»Aus Niedersachsen nach Auschwitz« Die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V. hat es der Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. geschafft, die seit 2003 in über 40 niedersächsischen Städten gezeigte Ausstellung "Aus Niedersachsen nach Auschwitz - Die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit" nach Oldenburg zu bringen. Sie wird in den Schauräumen des Stadtmuseums Oldenburg vom 20. Februar bis 19. März gezeigt.

Im März 2017 jährt sich die große Deportation der Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das "Zigeunerfamilienlager" in Auschwitz-Birkenau. Die letzte Stufe ihrer Verfolgung durch das NS-Regime, der planmäßige Genozid, begann. Unter den über 13.000 deportierten Männern, Frauen und Kindern waren auch mindestens 700 Sinti aus Niedersachsen. Die Ausstellung nimmt den Jahrestag zum Anlass, um an das Schicksal der niedersächsischen Sinti unter dem NS-Regime zu erinnern.

Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Stufen und die Besonderheiten der Verfolgung der Sinti und Roma. Bereits 1938 und 1940 erfolgten planmäßig Verhaftungswellen, die für viele den Tod in Konzentrationslagern zur Folge hatten. Eingegangen wird auch auf die Problematik der Bestrafung der Täter und der Wiedergutmachung für die Opfer. Auch die Geschichte der "Zigeuner" vor dem Nationalsozialismus wird anhand niedersächsischer Quellen dargestellt.

Gezeigt werden Dokumente, Schriftstücke und alte Fotografien, die von der Ausstellung erstmalig 2003 veröffentlicht wurden. Eine große Anzahl Zeitzeugen aus niedersächsischen Städten kommt auf den ausgestellten Tafeln zu Wort. DVD-Installationen zeigen Interviews mit Überlebenden und Arbeiten von Schülern.

Eröffnet wird die Ausstellung am 20. Februar 2017 um 18.00 Uhr mit dem Vortrag "Die Verfolgung der Sinti und Roma in Oldenburg" von Dr. Hans Hesse, einer Einführung in die Ausstellung durch den Historiker Boris Erchenbrecher und Begrüßungen von der Bürgermeisterin Christine Wolff und Christel Schwarz vom Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti e.V. und dem Freundeskreis der Sinti und Roma in Oldenburg e.V.. Für eine musikalische Begleitung wird das Ensemble "Sinti-Swing Oldenburg" sorgen.

Zusatzlich werden noch weitere begleitende Veranstaltungen stattfinden:

Samstag, 25. Februar, 17 Uhr, Film und Gespräch: „The Awakening“ mit dem Regisseur Kenan Emini, Göttingen in der IBIS-Halle, Klävemannstr. 16, Eintritt frei. The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebensrealität von Roma, die abgeschoben wurden. Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens und vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung.

Samstag, 4. März, 16 Uhr im Stadtmuseum: „Auschwitz als Steinbruch“ Vortrag von Thomas Willms, Geschäftsführer des VVN-BdA, Eintritt frei

Mittwoch, 8. März, Gedenk–Vortrag und Podiumsdiskussion: Erinnerung an die am 8. März 1943 aus Oldenburg nach Auschwitz deportierten Sinti. Eingeladen sind Politiker, Sinti, Wissenschaftler, Pädagogen und das Publikum, über das Gedenken zu sprechen. Ort und Uhrzeit werden gesondert angekündigt.

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[…] Eine Aus­stel­lung in Olden­burg | „In Zusam­men­ar­beit mit dem För­der­ver­ein inter­na­tio­na­les Flucht­mu­se­um e.V. hat es der Freun­des­kreis für Sin­ti und Roma in Olden­burg e.V. geschafft, die seit 2003 in über 40 nie­der­säch­si­schen Städ­ten gezeig­te Aus­stel­lung „Aus Nie­der­sach­sen nach Ausch­witz – Die Ver­fol­gung der Sin­ti und Roma in der NS-Zeit“ nach Olden­burg zu brin­gen. Sie wird in den Schau­räu­men des Stadt­mu­se­ums Olden­burg vom 20. Febru­ar bis 19. März gezeigt. Im März 2017 jährt sich die gro­ße Depor­ta­ti­on der Sin­ti und Roma aus dem Deut­schen Reich in das „Zigeu­ner­fa­mi­li­en­la­ger“ in Ausch­witz-Bir­ken­au. Die letz­te Stu­fe ihrer Ver­fol­gung durch das NS-Regime, der plan­mä­ßi­ge… Read more »
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