Erkämpftes Vergnügen: Der Wechloy-Flohmarkt

Heut­zu­ta­ge erscheint es selbst­ver­ständ­lich, dass sich zumin­dest an vier Sonn­ta­gen im Jahr der Fami­la-Park­platz in Wech­loy in ein Gewu­sel aus hun­der­ten Floh­markt­stän­den mit Rari­tä­ten, Anti­qui­tä­ten, Ramsch und aller­lei Nütz­li­chen und tau­sen­den Schnäppchenjäger_innen oder Krims-Krams-Fans ver­wan­delt. Doch nicht immer war die­ses Ver­gnü­gen den Oldenburger_innen ein­fach so gelas­sen.

Anfang der 90’er Jah­re hat­te sich hier und zeit­gleich in Bre­men eine unan­ge­neh­me Alli­anz aus Kir­che, Ein­zel­han­dels­ver­band und Rassist_innen for­miert, die dem bun­ten Floh­markt-Trei­ben ein Ende berei­ten woll­ten. Kirch­li­cher­seits ging es um den »hei­li­gen Sonn­tag« und die Befürch­tung, dass den Marktfreund_innen eine Ewig­keit in der Höl­le dro­he – oder viel­leicht auch dar­um, dass die sonn­täg­li­chen Got­tes­diens­te auch schon ohne die­se Kon­kur­renz reich­lich ver­waist wirk­ten. Der Ein­zel­han­dels­ver­band fürch­te­te wenig über­ra­schend Ein­kom­mens­ein­bu­ßen und pro­gnos­ti­zier­te Per­so­nal­ent­las­sun­gen. Die Rassist_innen beschwer­ten sich mit Pseu­do­ar­gu­men­ten über die nicht-deut­schen Verkäufer_innen, die von Anfang an selbst­ver­ständ­li­cher Teil des Trei­bens waren.

So kam es dann zu Ver­su­chen der Ord­nungs­be­hör­den, die Sonn­tags­floh­märk­te durch Sper­rung der Zuwe­ge zu ver­hin­dern. Doch ver­ge­bens – die Trö­del-Leu­te lie­ßen sich nicht beir­ren und räum­ten all­sonn­täg­lich die auf­ge­stell­ten Absper­run­gen kur­zer­hand bei­sei­te, bau­ten ihre Stän­de auf und wühl­ten sich durch das ange­bo­te­ne Sor­ti­ment. Schließ­lich gab es einen Kom­pro­miss. Die Anzahl der Märk­te wur­de begrenzt und der heiß­ersehn­te Ver­kauf­be­ginn auf 11.00 Uhr – und damit zeit­lich nach den Got­tes­diens­ten –  fest­ge­legt. Dies ist nun seit vie­len Jah­ren der Sta­tus quo.

Für 2016 ste­hen nun noch drei Floh­märk­te in Wech­loy an: schon am kom­men­den Sonn­tag, den 22. Mai, am 24. Juli sowie am 18. Sep­tem­ber. Auch wenn die Stand­ge­büh­ren mit min­des­tens 25 € inzwi­schen ziem­lich hap­pig sind (wobei Kin­der übri­gens nur 2 € pro Meter zah­len müs­sen), ist das Gan­ze für die Besucher_innen nach wie vor ein kos­ten­lo­ses Ver­gnü­gen.

1 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
1 Comment authors
neuste älteste
PU Schröder

Anfangs gab es in Wech­loy jähr­lich 8 Märk­te aber dann bean­spruch­te der uner­sätt­li­che Jans­sen (Floh­ma­xx) neben den wöchent­li­chen Sams­tags­märk­ten auch noch die Hälf­te der Sonn­tags­ter­min und dank sei­ner guten Bezie­hun­gen bekam er sie auch. So sind es in Wech­loy nur noch 4