30 monatige Haftstrafe für Mustafa Çelik

Am 30. August wur­de der lin­ke Akti­vist Mus­ta­fa Çelik, wel­cher sich auch in Olden­burg enga­gier­te, nach einem knapp vier­mo­na­ti­gen Pro­zess vom Ober­lan­des­ge­richt Cel­le wegen Mit­glied­schaft in einer »ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung im Aus­land« nach §§ 129a, 129b StGB zu 2 Jah­ren und 6 Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Gemeint war die Arbeiter_innenpartei Kur­di­stan (PKK), wel­che in Deutsch­land als »ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung« ein­ge­stuft und ver­bo­ten ist. Der 39-Jäh­ri­ge war bereits am 11. Novem­ber 2015 in Bre­men fest­ge­nom­men wor­den und befand sich seit­dem in Unter­su­chungs­haft in der JVA Sehn­de.

Von Juni 2013 bis Juli 2015 soll er für die PKK das Gebiet Olden­burg gelei­tet haben und seit Anfang August 2015 für den Bereich Ham­burg, Sta­de und Lüne­burg ver­ant­wort­lich gewe­sen zu sein. Kon­kret warft man ihm die Orga­ni­sa­ti­on von Pro­tes­ten, Wahl­kampf für die im Juni 2015 in der Tür­kei legal kan­di­die­ren­de »Demo­kra­ti­sche Par­tei der Völ­ker« (HDP), das Sam­meln von Spen­den und die Teil­nah­me und Bewer­bung von Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen vor.

In der Urteils­be­grün­dung ver­steif­te sich das Gericht dar­auf, das tür­ki­sche Regime sei »kei­ne Besat­zungs­macht und kein ras­sis­ti­sches Sys­tem« – ange­sichts des seit letz­tem Jahr eska­lie­ren­den Krie­ges in Nordkurdistan/Südosttürkei und des Ein­marschs tür­ki­schen Mili­tärs an der Sei­te extrem isla­mis­ti­scher Ban­den in Rojava/Syrien eine Far­ce. Zumin­dest bei der Fest­set­zung des Straf­ma­ßes wur­de aner­kannt, dass sich Celiks Enga­ge­ment gegen die Unter­drü­ckung der Bevöl­ke­rung in den kur­di­schen Gebie­ten und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen durch die tür­ki­sche Regie­rung gerich­tet habe. Zur Fra­ge, ob die Ein­stu­fung als »Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on« gera­de ange­sichts des bewaff­ne­ten Kamp­fes der PKK gegen die Ter­ror­mi­liz IS in Syri­en und dem Irak zutref­fe, äußer­te sich das Gericht nicht ein­ge­hend.

Mus­ta­fa Çelik erklär­te, er wer­de sein Enga­ge­ment für den Frei­heits­kampf in Kur­di­stan und die Frei­heit des PKK-Vor­sit­zen­den Abdul­lah Öca­lan fort­set­zen. Neben ihm befin­den sich im 22. Jahr des PKK-Betä­ti­gungs­ver­bots der­zeit acht poli­ti­sche Gefan­ge­ne aus der kur­di­schen Bewe­gung in Straf- bzw. Unter­su­chungs­haft.

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Paule

Soli­da­ri­tät mit poli­ti­schen Gefan­ge­nen.
PKK Ver­bot auf­he­ben!!!
Gibt es eine Mög­lich­keit ihm zu schrei­ben , das er weiß er ist nicht allei­ne.