Mieten machen Oldenburger Rentner_innen arm

Dass auch für Rentner_innen in Olden­burg kaum noch bezahl­ba­rer Wohn­raum zu fin­den ist, ist kein Geheim­nis. Seit der Ein­stel­lung des sozia­len Woh­nungs­baus sank in den städ­ti­schen Bal­lungs­zen­tren im Wes­ten der Repu­blik das Ange­bot klei­ne­rer Ein- bis Zwei­zim­mer-Woh­nun­gen ste­tig. Eben­so ste­tig stie­gen in den boo­men­den Gegen­den die Mie­ten für die­se rar gewor­de­nen Unter­künf­te. So auch in Olden­burg.

Die Aus­wir­kun­gen des Fak­tors Mie­te und ande­rer Kos­ten­pos­ten für die heu­ti­ge Rent­ner_in­nen-Gene­ra­ti­on hat das For­schungs­un­ter­neh­mens Pro­gnos nun im Auf­trag der Initia­ti­ve »7 Jah­re län­ger« unter die Lupe genom­men. Als Grund­la­ge für die Unter­su­chung dien­te der all­ge­mei­ne Waren­korb des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes, wel­cher an die Bedürf­nis­se der über 65-Jäh­ri­gen ange­passt wur­de. So erhiel­ten etwa Aus­ga­ben für die Gesund­heit ein höhe­res Gewicht.

Dem­nach müs­sen im Bun­des­durch­schnitt Rentner_innen monat­lich 1000 Euro für das Lebens­not­wen­di­ge, also Mie­te, Strom, Nah­rungs­mit­tel oder Klei­dung berap­pen. Jedoch sind in den ver­schie­de­nen Regio­nen bedeu­ten­de Unter­schie­de von bis zu 50 % fest­ge­stellt wor­den. So kos­ten in Mün­chen die glei­chen Leis­tun­gen rund 1300 Euro, wäh­rend man im nie­der­säch­si­schen Land­kreis Holz­min­den mit nur rund 860 Euro aus­kommt.

In Olden­burg lie­gen die Kos­ten 2,2 Pro­zent, also 22 Euro über dem Bun­des­schnitt. 1000 Euro Ren­te haben hier somit einen »tat­säch­li­chen Wert« von nur 978 Euro. Bedenkt man, dass die west­deut­sche Durch­schnitts­ren­te gera­de ein­mal 1176 Euro beträgt und Vie­le mit weni­ger als 45 Bei­trags­jah­ren mit 900 oder 1000 Euro aus­kom­men müs­sen, wirkt sich die­se Mehr­be­las­tung durch­aus beacht­lich aus.

»Was man sich im Ruhe­stand leis­ten kann, hängt nicht nur von der Ren­ten­hö­he ab, son­dern auch vom Stand­ort. (…) Am här­tes­ten trifft es die­je­ni­gen, bei denen nied­ri­ge Ren­ten­an­sprü­che und hohe Lebens­hal­tungs­kos­ten zusam­men­kom­men«

resü­mier­te Pro­gnos-Chef­öko­nom Micha­el Böh­mer. Ver­ant­wort­lich für die Preis­un­ter­schie­de sind vor allem die Kos­ten für das Woh­nen. In den boo­men­den Städ­ten mit hohen Mie­ten erhal­ten Rentner_innen für das glei­che Geld deut­lich weni­ger als auf dem Land. Und so bekom­men nun auch die Olden­bur­ger Senior_innen die Jahr­zehn­te ver­fehl­ter Woh­nugs­bau-Poli­tik in der Stadt in ihrem Geld­beu­teln zu spü­ren.

Höchs­te Zeit also, dass sich hier die Rentner_innen, Allein­er­zie­hen­den, Aus­zu­bil­den­den, Geringverdiener_innen, Arbeits­lo­sen, Stu­die­ren­den und Geflüch­te­ten zusam­men­tun, um gemein­sam für aus­rei­chend bezahl­ba­re und schi­cke Woh­nun­gen zu sor­gen. Oder aber man zieht nach Holz­min­den…