500 Jahre Utopia – Utopie und Marx(ismus)

Foto: Titelholzschnitt aus Thomas Morus' Roman Utopia (public domain)
Wie kaum ein anderer großer Humanist hat der nachmalige englische Lordkanzler Thomas Morus mit seinem Roman „Utopia“ das politisch-philosophische Denken der beginnenden Neuzeit beflügelt. Die Herausgabe dieses inspirierenden Werkes jährte sich im Dezember 2016 zum 500. Male.Als historische Person ist Morus nach wie vor umstritten: Die katholische Kirche hat ihn heiliggesprochen, lehnt seine Ideen vom gesamtgesellschaftlichen Gemeineigentum aber ab. Den Sozialisten gilt er als erster Architekt einer kommunistischen Zukunftsgesellschaft, jedoch standen Marx & Engels seiner „asketischen Gleichmacherei“ skeptisch gegenüber und sahen einen eklatanten Widerspruch zwischen Utopie und Wissenschaft.

Wie stehen wir heute eigentlich zu Zukunftsentwürfen? Können sie zielführend sein und die Vorstellungen von einer Gesellschaftsordnung, die nicht primär auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln fußt, wiederbeleben, gar konkretisieren? Oder begeben wir uns damit erneut auf das Glatteis rein visionärer Modellkonstrukte, die, weil sie keine Bodenhaftung in den realen gesellschaftlichen Verhältnissen aufweisen, schöne Träume bleiben müssen?

Über diese Fragen spricht Dr. Gerald Munier (Bielefeld) am Sonntag, 23.04.2017 um 11 Uhr im ALSO-Zentrum in der Donnerscheer Str.55. Munier (Jg. 1951) war langjähriger Chefredakteur der Fachzeitschrift „Alternative Kommunalpolitik“ und ist Lehrbauftragter für Geschichtsdidaktik an der Universität Bielefeld. Aus seiner Feder stammt die beim VSA-Verlag veröffentlichte Biographie: „Thomas Morus – Urvater des Kommunismus und katholischer Heiliger“ (Hamburg 2008).

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