Ein Aufrechter ist gegangen

Screenshot: GDN1930bis1939; https://www.youtube.com/watch?v=bgoMEmDl03k

Am 31. Mai ist der Olden­bur­ger Zeit­his­to­ri­ker und Kom­mu­nist Hans-Peter Klausch im Alter von 61 Jah­ren ver­stor­ben. Sein For­schungs­schwer­punkt war die Auf­ar­bei­tung des deut­schen Faschis­mus mit sei­nen per­so­nel­len Kon­ti­nui­tä­ten in der Bun­des­re­pu­blik, der anti­fa­schis­ti­sche Wider­stand in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern sowie die Geschich­te und Kul­tur des Juden­tums im west­li­chen Nie­der­sach­sen. Die Lis­te der Publi­ka­tio­nen gibt dabei nur einen klei­nen Ein­blick in sei­ne Tätig­keit:

  • Wider­stand in Flos­sen­bürg – zum anti­fa­schis­ti­schen Wider­stands­kampf der deut­schen, öster­rei­chi­schen und sowje­ti­schen Kom­mu­nis­ten im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Flos­sen­bürg 1940 – 1945.
  • Anti­fa­schis­ten in SS-Uni­form – Schick­sal und Wider­stand der deut­schen poli­ti­schen KZ-Häft­lin­ge, Zucht­haus- und Wehr­macht­straf­ge­fan­ge­nen in der SS-Son­der­for­ma­ti­on Dir­lewan­ger.
  • Die Bewäh­rungs­trup­pe 500. Stel­lung und Funk­ti­on der Bewäh­rungs­trup­pe 500 im Sys­tem von NS-Wehr­recht, NS-Mili­tär­jus­tiz und Wehr­macht­straf­voll­zug.
  • Die Geschich­te der Bewäh­rungs­ba­tailo­ne 999.
  • ›Erzie­hungs­män­ner‹ und ›Wehr­un­wür­di­ge‹. Die Son­der- und Bewäh­rungs­ein­hei­ten der Wehr­macht.
  • Her­mann Bode (1911–1944). Ein Braun­schwei­ger Stadt­ver­ord­ne­ter im Kampf gegen Faschis­mus und Krieg.
  • Täter­ge­schich­ten. Die SS-Kom­man­dan­ten der frü­hen Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger im Ems­land
  • Brau­ne Wur­zeln – Alte Nazis in den nie­der­säch­si­schen Land­tags­frak­tio­nen von CDU, FDP und DP. Zur NS-Ver­gan­gen­heit von nie­der­säch­si­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten in der Nach­kriegs­zeit.
  • Brau­nes Erbe – NS-Ver­gan­gen­heit hes­si­scher Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter der 1.–11. Wahl­pe­ri­ode (1946–1987).
  • Brau­ne Spu­ren im Saar-Land­tag. Die NS-Ver­gan­gen­heit saar­län­di­scher Abge­ord­ne­ter.

Vor allem mit sei­nen Arbei­ten zur NS-Ver­gan­gen­heit west­deut­scher Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter nach 1945 und zu den Straf-/Be­wäh­rungs­ba­tail­lo­nen setz­te das DKP-Mit­glied neue Akzen­te in der zeit­ge­nös­si­schen Geschichts­schrei­bung. Er »hät­te sicher­lich noch viel mehr aus den Untie­fen der Zeit des deut­schen Faschis­mus aus­ge­gra­ben«, stell­te Hans-Hen­ning Adler von der Olden­bur­ger Links­par­tei in einem Nach­ruf wohl zutref­fend her­aus.

Vide­os mit Hans-Peter Klausch sind hier zu fin­den.

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Lilo

Oh, was für eine trau­ri­ge Nach­richt. Hans-Peter Klausch hat so wich­ti­ge Arbeit geleis­tet. Es wäre zu wün­schen, dass Men­schen an sei­ne Arbeit und sein Enga­ge­ment anknüp­fen. Rest in peace!

Ingrid Köpnick

Manch­mal feh­len einem die Wor­te, um das zu sagen, was man fühlt. Ich habe Hans- Peter vor 6 Jah­ren ken­nen- und schät­zen gelernt. Mit sei­nem fun­dier­ten Wis­sen und sei­ner ruhi­gen und beson­ne­nen Art hat er in man­chen Dis­kus­sio­nen zur Klä­rung vie­ler Fra­gen bei­ge­tra­gen.
Mögen sei­ne muti­gen Bücher und Schrif­ten dazu bei­tra­gen, vor allem jun­gen Men­schen einen
umfas­sen­den und ehr­li­chen Blick auf die Geschich­te unse­res Lan­des zu geben.
Lei­der muß­te er viel zu jung ster­ben. Ich wer­de ihn ver­mis­sen.