»Irre, Krank und Wahn« – Eine (zu) kurze Einführung in die Psychiatriekritik

In den 80’er Jah­ren war vor allem in lin­ken Zusam­men­hän­gen die Psych­ia­trie­kri­tik ein viel dis­ku­tier­tes The­ma. Mit einer Ver­an­stal­tung am mor­gi­gen Mitt­woch, 25.05.2016 um 19.00 Uhr im Alham­bra soll ein Anstoß gege­ben wer­den, die Debat­te um die Dif­fe­renz­li­nie „psy­chisch gesund / psy­chisch krank“ und das Sys­tem der Zwangs­be­hand­lun­gen wie­der auf die poli­ti­sche Agen­da zu set­zen. In der Ankün­di­gung des Refe­ren­ten heißt es:

Inner­halb von lin­ken Zusam­men­hän­gen wird es meis­tens als Kon­sens gese­hen, eine von Abschie­bung bedroh­te Per­son zu ver­ste­cken und Löcher in Abschie­be­knäs­te zu schnei­den. Es wird sich über ras­sis­ti­schen und sexis­ti­schen Sprach­ge­brauch auf­ge­regt und ver­sucht auf eine sen­si­ble­re Spra­che zu ach­ten. Aber wür­den wir auch eine Per­son ver­ste­cken, die zwangs­be­han­delt wer­den soll?
Auch in lin­ken Krei­sen heißt es schnell, dass von außen nicht nach­voll­zieh­ba­res Ver­hal­ten ›krank(haft)‹ sei und die Betrof­fe­nen ›pro­fes­sio­nel­le Hil­fe‹ bräuch­ten. Aber wodurch legi­ti­miert sich ›pro­fes­sio­nel­le Hil­fe‹ eigent­lich? Und was ist eigent­lich ›krank‹?
Wenn Spra­che auch der Aus­druck für ver­in­ner­lich­te Denk­mus­ter und gesell­schaft­li­che Herr­schafts­ver­hält­nis­se ist, was bedeu­tet es dann, dass wir Ver­hal­ten von Per­so­nen als ›krank‹ und  Erdo­gan als den ›Irren vom Bos­po­ros‹ bezeich­nen?
Ziel die­ses Vor­tra­ges ist es einen Ein­blick in die Kri­ti­ken der ›alten‹ und ’neu­en‹ psych­ia­trie­kri­ti­schen Bewe­gung zu geben. Abschlie­ßend wol­len wir über Hand­lungs­mög­lich­kei­ten einer links-eman­zi­pa­to­ri­schen Bewe­gung zu die­sem The­ma dis­ku­tie­ren.