I Am Not Your Negro

Von Don­ners­tag, 30. März bis Mitt­woch, 12. April zeigt das Cine K den Film »I Am Not Your Negro« von Raoul Peck. Als der US-Schrift­stel­ler James Bald­win im Dezem­ber 1987 starb, hin­ter­ließ er ein 30-sei­ti­ges Manu­skript mit dem Titel »Remem­ber This House«. Das Buch soll­te eine per­sön­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Bio­gra­fi­en drei­er enger Freun­de wer­den, die alle bei Atten­ta­ten ermor­det wur­den: Mar­tin Luther King, Mal­colm X und Med­gar Evers. Die per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen an die drei gro­ßen Bür­ger­recht­ler ver­knüpft Bald­win mit einer Reflek­ti­on der eige­nen, schmerz­haf­ten Lebens­er­fah­rung als Schwar­zer in den USA.

»I am not your Negro« schreibt Bald­wins furio­ses Frag­ment im Geis­te des Autors fil­misch fort und ver­dich­tet es zu einer bei­ßen­den Ana­ly­se der Reprä­sen­ta­ti­on von Afro-Ame­ri­ka­ner_in­nen in der US-Kul­tur­ge­schich­te. Bald­wins Wor­te ertö­nen über Archiv­fo­tos, Film­aus­schnit­te und Nach­rich­ten-Clips der 1950er und 60er Jah­re, die noch von Ras­sen­tren­nung und einer bei­nah voll­kom­me­nen Unsicht­bar­keit der Schwar­zen in Hol­ly­woods geprägt waren; sie erzäh­len von der For­mie­rung der schwar­zen Bür­ger­rechts­be­we­gun­gen und Bald­wins kom­pli­zier­tem Ver­hält­nis zum Black-Power-Move­ment. In einer küh­nen Erwei­te­rung des lite­ra­ri­schen Texts spannt der Film den Bogen bis in die Jetzt­zeit: zur noch heu­te gegen­wär­ti­gen wei­ßen Poli­zei­ge­walt gegen Schwar­ze, den Unru­hen von Fer­gu­son und Dal­las und der Black-Lives-Mat­ter-Bewe­gung. In einem hoch­po­li­ti­schen Pro­zess der Aneig­nung schreibt I AM NOT YOUR NEGRO damit die US-Geschich­te aus einer bis heu­te unter­drück­ten Per­spek­ti­ve neu.

»I Am Not Your Negro«
USA | Frank­reich | Bel­gi­en | Schweiz 2016, 93 Min.
Regie: Raoul Peck

 

Der aus Hai­ti stam­men­de Regis­seur Raoul Peck („Lumum­ba“, 1992/2000; „Der Mann auf dem Quai“, 1993; „Der jun­ge Karl Marx“, 2017) wur­de für sei­nen mit­rei­ßen­den Doku­men­tar­film- Essay auf der dies­jäh­ri­gen Ber­li­na­le mit ste­hen­den Ova­tio­nen gefei­ert und mit dem Pan­ora­ma-Publi­kums-Preis aus­ge­zeich­net. Der Film war zudem für den Oscar als Bes­ter Doku­men­tar­film nomi­niert.