Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat

Foto: Polizeidirektion Oldenburg

Vom 3. April bis zum 30. April 2017 zeigt die Polizeidirektion Oldenburg die Wanderausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" im ehemaligen oldenburgischen Staatsministerium am Theodor-Tantzen-Platz 8. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils Montags bis Donnerstags von 12-16 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Die Wanderausstellung wurde von Dr. Dirk Götting, Leiter des Polizeimuseums Niedersachsen, konzipiert. Das Polizeimuseum Niedersachsen schreibt über diese Ausstellung:

"Die Polizei war im Nationalsozialismus bis zum Schluss eine verlässliche Stütze des Unrechtsstaates. Es hat lange gedauert, bis sich diese Tatsache auch innerhalb der Polizei der Nachkriegszeit durchsetzen konnte. So wundert es nicht, dass erst im April 2008 die Innenministerkonferenz des Bundes und der Länder beschlossen hat, die Rolle der Polizei im NS-Staat weiter erforschen und in einer Ausstellung darzustellen zu lassen. Auf der Basis dieses Beschlusses hat die Deutsche Hochschule der Polizei in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum in Berlin, die Ausstellung »Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat« erarbeitet. (...)

Im Anschluss wurden die wesentlichen Inhalte als Kernthesen den Bundesländern zur Verfügung gestellt. So bot sich die Möglichkeit, diese einmalige Ausstellung mit für den Bereich Niedersachsen bedeutsamen Inhalten und Exponaten zu erweitern. Ein anfängliches Problem war, dass es das Land Niedersachsen vor 1946 noch gar nicht gegeben hat. Die Ergänzungen beziehen sich also auf die Vorgängerregionen, also die preußische Provinz Hannover und die Länder Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg/Lippe. Es wurden beispielhaft regionale Ereignisse dargestellt, wie das öffentliche Zurschaustellen von so geannter "Rassenschande" in Norden oder die Deportation von jüdischen Mitbürgern aus Hildesheim. Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf die Beteiligung von Polizeiangehörigen während des Zweiten Weltkriegs. So war einer der Hauptverantwortlichen an der Ermordung von über 33.000 jüdischen Einwohnern von Kiew ein Mann, der zuvor Polizeiverantwortlicher in Braunschweig gewesen war. Die Ausstellung geht auch noch über das Jahr 1945 hinaus und thematisiert personelle Kontinuitäten der Nachkriegspolizei. Etwa einen Polizeibeamten, der an der Konstruktion von Vergasungswagen beteiligt war. Er konnte bis Mitte der 1960er Jahre im niedersächsischen Polizeidienst verbleiben und wurde erst 1966 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Bei der Frage nach widerständigem Handeln von Polizeibeamten im Nationalsozialismus wurden leider kaum Beispiele gefunden. (...)

Bei den Ergänzungen handelt es sich auf der einen Seite um Informationen und Bildmaterial aus Archiven, Museen und Gedenkstätten und zum anderen um Exponate aus dem Fundus des Polizeimuseums Niedersachsen und private Leihgaben. Sehr eindrucksvoll ist eine kurze Filmsequenz über die Deportation jüdischer Einwohner aus Hildesheim."

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