Der Club der Nazirentner

Der neue Oldenburger NPD-Vorsitzende Wilhelm Sudmann
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Die Ankün­di­gung des lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den des NPD Unter­be­zirks Olden­burg Eck­hard Aden, nicht mehr für die­sen oder ein einen ande­ren Pos­ten zur Ver­fü­gung zu ste­hen, führ­te zu tie­fen Sor­gen­fal­ten bei den Olden­bur­ger Anhänger_innen der NSDAP-Nach­fol­ge­par­tei. Denn nach diver­sen Par­tei­aus­trit­ten und dem Aus­blei­ben von Nach­wuch setz­te sich mit dem Rück­zug Aden’s, wel­cher sich statt­des­sen wohl im Auf­bau einer frei­en Kame­rad­schaft ver­su­chen will, der Nie­der­gang die­ser Par­tei­glie­de­rung schein­bar unab­wend­bar fort.

Aus­druck des­sen ist der Anfang Mai neu gewähl­te Vor­stand. Die drei wich­tigs­ten Pos­ten sind nun­mehr von ver­r­ent­ner­ten Par­tei-Fos­si­li­en besetzt: Neu­er Vor­sit­zen­der ist der Früh­rent­ner Wil­helm Sud­mann (Jahr­gang 1960) aus Ehren­burg im Land­kreis Die­p­holz. Sein Stell­ver­tre­ter ist der 1950 gebo­re­ne Qua­si-Rent­ner Bernd Neu­mann aus Olden­burg-Ostern­burg. Kom­ple­men­tiert wird der Vor­stand durch den nie­der­säch­si­schen NPD-Lan­des­vor­sit­zen­den und Olden­bur­ger Rats­her­ren Ulrich Eigen­feld (Jahr­gang 1947), eben­falls Rent­ner, als Schatz­meis­ter und Bei­sit­zer. Bis­her noch nament­lich unbe­kannt ist der neue Kas­sen­prü­fer sowie ein wei­te­rer Bei­sit­zer.

Dass die­ser Vor­stand in Zukunft irgend­ei­ne Form von Dyna­mik ent­wi­ckeln könn­te, um bei der Kom­mu­nal­wahl am 11. Sep­tem­ber die­sen Jah­res erneut wie 2011 ein Man­dat im Olden­bur­ger Rat zu ergat­tern oder auch in ande­ren Gegen­den des Unter­be­zirks Wahl­er­fol­ge zu erzie­len, erscheint ange­sichts der Per­so­na­li­en, der Kon­kur­renz von rechts durch die AfD und des Wider­stan­des anti­fa­schis­ti­scher Struk­tu­ren in der Regi­on mehr als unwahr­schein­lich. Bis dahin könn­te frei­lich auch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he der ältes­ten Rechts­par­tei Deutsch­lands durch ein Ver­bot eh ein end­gül­ti­ges Ende berei­tet haben. Das grei­se Trio könn­te sich dann einer weni­ger gesell­schafts­schäd­li­chen Tätig­keit zuwen­den… Skat zum Bei­spiel.

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PU Schröder

Eigen­feld ist nur in den Stadt­rat gekom­men weil etli­che Linke/Autonome mein­ten, Wahl­boy­kott sei sinn­voll und so im Kom­plex Lin­ke Grü­ne SPD die weni­gen Stim­men fehl­ten um die NPD drau­ßen zu hal­ten. Bei der AfD wird das in den nächs­ten Kom­mu­nal­wah­len nicht anders lau­fen.

Lotta V

Klar, jetzt sind die Lin­ken schuld an Nazi-Par­tei­en im Stadt­rat und nicht die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler des brau­nen Gesin­dels. Haben Sie Fak­ten, Wahl­aus­wer­tun­gen etc., die Ihre The­se bele­gen oder ver­tei­len Sie unge­prüft der­lei Blöd­sinn?

Leyla L

Ich schlie­ße mich Lot­ta V an, dass für die Aus­sa­ge von PU Schrö­der ent­spre­chen­de Bele­ge feh­len, an denen ich auch ger­ne inter­es­siert wäre. Außer­dem ist es mir zu ein­fach, den Ein­zug von NPD-Abge­ord­ne­ten Eigen­feld auf nur eine ein­zi­ge Ursa­che zurück­füh­ren zu wol­len. Mir fal­len spon­tan noch zwei Aspek­te ein. Zum einen das in Nie­der­sach­sen gül­ti­ge Quo­ten­ver­fah­ren mit Aus­gleich nach größ­ten Res­ten nach Hare-Nie­mey­er (http://www.wahlrecht.de/verfahren/hare-niemeyer.html). Die­ses trug dazu bei, dass 2011 der NPD gan­ze 1,14 % der Stim­men aus­reich­ten, um mit einem Sitz in den Olden­bur­ger Stadt­rat ein­zu­zie­hen. Man soll­te zudem nicht ver­ges­sen, dass die NPD 2011 immer­hin von ca. 700… Read more »

Ben Better

Herr Schrö­der kann sich ob sei­nes Alters und sei­ner poli­ti­schen Ver­gan­gen­heit sicher noch an den Anar­cho-Slo­gan »Wenn Wah­len etwas ändern wür­den, wären sie ver­bo­ten« erin­nern. Letzt­end­lich ist es wurscht, ob die­se Pfei­fen in irgend­wel­chen Räten oder Par­la­men­ten sit­zen, egal unter wel­chem Män­tel­chen. Bekämp­fen müs­sen wir die ent­spre­chen­den Inhal­te so oder so.

PU Schröder

Dann machen wir doch mal einen Gene­ral­streik wie damals die spa­ni­schen Syn­di­ka­lis­ten. In Olden­burg wuß­te ich es bei ver­schie­de­nen Pro­jek­ten zu schät­zen nicht einer igno­ran­ten CDU/FDP Front gegen­über­zu­ste­hen. Es macht in einer Stadt schon einen Unter­schied, wer blo­ckiert oder ermög­licht oder Ämter zu ver­schärf­ten Kon­trol­len nötigt.

Tiffy

Die NPD ist so Way­ne, in Chi­na kippt ein Sack Reis um. Lass die ihren Skat­a­bend mit Deutsch­land­wim­pel machen. Lasst ihnen ihren Kul­tur­kampf um die Haut­far­be der Gar­ten­zwer­ge in den Vor­ga­er­ten. Fokus­siert euch mal auf ech­te Geg­ner! EU-Macht­struk­tu­ren, Kon­zer­ne etc.!