Gegendiagnose. Beiträge zur radikalen Kritik an Psychologie und Psychiatrie

Der Info­la­den roter strumpf setzt sei­ne Rei­he von Ver­an­stal­tun­gen zur Psych­ia­trie­kri­tik am Mitt­woch, den 15. Juni um 20h im Alham­bra mit einer Lesung fort. Zwei Herausgeber_innen des Sam­mel­bands »Gegen­dia­gno­se« wer­den Aus­schnit­te lesen und anschlie­ßend zu Dis­kus­si­on laden. Im Ankün­di­gungs­text heißt es:

Mit den Neu­auf­la­gen der Krank­heits­ka­ta­lo­ge ICD und DSM wer­den die Gren­zen des­sen aus­ge­dehnt, was als psy­chisch krank gilt. For­mu­lier­ten in den 1960/70er Jah­ren noch außer­par­la­men­ta­ri­sche Lin­ke und ihr ver­bun­de­ne Psychiater_Innen eine radi­ka­le Kri­tik an der Insti­tu­ti­on Psych­ia­trie, wur­de im Anschluss dar­an die Kri­tik haupt­säch­lich von Betrof­fe­nen getra­gen und in die Pra­xis über­setzt. Heu­te fin­det Psych­ia­trie­kri­tik selbst im bür­ger­li­chen Main­stream statt. Die­se reibt sich aller­dings ledig­lich an den aktu­ell in den Kata­log auf­ge­nom­me­nen Dia­gno­sen und den Inter­es­sen der Phar­ma-Indus­trie. Eine radi­ka­le Gesell­schafts- und Macht­kri­tik, wie sie die Alte und Neue Anti­psych­ia­trie ent­hält, lässt sie jedoch ver­mis­sen. Die Autor_Innen möch­ten das The­ma Anti­psych­ia­trie wie­der zurück in den Kanon eman­zi­pa­ti­ver Poli­tik brin­gen und inhalt­lich aktua­li­sie­ren.

Neben der Vor­stel­lung des Ban­des im All­ge­mei­nen wird ein Bei­trag exem­pla­risch vor­ge­stellt. Andre­as Hech­ler geht auf die inner­fa­mi­liä­ren Fol­gen der Ermor­dung sei­ner Urgroß­mutter im Rah­men der NS-›Euthanasie‹ ein und ent­wi­ckelt eine aktu­el­le Kri­tik an ableis­ti­schem Den­ken.

 


Cora Schme­chel, Fabi­an Dion, Kevin Dudek, Mäks* Roßm­öl­ler (Hg.):
Gegen­dia­gno­se – Bei­trä­ge zur radi­ka­len Kri­tik an Psy­cho­lo­gie und Psych­ia­trie
Band 1, 344 Sei­ten, edi­ti­on assem­bla­ge, 19.80 EUR
ISBN 978–3‑942885–80‑5