marsch um die Olden­bur­ger Innen­stadt zu star­ten.

Die Auto­no­me 1.Mai Demo in Olden­burg stand in die­sem Jahr unter dem Mot­to: „Raum für Alle, Zeit für Alles – Schluss mit Aus­beu­tung, Aus­gren­zung & Leis­tungs­zwang“. Argu­men­te für die von Vie­len wahr­schein­lich als uto­pisch begrif­fe­nen For­de­run­gen, wie sie im Mot­to zusam­men­ge­fasst sind, kamen in den acht Rede­bei­trä­ge zum Aus­druck. Unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven auf die Ver­hält­nis­se und Ereig­nis­se in und um Olden­burg wur­den von ver­schie­de­nen loka­len Grup­pen dar­ge­stellt.

Vor dem Arbeits­amt berich­te­te die Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ve ALSO u.a. über die Arbeits- Lebens­be­din­gun­gen der im Olden­bur­ger und Clop­pen­bur­ger Land beschäf­tig­ten Men­schen in der Fleisch­in­dus­trie. Der Red­ner zeig­te an Bei­spie­len auf, dass sich der soli­da­ri­sche Kampf für kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen loh­nen kann und rief dazu auf, sich an der Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­ar­beit der ALSO zu betei­li­gen.

Wei­te­re Grün­de, sich in der nächs­ten Zeit Aus­beu­tung und Leis­tungs­zwang wenigs­tens zeit­wei­se zu ent­zie­hen, bot der Rede­bei­trag des No-G20-Bünd­nis­ses aus Olden­burg: im Ange­sicht des im Juli statt­fin­den­den G20-Gip­fel­tref­fens in Ham­burg wur­de von den betei­lig­ten Olden­bur­ger Grup­pen und Per­so­nen ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm aus Vor­trä­gen, Fil­men, Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen und Work­shops zusam­men­ge­stellt und vor­ge­stellt. In den nächs­ten Mona­ten soll mit die­sem Pro­gramm auch in Olden­burg für die Schat­ten­sei­ten des kapi­ta­lis­ti­schen Herr­schafts­sys­tems sen­si­bi­li­siert und für die Teil­nah­me an den Gip­fel­pro­tes­ten mobi­li­siert wer­den.

Die öko­no­misch domi­nier­te Stadt­ent­wick­lung in Olden­burg und der arro­gan­te Umgang mit Leer­stand in die­ser Stadt, war Anlass zum Auf­ruf, sich auch die­ser Form der Aus­gren­zung zu wider­set­zen.

Olden­bur­ger Antifaschist*innen gaben einen infor­ma­ti­ven Über­blick über die der­zei­ti­gen Aus­ufe­run­gen rech­ter Gewalt und ras­sis­ti­schen Denk­mus­ter in der Gesell­schaft und rie­fen dazu auf sich die­sen ent­schie­de­nen ent­ge­gen­zu­tre­ten.

Über die Situa­ti­on in Olden­burg hin­aus, berich­te­ten auch Vertreter*innen des Kur­di­stan-Soli­da­ri­täts­ko­mi­tees und Nav-Dem über die aktu­el­len krie­ge­risch-ver­bre­che­ri­schen Angrif­fe auf syri­sche Kurd*innen und das demo­kra­ti­sche Pro­jekt in Roja­va durch das tür­ki­sche Mili­tär.

Die Grup­pe Kli­ma­ak­ti­on Olden­burg stell­te den Zusam­men­hang zwi­schen glo­ba­len Ereig­nis­sen und Prak­ti­ken und den kon­kre­ten Lebens­be­din­gun­gen dar.

Zur Fei­er die­ser gelun­ge­nen, eben­so infor­ma­ti­ven, kämp­fe­ri­schen wie auf­rüt­teln­den Demo, die sich auch durch poli­zei­tak­ti­sche Spiel­chen um die Bestim­mung der Demo­rou­te nicht auf­hal­ten ließ, konn­ten die Teilnehmer*innen wie jedes Jahr abschlie­ßend ein ent­spann­tes Stra­ßen­fest vor dem Alham­bra genie­ßen.

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Else

Dan­ke für den Bericht und die schö­nen Bil­der! Jetzt noch die Fra­ge, ob ich viel­leicht die Rede­bei­trä­ge auch bei euch mal nach­le­sen könn­te? Wür­de mich freu­en! Soli­da­ri­sche Grü­ße