Der RCDS-AStA wurde abgewählt

© Bundesarchiv, B 145 Bild-F079100-0022 / CC-BY-SA 3.0

Zugegeben, die Zeiten in denen die Universität mehr als Hort der Kritik, des Widerstands, des freien und öffentlichen Denkens, denn als bloße Ausbildungsstätte galt, sind schon lange Vergangenheit. Nichts desto trotz war die StuPa-Wahl im Januar vergangenen Jahres dann doch ein kleiner Schock: mit 47,91% der Stimmen schrappte der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) nur haarscharf an der absolute Mehrheit vorbei. Doch damit des Unheils nicht genug. Denn die Juso-Hochschulgruppe hatte mit ihren gerade einmal 6,7% nichts besseres zu tun, als sich dem RCDS als Koalitionspartnerin an den Hals zu schmeißen mit dem traurigen Resultat, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Carl von Ossietzky-Universität die Oldenburger Studierendenschaft von Konservativen vertreten wurde.

Abgesehen von einer Erhöhung der Referent_innen-Gehältern von bisher 670 € auf dann 1.547 € passierte eigentlich nicht besonders viel. Der AStA-Trakt wurde gefühlte 20 Mal neu möbliert, mehr Parkplätze und eine Uni-Card eingefordert und letztlich als wirklich greifbares Resultat ein Bollerwagen inklusive Grillausstattung für die Studierendenschaft besorgt.

Im vergangenem Januar war dann wieder StuPa-Wahl. Diesmal verlief das ganze etwas glimpflicher. Der RCDS verlor knapp 12% und landete (nur) noch bei 35,4%. Die Offene Grüne Hochschulgruppe stieg mit 20,08% der Stimmen zur zweitstärksten Kraft auf und einigte sich wenig später mit den auf 18,8% angewachsenen Jusos und der Liste Uni Divers – GUM mit ihren 19,6% auf eine gemeinsame Koalition, welche am 29. April 2016 als neuer AStA vom Studierendenparlament gewählt wurde.

Auch wenn man die Ankündigung aus den Reihen des neuen Sprecherinnen-Teams, „in einem linken AStA Grundlegendes an der Uni verändern“ zu wollen, wohl leider nicht allzu ernst nehmen darf, machen verschiedene Vorhaben des neuen AStA dann doch ein wenig Hoffnung. Die Zukunft der autonomen Referate, in Einzelnen die des autonomen feministischen Referats (FemRef), des Referats für behinderte und chronisch kranke Studierende (BeRef), des autonome Schwulenreferats (SchwuRef) sowie die der Hochschulgruppe ausländischer Studierender (HGAS), scheint gesichert. Im neuen AStA selbst gibt es diverse neue Referate: ein Referat für Geflüchtete Studierende, eines für Ökologie und Nachhaltigkeit, eins für Antirassismus, eines für „Studieren mit Kind“, ein Referat für Wohnen, usw.. Was sich hinter den einzelnen Referaten genaueres verbergen soll, kann man  hier im Koalitionsvertrag nachlesen. Zumindest vom Anspruch her klingt das durchaus vernünftig.

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