Medikamente für Mumia Abu Jamal

Nach 1½ jährigem Rechtsstreit hat der US-amerikanische Richter Robert Mariani die Gefängnisbehörde Pennsylvanias angewiesen, dem Gefangenen Mumia Abu-Jamal die Medikamente zu geben, die gegen seine Hepatitis-C-Erkrankung wirksam sind.

Mumia Abu-Jamal ist ein ehemaliger Black Panther Aktivist, Bürgerrechtler und Journalist, der 1981 wegen eines angeblichen Polizistenmordes zum Tode verurteilt wurde. Das Verfahren war geprägt von Verurteilungsinteresse um jeden Preis, von Beweisunterschlagungen und Beweismanipulierung, von Behinderung der Verteidigung wie auch von der rassistischen Planung bei der Geschworenenauswahl. Bis heute haben sich daher weltweit viele Unterstützer_innen immer wieder um eine Neuaufnahme des Verfahrens, um die Verhinderung der Umsetzung der Todesstrafe wie auch für die Freilassung von Mumia Abu-Jamal eingesetzt.

Im August 1995 gingen 5000 Menschen in Berlin gegen den ersten Hinrichtungsbefehl Mumia Abu-Jamals auf die Straße. Vier Jahre später, als der zweite Hinrichtungsversuch unternommen wurde und viele glaubten, Jamal sei von seinen Unterstützer_innen vergessen worden, waren es in Hamburg 5500 Menschen, die gegen die Todesstrafe und für die Freiheit und das Leben von Mumia Abu-Jamal und Abdullah Öcalan protestierten. In Oldenburg haben Unterstützer_innen neben der Durchführung von Informationskampagnen immer auch Spendengelder für die rechtliche Auseinandersetzung gesammelt. Sogar der Rat der Stadt Oldenburg hat sich auf Antrag der Partei Die Linke am Fall Mumia Abu-Jamals gegen die Todesstrafe ausgesprochen.

Erst 2010 brachte die gute juristische Arbeit von Abu-Jamals Wahlverteidigern im Schulterschluss mit einer seit Jahrzehnten beharrlichen internationalen Solidaritätsbewegung das Todesurteil zu Fall. Seitdem kämpft der linke Journalist aus der Gefängniszelle gegen den »Slow death«, den langsamen Tod lebenslanger Haft, und seit zwei Jahren zusätzlich gegen die staatlich gewollte Nichtbehandlung seiner Hepatitis-C-Erkrankung. Mit dem am 03. Januar ergangenem Urteil ist es mit Mumia Abu-Jamal dem ersten Gefangenem gelungen, Zugang zu neuen und wirksamen Medikamenten zu bekommen. Eine Hoffnung auch für alle weiteren Inhaftierten, die ohne entsprechende Behandlung an Hepatitis-C leiden. Dennoch bleibt es zunächst nur abzuwarten, da davon auszugehen ist, dass die Gefängnisbehörde DOC Berufung gegen das Urteil Marianis einlegen wird.

Die Besucher_innen der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin erreichte auch in diesem Jahr wieder einen telefonische Grußbotschaft von Mumia Abu-Jamals.

Wir wünschen an dieser Stelle Mumia Abu-Jamal alles Gute für seine Genesung und viel Kraft für den weiteren Kampf gegen die Bedingungen lebenslanger Haft!

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FREIHET FÜR MUMIA ABU JAMAL!
SOFORT!

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