Grillplätze sind Mangelware

Kaum dass die Temperaturen an zwei Tagen in Folge die 20° C-Marke überschritten haben, wird das Grillen zum allgegenwärtigen Thema. Die wohl archaischte Form der Nahrungszubereitung via Konduktion verbreitet eine unglaubliche Faszination. So sagen in Deutschland rund 80 Prozent von sich selbst, dass sie gerne grillen. Und dass, obwohl im deutschsprachigen Raum das Grillen erst seit den 1970er Jahren bekannt wurde - mit Tischgrills in den Wohnzimmern. Und erst in den 80er Jahren wurde dann auch hierzulande das Grillen im Freien selbstverständlich.

Trotz ständigem Anbrennen, dem nervigen Qualm und den Insekteninvasionen hat Grillen wirklich irgend etwas - zumindest im Kreis von Freund_innen. Blöd nur, wenn man in Oldenburg keinen Garten oder vernünftigen Balkon zur Verfügung hat, wie es wohl bei den Meisten mit kleineren Einkommen der Fall sein dürfte. Denn das Grillen ist hier fast an allen öffentlich zugänglichen Orten behördlich verboten. Weder im Schlossgarten, auf der Dobbenwiese, im Cäcilienpark noch auf dem Utkiek darf man einen Grill anschmeißen. Um einer angeblichen "Vermüllung" vorzubeugen, kontrolliert vor allem an der Dobbenwiese die Polizei recht häufig die Einhaltung des Grillverbotes. Lediglich am kleinen Bornhorster See und am Tweelbäker See darf inzwischen ohne Bußgeldandrohung gegrillt werden. Ganze zwei öffentliche Grillplätze also für rund 160.000 Einwohner_innen.

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Mira

Das Müll­pro­blem lässt sich bestimmt etwas durch Appel­le und mehr durch die Müll­ab­fuhr sowie durch das Auf­stel­len von fes­t­in­stal­lier­ten Grills behe­ben. Das was vor allen Din­gen Müll ver­ur­sacht, sind die­se unsäg­li­chen Ein­weg­grills. In Aus­tra­li­en z.B. gibt es in jedem Ort öffent­li­che Gas­grills in öffent­li­chen Parks, die jede*r benut­zen darf.

Paule
Sor­ry die Behaup­tung ent­zieht sich jeder Grund­la­ge, auf der Dob­ben­wie­se ist Gril­len ver­bo­ten ‚heißt aber nicht das dort über­mä­ßig viel kon­trol­liert wird. Das Pro­blem ist bei der Dob­ben­wie­se nicht das Gril­len, das beset­zen und nut­zen von öffent­li­chen Raum, das schö­ne fuss­ball spie­len, die Hun­de oder flun­ky Ball. Das Pro­blem ist die ver­mül­lung das benut­zen und ste­hen las­sen vom ein­weg grill. Die Scher­ben auf dem Rasen und das maker­haf­te ver­hal­ten der urba­nen hips­ter Typen die über­all breit­bei­nig hin­pin­keln und stän­dig gröh­len damit auch jeder mit­be­kommt das sie sich paa­ren wol­len. Ich erle­be da nie Kon­trol­len manch­mal grill ich dort und schlep­pe mein Müll weg… Read more »
Mira

Pau­le, was will­st du mit den fol­gen­den Sät­zen aus­sa­gen? Die sind für mich mehr­deu­tig zu ver­ste­hen.

»Das ist nicht das erkämp­fen von Frei­räu­men das ist nur Ver­la­ge­rung von klas­si­scher Kon­su­men­ten-Hal­tung.
Irgend­ei­ner der pre­kär beschäf­tigt ist räumt den scheiß weg.
Scheiß auf die Tie­re wenn sie Scher­ben in den Pfo­ten haben und scheiß auf Nach­hal­tig­keit.
Frei­räu­me schaf­fen und nut­zen.«

Paule
Ich ver­ste­he die Wie­se nicht als irgend­ei­ne Grün­flä­che, sie soll­te Frei­raum sein auf der sich die Wider­sprü­che genauso zei­gen wie Mög­lich­keit ohne Geld. Hier kön­nen wir trin­ken , dis­ku­tie­ren ‚spie­len und auch gril­len. Müll­ton­nen gibt es dort auch genug. Aber die Flä­che und ich bin auch tgl. auf ihr unter­wegs, neben gemisch­ten fuss­ball man­schaf­ten und rol­len­spiel Hor­den. Sehe ich eine Men­ge kon­sum­hal­tung Igno­ranz und Men­schen die nicht intres­se haben die Flä­che als einen gemein­sa­men Frei­raum neben kost­pfich­ti­ger scheiß zu sehen. Ich sehe jute­ta­schen die ihren Müll lie­gen las­sen, kron­kor­ken die flie­gen und Scher­ben. Dazu wenn es um gril­len geht Leu­te die tier bil­lig­Flei­sch… Read more »
kennedy-kid

Ich hab mich gefragt, ob die­ser arti­kel auf eige­nen erfah­run­gen und beob­ach­tun­gen basiert, oder ob irgend­wo niedergeschrieben/veröffentlicht ist, an wel­chen wie­sen gegrillt wer­den darf und wo nicht. ich erin­ner mich näm­li­ch an dar­an auf den wie­sen am und rund her­um des ken­ne­dy sees und auf den wie­sen bei den wohn­blocks in der ken­ne­dy­s­tr. in blo­her­fel­de gegrillt zu haben und nicht der ein­zi­ge gewe­sen zu sein. das ist aller­dings schon ein paar jähr­chen her. in die­sen jah­ren kann aber auch eini­ges an grill-repres­si­on pas­siert sein. des­we­gen die fra­ge wo die infos her­kom­men.

KiWi
Pas­send dazu fol­gen­der Arti­kel in der NWZ: http://www.nwzonline.de/oldenburg/kultur/alkoholverbot-im-schlossgarten_a_31,0,1657115698.html dem­nach for­dert die FDP und die Che­fin des Schloß­gar­tens ein Alko­hol­ver­bot im Schloß­gar­ten wegen Lärm, Ver­mül­lung und Beläs­ti­gung. Ein typi­scher Umgang, so wie ich ihn hier in Olden­burg sei­tens von Poli­tik und Poli­zei ken­ne. Auch wenn ich kei­ner Per­son abspre­chen möch­te, dass sie sich von alko­ho­li­sier­ten Men­schen im Schloß­gar­ten beläs­tigt fühlt, muss bedacht wer­den, dass durch ein Alko­hol­ver­bot wie­der ein Frei­raum für vie­le Men­schen weg­fällt, die die­sen brau­chen weil sie (wie auch schon in die­sem Arti­kel ange­merkt) kei­nen eige­nen Bal­kon oder Gar­ten haben. Men­schen die die­sen Frei­raum brau­chen um gemein­sam mit ande­ren ein… Read more »
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