Oldenburger Holocaustleugnerin betritt wieder die Bühne

Screenshot aus: »Der Aufstand für die Wahrheit begann auf der Wartburg«; mittig: Imke Barnstedt

Im Juni 2015 ver­kün­de­te die Olden­bur­ger Schau­spie­le­rin, Diseu­se, Neo­na­zi-Funk­tio­nä­rin und Holo­caust­leug­ne­rin Imke Barn­stedt das Ende ihres Kleinst­thea­ters »Ber­li­ner Zim­mer«, wel­ches sie knapp zehn Jah­re in ihrer Woh­nung in der Rog­ge­mann­stra­ße 31 betrieb. Vor­aus­ge­gan­gen war eine län­ge­re öffent­li­che Debat­te um die Posi­tio­nen und poli­ti­schen Akti­vi­tä­ten der 74 Jäh­ri­gen, an des­sen Ende wohl auch für die NWZ, die Stadt­ver­wal­tung und das Olden­bur­ger Tou­ris­mus Mar­ke­ting deut­lich wur­de, dass es sich bei der von ihnen zuvor hofier­ten musi­ka­li­schen Dame um eine faschis­ti­sche Agi­ta­to­rin han­delt.

Erwähnt sei­nen an die­ser Stel­le nur zwei Punk­te, die kei­ne Fra­gen über ihre Gesin­nung offen las­sen: Im Jah­re 2003 nahm Barn­stedt auf der Wart­burg an einer Akti­on des Holo­caust­leug­ners und Nazi-Anwalt Horst Mah­ler teil. »Den Holo­caust gab es nicht«, stand auf einem Trans­pa­rent. »Die Lüge ver­nich­tet sich selbst«, hielt Barn­stedt selbst in die Höhe. Im Nach­gang ließ sie 2010 ver­lau­ten, dass es nach ihrer Ansicht »nicht nur ‚einen – den – Holo­caust‹, son­dern vie­le« gege­ben habe und sie die­se »wei­te­ren ‚Holo­caus­te‹ (Tar­ta­ren, Arme­ni­er, India­ner etc.)« nicht leug­nen wür­de.

Bis 2007 war sie Schatz­meis­te­rin in der »Bau­ern­hil­fe«, einer Unter­or­ga­ni­sa­ti­on des »Col­le­gi­um Huma­num« (CH), einer Lob­by­ver­ei­ni­gung von und für Holocaustleugner_innen. 2008 wur­den bei­de Ver­ei­ne vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ver­bo­ten.

Die Wahl­er­fol­ge der natio­na­lis­ti­schen AfD und finan­zi­el­le Inter­es­sen schei­nen Barn­stedt nun jedoch moti­viert zu haben, wie­der die Öffent­lich­keit und ein geneig­tes Publi­kum zu suchen. Schon im Mai ver­öf­fent­lich­te sie auf ihrer Inter­net­sei­te ein Video, in wel­chem sie den Text »Zen­sur in Deutsch­land fin­det nicht statt, aber das Ver­bie­ten« des ehe­ma­li­gen SS-Ober­sturm­füh­rer der Waf­fen-SS, NPD-Sym­pa­thi­san­ten und rech­ten Kaba­ret­tis­ten Gerd Kna­be re­zi­pie­rte. Die­ses woll­te sie als ihren Bei­trag zum 8. Mai, also den Tag der Befrei­ung vom Nazi­fa­schis­mus, ver­stan­den wis­sen.

 Die bekannte Holocaustleugnerin Imke Barnstedt auf der AfD-Kundgebung am 09.September 2016
Foto: Anti­fa elf; Imke Barn­stedt (links) auf der AfD-Kund­ge­bung am 09. Sep­tem­ber 2016

Im Sep­tem­ber nahm sie dann an einer öffent­li­chen Wahl­kampf­kund­ge­bung der AfD auf dem Olden­bur­ger Juli­us-Mosen-Platz teil, wo sie ihre freund­schaft­li­chen Kon­takt zu AfD‘ler_innen pfleg­te. Schon in der Ver­gan­gen­heit soll sie des öfte­ren bei Ver­an­stal­tun­gen der AfD anwe­send gewe­sen sein.

Im Dezem­ber nun hat Barn­stedt ihr »Ber­li­ner Zim­mer« für erst ein­mal fünf Ver­an­stal­tun­gen reak­ti­viert. Unter ande­rem öff­net sie am Hei­li­gen Abend, dem 2. Weih­nachts­tag und an Sil­ves­ter ihre Büh­ne. Gleich­zei­tig bie­tet sie als »Geschenk-Tip« ihre neue DVD »Nie­mand hat die Absicht, Deutsch­land abzu­schaf­fen! Lau­si­ge Lie­der und ten­den­ziö­se Tex­te zu teu­to­ni­schen The­men« zum Preis von 17,90 Euro an, auf wel­cher sie über den »Bevöl­ke­rungs­aus­tausch in Euro­pa« und die »Abschaf­fung Deutsch­lands« schwa­dro­niert. Erschie­nen ist die DVD übri­gens im faschis­ti­schen Kyff­häu­ser-Fak­si­mi­le-Ver­lag aus Men­gers­kir­chen, bei wel­chem u.a. auch Bücher des NS-Kriegs­ver­bre­chers und anti­se­mi­ti­schen Ras­sen­ideo­lo­gen Alfred Ernst Rosen­berg zum Kauf ange­bo­ten wer­den.

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Kater Carlo

Unmd wann fin­den die letz­ten 2 Ver­an­stal­tun­gen statt?

Moni

In der neu­en Fern­seh-Doku »Das brau­ne Netz­werk« kommt Imke Barn­stedt auch vor.
-> http://www.ardmediathek.de/tv/die-story/Das-braune-Netzwerk/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=7486242&documentId=39911410)