Schulpartnerschaft zwischen Kobanê und Oldenburg

Schul­part­ner­schaft zwi­schen der Regi­on Roja­va (Nordsyrien)/Kobanê und BRD/Oldenburg jetzt offi­zi­ell

Vertreter_innen der Hele­ne-Lan­ge-Schu­le (HLS) und der Ober­schu­le Evers­ten (OBSE) reis­ten ver­gan­ge­ne Woche nach Ber­lin, um den nächs­ten Schritt der seit letz­ten Jahr geplan­ten Schul­part­ner­schaft zu gehen. Dabei hat­ten die Oldenburger_innen die ers­ten Rate des Spen­den­be­tra­ges von ins­ge­samt über 18.000 Euro, den die Schüler_innen im dies­jäh­ri­gen Spen­den­lauf für den Wie­der­auf­bau der Schu­len in Kobanê mobi­li­sie­ren konn­ten. In sei­nem im Mai 2016 eröff­ne­ten Büro tra­fen Bir­git Zwi­kirsch (OBSE) und Chris­ti­an Katz (HLS) auf den Ver­tre­ter der demo­kra­ti­schen Selbst­ver­wal­tung von Roja­va in Deutsch­land, Herrn Sipan Ibra­him.

In einem schrift­li­chen Aus­tausch hat­ten die Betei­lig­ten bereits im Vor­feld eine Part­ner­schafts­ver­ein­ba­rung erar­bei­tet, die Zie­le, Grund­sät­ze und Vor­ha­ben der zukünf­ti­gen Schul­part­ner­schaft zwi­schen der Hele­ne-Lan­ge-Schu­le Olden­burg und der Schu­le S. Osman in Kobanê/Stadt sowie zwi­schen der Ober­schu­le Evers­ten Olden­burg und der Schu­le S. Ehmed Yasin in Gire Spi/Kanton Kobanê fest­legt.

In einer von Respekt, Tole­ranz und Ver­ständ­nis für den Ande­ren gepräg­ten, ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­ar­beit wol­len die Schu­len, so die Ver­ein­ba­rung, mit ver­schie­de­nen Kor­re­spon­denz­for­men und Begeg­nungs­maß­nah­men die Lebens­welt des jeweils Ande­ren ken­nen­ler­nen und an gemein­sam fest­ge­leg­ten The­men und Pro­jek­ten arbei­ten.

So enga­giert die Betei­lig­ten die­se Ver­ein­ba­rung erar­bei­tet hat­ten, so ernüch­tert muss­ten sie, wie erwar­tet, nun das Gespräch über die Mög­lich­kei­ten ihrer Umset­zung erle­ben. Nach wie vor ist die Regi­on der demo­kra­ti­schen Selbst­ver­wal­tung von Roja­va, und damit auch Kobanê, von Begeg­nungs­mög­lich­kei­ten fast voll­stän­dig aus­ge­schlos­sen, durch die Schlie­ßung der Gren­zen, ins­be­son­de­re sei­tens der tür­ki­schen Regie­rung, sowie durch die Kriegs­si­tua­ti­on auf syri­schem Gebiet. Mehr­fach beschrieb Herr Ibra­him in dem Gespräch, dass die zahl­rei­chen ver­schie­de­nen Hilfs­an­ge­bo­te für Roja­va aus Euro­pa, per­so­nel­le wie mate­ri­el­le, das Gebiet nicht errei­chen kön­nen. Dies behin­dert den Wie­der­auf­bau des vom sog. IS befrei­ten Gebie­tes und die Ent­wick­lung einer Zukunfts­per­spek­ti­ve für die Men­schen extrem, und das, obwohl gera­de hier auch zahl­rei­che Men­schen aus den umkämpf­ten Gebie­ten Zuflucht gefun­den haben.

Den­noch, oder gera­de des­halb, war man sich einig: das Soli­da­ri­täts- und Schul­part­ner­schafts­pro­jekt der Olden­bur­ger Schu­len soll in Koope­ra­ti­on mit den Ver­tre­tern aus Kobanê mit allen jeweils mög­li­chen Maß­nah­men wei­ter­ge­führt wer­den.

Am 19. Novem­ber um 14.00 Uhr stel­len Schüler*innen und Lehr­kräf­te der Schu­len das Pro­jekt im Rah­men einer Ver­an­stal­tung im CineK/Kulturetage vor. Im Anschluss an die Film­do­ku­men­ta­ti­on »Per­pe­rik« zur Situa­ti­on der Schu­len in Kobanê von Nur­da­ne Turk­men berich­ten sie von den bis­he­ri­gen Akti­vi­tä­ten im Pro­jekt und Pla­nun­gen für die Zukunft. Dabei wer­den auch die Schul­lei­tun­gen sowie Herr Sipan Ibra­him, Ver­tre­ter der demo­kra­ti­schen Selbst­ver­wal­tung von Roja­va in Deutsch­land, anwe­send sein, um den noch aus­ste­hen­den Betrag aus dem dies­jäh­ri­gen Spen­den­lauf der OBSE und HLS ent­ge­gen zu neh­men und Aus­künf­te zu Publi­kums­fra­gen zu geben.