Duftblattpelargonien – eine Welt des Dufts

© Michael Wolf / CC BY-SA 3.0

Die Duftblattpelargonien sind Wildformen der Pflanzengattung, zu der auch die weitverbreiteten Balkongeranien gehören, die botanisch richtig auch Pelargonien genannt werden müßten. Sie kamen im 17. Jhd. aus dem südlichen Afrika nach England, waren dort sehr beliebt und es wurde versucht, die Schönsten zu vermehren und weiter zu züchten.

Was ist das Außergewöhnliche an ihnen?
Sie besitzen auf den Blättern Drüsenhaare, die bei Berührung, bei Wind, Regen oder durch Tau verschiedenste Duftnoten abgeben. Verblüffend ist, daß z. B. bei Pelargonien tomentosum reines Pfefferminzaroma zum Tragen kommt. P. capitatum, "Attar of Roses" riecht nach Rose. Da das ätherische Rosenöl sehr teuer ist, wird auf der Insel Reunion diese Geranie in großen Mengen angebaut. Aus ihr wird das ätherische Geranienöl gewonnen, das vielen Parfüms, Seifen und Kosmetika statt des teueren Rosenöls zugesetzt wird.

Neben Rosen- und Pfefferminzduft sind verschiedene Citrusdüfte anzutreffen. Am bekanntesten ist Pelargonium graveolens "Prinzess Ann", die oft fälschlich als Zitronenmelisse bezeichnet wird. Sie wird sehr groß und buschig und vertreibt Mücken. Desweiteren gibt es neben Kiefern- und balsamischen Duftnoten auch fruchtige und würzige. Duftpelargonien sind sehr vielseitig verwendbar.

Als Pflanze für Garten, Balkon und auch als Zimmerpflanze sind sie durch verschiedenste Wuchsformen, Blattformen und -farben sehr dekorativ. Die Blüten sind nicht so auffallend wie die der Balkongeranien, sondern meist zierlicher; schön gezeichnet und ein Anziehungspunkt für Insekten. Die ausladend wachsende und am meisten schattenverträgliche Pfefferminzpelargonie ist ein schöner Bodendecker; daneben kann die zierliche, kompakte Pelargonie "Queen of Lemon" besser im Topf den Balkon verschönern. In der Küche werden die frischen Blätter hauptsächlich zu süßen Speisen, Obstsalaten und Likören verwendet.

Getrocknet behalten die Blätter ihren Duft und sind ideale Beimischungen in Duftpotpouries. Es können auch Kräuterkissen damit gefüllt werden. Gut harmonisieren Lavendel und Rosenpelargonienblätter, die sich in ihrer beruhigenden Wirkung unterstützen.

Die Pflege ist ebenfalls sehr einfach. Da ihre Heimat das südliche Afrika ist, brauchen sie viel Sonne und können ein Austrocknen schon mal vertragen. Regelmäßiges Schneiden ist von Vorteil, damit sie schön buschig wachsen. Dies ist auch von Nutzen, da viele Rezepte ausprobiert werden können.

Über den Winter können sie als Zimmerpflanzen gehalten werden, ideal ist ein helles Treppenhaus oder der frostfreie Wintergarten. Werden die Triebe im Zimmer wegen Wärme oder Lichtmangel zu lang, können sie problemlos zurückgeschnitten und die Spitzen als Stecklinge weitervermehrt werden. So freuen sich andere Pflanzenliebhaber_innen. An dieser Stelle muß gewarnt werden, es gibt so schöne Arten und Sorten, daß sich Sammelleidenschaft zur Sucht entwickeln kann.

Zuerst erschienen auf kraeuterei.de

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